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26.10.2020 | Bund-Länder-Dunkelfeldbefragung

"Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" (SKiD)

Teilnahme an der Studie ist kostenlos, anonym und freiwillig

Die Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2020 (SKiD 2020)“ wird aus Mitteln des Fonds für die Innere Sicherheit durch die Europäische Union kofinanziert.

Die Dunkelfeldbefragung "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" (SKiD) startet im Herbst 2020 in Deutschland. Um zukünftig noch besser auf die aktuelle Kriminalitätsentwicklung reagieren zu können, werden Fragebögen an zuvor zufällig ausgewählte Personen in ganz Deutschland verschickt. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos, anonym und freiwillig. Falls Sie angeschrieben werden, würden wir uns über Ihre Teilnahme an der Studie sehr freuen.

Um Kriminalität effektiv zu begegnen und eine wirksame Kriminalprävention leisten zu können, sind möglichst umfassende Kenntnisse über das aktuelle Kriminalitätsaufkommen und die Entwicklung der Kriminalität in Deutschland erforderlich. Bislang ist das anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik nur teilweise möglich. Denn in dieser wird lediglich das sogenannte Hellfeld erfasst, also jene Straftaten, die entweder bei der Polizei angezeigt wurden oder der Polizei im Zuge eigener Ermittlungen bekannt geworden sind.

Daher wird in der nächsten Zeit eine Bürgerbefragung ("Viktimisierungssurvey") mit dem Titel "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" (SKiD) durchgeführt.

Es handelt sich hierbei um eine Befragung, die mittels Fragebogen durchgeführt wird. Die angeschriebenen Personen wurden zuvor zufällig ausgewählt.

Die Teilnahme an dieser Studie ist freiwillig, zu jeder Zeit kostenlos und anonym. Auf der  Projektseite des BKA werden alle Fragen ausführlich behandelt.

Welche Ziele werden mit der Dunkelfeldstudie verfolgt?

  1. Es sollen Erkenntnissen über die Kriminalitätslage und -entwicklung in Deutschland erlangt werden
    Prävention kann nur gelingen, wenn man weiß, wo man ansetzen muss.
    Die Dunkelfeldbefragung soll daher die vorhandenen Erkenntnisse aus dem polizeilichen Hellfeld, abgebildet durch die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), sinnvoll ergänzen. Erfasst werden somit die Bereiche, die der Polizei nicht bekannt werden. 
    In der Befragung werden dazu Opfererlebnisse zu den Delikten Kraftfahrzeugdiebstahl, Diebstahl aus einem Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeugbeschädigung, Fahrraddiebstahl, Diebstahl von Fahrradteilen, sonstiger Diebstahl, vollendeter und versuchter Diebstahl, Sachbeschädigung, Betrug (innerhalb und außerhalb des Internets), Schädigungen durch Schadsoftware, Onlinebanking-Betrug, Identitätsdiebstahl, Raub, Bedrohung, Körperverletzung (gefährliche und schwere), Beleidung, sexuelle Belästigung, Exhibitionismus, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung erhoben.

  2. Es sollen Informationen gewonnen werden, warum manche Straftaten angezeigt werden und andere nicht
    Um mittels konkreter polizeilicher und gesellschaftlicher Maßnahmen dafür zu sorgen, dass mehr Straftaten angezeigt werden, bedarf es der Kenntnisse über das Anzeigeverhalten und zu relevanten Einflussfaktoren. Diese sind häufig nur dem Opfer selbst bekannt. In der Opferbefragung "SKiD" werden daher Fragen zum Anzeigeverhalten der Opfer und die Gründe für oder gegen eine Anzeige erhoben.

  3. Wie hoch ist das Sicherheitsgefühl und die Kriminalitätsfurcht in der Bevölkerung?
    Nicht nur tatsächlich erlebte Kriminalität, sondern auch die Angst davor können weitreichende Folgen haben, z. B. durch eine geringere Beteiligung am öffentlichen Leben oder durch das Meiden bestimmter Örtlichkeiten. Kriminalitätsfurcht kann außerdem dazu führen, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat gemindert wird. Es liegt daher im Interesse der Polizei, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu beobachten und zu erhöhen. Um hier gezielt die Maßnahmen zu entwickeln und zu implementieren, braucht die Polizei Kenntnisse über die Kriminalitätsfurcht in der Bevölkerung. In der Befragung wird daher eine Vielzahl an Fragen zum subjektiven Sicherheitsgefühl berücksichtigt.

  4. Welche Erfahrungen wurden im Kontakt mit der Polizei gemacht und wie bewertet die Bevölkerung die Polizei?
    Die Polizei spielt als verantwortliche Behörde für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit eine zentrale Rolle in der Gesellschaft. Da sie zur Gewährleistung ihrer Aufgaben außerdem mit besonderen Befugnissen ausgestattet ist, stellt das Vertrauen in die Polizei eine wesentliche Grundlage für das Funktionieren des demokratischen Rechtstaates dar. Kenntnisse über Erfahrungen mit und die Bewertung der Polizei seitens der Bevölkerung eröffnen der Polizei Möglichkeiten der Selbstreflektion und der Feststellung von Handlungsbedarfen.
    In der Opferbefragung „SKiD“ werden verschiedene Fragen zur Meinung über die Polizeiarbeit sowie Polizistinnen und Polizisten im Allgemeinen gestellt. Darüber hinaus werden Kontakterfahrungen mit der Polizei sowie deren Bewertung erhoben.

Alle weiteren Informationen finden Sie auch auf der Projektseite des BKA unter  www.bka.de/skid

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