Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 
06.12.2018 | Hessisches Polizeipräsidium für Technik (HPT)

Sie halten täglich ihren Kopf für uns hin: Kampfmittelentschärfer und Polizisten

Verein Hilfe für Helfer e.V. übergibt Geld und Sachwerte im Wert von 17.000 Euro

Gruppenbild nach der Übergabe der Zuwendungen im Hessischen Polizeipräsidium für Technik; v. l.: Karl-Heinz Reinstädt, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins Hilfe für Helfer e.V., Andreas Konhäuser, Polizeioberkommissar, Polizeiautobahnstation Wiesbaden, Dieter Schwetzler, Kampfmittelbeseitiger RP Darmstadt, Georg Becker, Fa. Tauber Explosiv Management GmbH (stellvertretend für die sechs bedachten Kampfmittelbeseitiger dieser Firma), Rene Bennert, Kampfmittelbeseitiger RP Darmstadt, Hildegard Becker-Toussaint, Ltd. Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft a. D.

Die erste Vorsitzende des Vereins Hilfe für Helfer e. V., Hildegard Becker-Toussaint, Ltd. Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft a. D. und Vorstandsmitglied Karl-Heinz Reinstädt, Präsident des Hessischen Polizeipräsidiums für Technik, freuten sich, Zuwendungen im Wert von insgesamt 17.000 Euro an eine Gruppe von Personen übergeben zu können, die in unserer Gesellschaft eine besondere Rolle einnehmen, „Es sind Menschen, die ihr Leben im Falle eines Falles für andere in Gefahr bringen, um für Sicherheit zu sorgen“, so Hildegard Becker-Toussaint.

Der 2016 gegründete Verein „Hilfe für Helfer“ hat sich zum Ziel gesetzt, in Ausübung des Dienstes schwer verletzten Polizisten, Feuerwehrleuten, im weitesten Sinne BOS-Angehörigen und Soldaten sowie deren Hinterbliebenen zu helfen. Seit der Gründung konnte der Verein einer Vielzahl von Hinterbliebenen und schwerverletzten hessischen Polizeivollzugsbeamten finanzielle Unterstützung gewähren.

Es sind insgesamt zehn stille Helden, die sich in besonderem Maße für die Allgemeinheit eingesetzt haben oder dabei sogar zu Schaden gekommen sind. Hildegard Becker-Toussaint übergab während einer feierlichen Runde im Callcenter des HPT, eine entsprechende Zuwendung. Die Beschenkten zeigten sich sehr dankbar und freuten sich über die Anerkennung ihrer Leistungen:

Sie entschärfen u. a Bomben aus dem zweiten Weltkrieg: Dieter Schwetzler (62) und Rene Bennert (41) sind Technische Angestellte beim RP Darmstadt und von Beruf Kampfmittelbeseitiger. Ihren größten und wohl bekanntesten Einsatz hatten sie am 3. September 2017, als sie in der Mainmetropole Frankfurt eine mehr als 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe entschärften und dabei, wie fast täglich, ihr Leben für uns alle aufs Spiel setzten. In der umfangreichsten Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik hatten mehr als 60.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Unterstützt werden die beiden von sechs weiteren Kampfmittelbeseitigern der Firma Tauber, Explosiv Management GmbH Weiterstadt, die darüber hinaus auch Bereitschaftsdienste versehen.

Die Gefahr im Job hat er am eigenen Leib zu spüren bekommen: Polizeioberkommissar Andreas Konhäuser (35) arbeitet Schicht bei der Polizeiautobahnstation Wiesbaden. Er wird am 13. Mai 2017, um 00:30 Uhr, in Wiesbaden-Auringen bei der Verfolgung und Kontrolle eines geflohenen Smart vorsätzlich angefahren, an Hüfte und Arm schwer verletzt und wie ein Crash-Test-Dummy durch die Luft gewirbelt. Krankenhausaufenthalt und komplizierter Handgelenksbruch mit halbjähriger Krankschreibung sind die Folgen. Dem Täter, einem 39-jährigen Deutsch-Türken, war ein Tötungsvorsatz nicht nachzuweisen, sodass er mit zwei Jahren auf Bewährung und der Verpflichtung zu einer Schmerzensgeldzahlung davonkam.

Damit nicht genug: Im Dezember 2017 geriet Andreas Konhäuser bei einer Verfolgungsfahrt eines mit U-Haftbefehl Gesuchten an der AS-Zeilsheim mit dem Funkwagen mit Tempo 130 in eine Leitbake. Glassplitter im Auge und Stauchung der Halswirbelsäule (HWS) sind die Folgen. Nach drei Wochen im Krankenstand trat er am 31. Dezember 2017 seinen Dienst wieder an. Polizeipräsident Stefan Müller und Personalratsvorsitzender des PP Westhessen Peter Wittig sowie die Ehefrau von Andreas Konhäuser freuten sich mit ihm über die Geldzuwendung in Höhe von 5.000 Euro.

Sie pflegt ihren in den Rollstuhl geschossenen Ehemann seit 1991: PHM a. D. Joe Weber (63), ehemals Soko-Mitte des PP Frankfurt, überlebt zweimal einen Mordversuch: Im Oktober 1981 wird ihm bei einer Festnahme ins Gesicht geschossen. Damals hatte er zunächst Glück, da sich das Projektil in einem mit Metall gefüllten Zahn verfängt und stecken bleibt. Zehn Jahre später, im Juli 1991, wird ihm bei einer Verkehrskontrolle zweimal in den Kopf geschossen. Er ist seither an den Rollstuhl gebunden. Seine Frau Maria Weber (64) steht ihrem Mann immer beiseite und pflegt ihn seit dem letzten Mordversuch, also seit 27 Jahren, die bei ihr Spuren der Erschöpfung hinterlassen haben. Leider konnte Maria Weber durch die plötzliche Erkrankung ihres Ehemannes nicht persönlich am Termin teilnehmen.

Bei der Übergabe dankte die erste Vorsitzende für den Einsatz der stillen Helden im Namen der Allgemeinheit und freute sich darüber, dass der Verein genügend Mittel zur Verfügung hat, um diese als kleine Anerkennung für die geleisteten Dienste ausgeben zu können. „Seit 2017 konnte der Verein Hilfe für Helfer e. V. Zuwendungen in Höhe von über 130.000 Euro an in Not geratene Helfer ausschütten. Der Verein kann weiterhin nur dann so erfolgreich Geld und Sachwerte aushändigen, wenn es genügend Unterstützer und Spenden gibt“, so Vorstandsmitglied Karl-Heinz Reinstädt während der Veranstaltung.

Wenn sie als Privatperson oder Unternehmen den Verein unterstützen wollen, sind Ihre Spenden gerne willkommen: Der Verein „Hilfe für Helfer e. V.“ hat seinen Sitz in der Ammelburgstraße 24 in 60320 Frankfurt am Main. Konto: Frankfurter Sparkasse, IBAN DE95 5005 0201 0200 6216 88. 


 Einladung der Medien vom 3. Dezember 2018

 

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