Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
05.12.2017

Radfahren im Winter

UFFBASSE! - Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Mehr Vorsicht Mehr Rücksicht Sicheres Fahrradfahren bei Schnee und Glatteis

 

Radfahren bei winterlichen Verhältnissen

Fahrrad im Schnee

 

Immer mehr Menschen radeln auch in der nasskalten Jahreszeit mit ihrem Fahrrad zur Arbeit, zum Supermarkt, um ihren Hobbys nachzugehen oder aus Überzeugung!

Generell gilt, bei Glatteis, Schneeglätte oder überfrierender Nässe sollte auf das Radfahren verzichtet werden, denn dann kommen Rad und FahrerInnen schnell ins Rutschen und können stürzen. Dies betrifft auch die geübten RadfahrerInnen. Während eine frische Schneedecke relativ gut befahren werden kann, bergen im Gegenzug festgefahrene Schneedecken wesentlich höhere Risiken.

 

Straßenverhältnisse

Städte und Gemeinden sind verpflichtet, verkehrswichtige innerörtliche Radwege zu räumen und zu streuen. Wenn dem nicht nachgekommen wird, entfällt selbst bei ausgewiesenen Radwegen die Benutzungspflicht und RadfahrerInnen dürfen in diesen Fällen auf die Fahrbahn auszuweichen (Quelle: StVO-Erläuterungen, VDP-Verlag zu § 2 StVO: Unbenutzbare Radwege (z.B. tiefer Schnee, Eis, Löcher) müssen nicht benutzt werden (OLG Naumburg v. 8.12.2011 in NZV 2012, 180)).

Auch wenn ungeräumte Radwege für RadfahrerInnen ein großes Ärgernis und gefährlich sind, werden bei Schneefall in der Regel zuerst die Straßen freigeräumt, damit Not- / Rettungs- und Versorgungswege für die Allgemeinheit frei sind. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dann auch die Radwege freigeräumt. Die Streufahrzeuge schieben bei der Räumung der Fahrbahn oft den Schnee rechts an den Fahrbahnrand. Dies ist aber auch der Bereich, auf dem Radfahrstreifen oder Schutzstreifen markiert sind und von RadfahrerInnen befahren werden. Dadurch entsteht die Gefahr, dass RadfahrerInnen in die Mitte der Fahrbahn ausweichen müssen und von den Pkw-Fahrern nicht rechtzeitig erkannt werden. Gerade in den Morgenstunden, wenn es noch dunkel ist und die meisten Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, tritt dies besonders häufig auf. Kommen zur Dunkelheit noch vereiste Scheiben, Schneefall, Spritzwasser des vorausfahrenden Fahrzeuges oder Eile erschwerend hinzu, können durch das eingeschränkte Blickfeld der genannten Faktoren überaus gefährliche Konfliktsituationen zwischen Rad- und Pkw-FahrernInnen auftreten. Das Risiko eines Unfalls kann in diesem Zusammenhang nur durch besondere Vorsicht und gegenseitige Rücksicht verhindert werden (#MehrVorsichtMehrRücksicht).

 

Verhaltensregeln

RadfahrerInnen können aber auch ohne Fremdeinwirkung bei winterlichen Verhältnissen verunfallen, z. B. durch unangepasste Geschwindigkeit oder falsches Fahrverhalten. Die Verkehrserziehung und -aufklärung empfiehlt daher:

  • Langsamer fahren und mehr Zeit für die Wegstrecke einplanen
  • Mehr Abstand halten
  • In Kurven besonders langsam fahren und weder treten noch bremsen
  • Starke Lenkbewegungen vermeiden
  • Ausrollen lassen anstatt zu bremsen
  • Auf andere Verkehrsteilnehmer achten
  • Besonders vorausschauend fahren

 

Fahrradcheck

Im Winter kommt der Ausstattung des Fahrrades eine besondere Rolle zu. Vor Fahrtantritt sollte daher die Wintertauglichkeit überprüft werden:

  • Funktionstüchtigkeit von Bremsen und Beleuchtung kontrollieren
  • Luftdruck im Reifen etwas absenken
  • Evtl. Sattel und Lenker tiefer stellen
  • Ggfls. spezielle Winterreifen mit und ohne Spikes aufziehen
  • Kette sollte geölt sein und mit Zug sitzen

Wer sich hinsichtlich des sachgemäßen Zustandes unsicher ist, kontaktiert lieber einen Fachmann.

Auch das Fahrradschloss kann bereits vor Fahrtantritt in einen wintertauglichen Zustand versetzt werden. Die Behandlung mit einem Pflege- oder Enteisungsspray im Vorfeld garantiert dass einfache Öffnen und Schließen.

Verschmutzte oder verdeckte und nicht vorhandene beziehungsweise nicht betriebsbereite Beleuchtungseinrichtungen können mit einem Verwarnungsgeld ab 20 Euro geahndet werden. Geschieht in Folge dessen ein Unfall, erhöht sich das Verwarnungsgeld entsprechend. Unabhängig von der Höhe des Verwarnungsgeldes können sich bei einer zivil- bzw. versicherungsrechtlichen Auseinandersetzung erheblichere (Kosten)Folgen ergeben.

 

Winterdienst auf den Frankfurter Straßen

In Frankfurt am Main werden die Straßen und öffentlichen Plätze durch die FES geräumt. Vorrang haben hierbei Haupt- und Durchgangstraßen, sowie Straßen auf denen öffentlicher Personenverkehr fährt und Zufahrtsstraßen zu Krankenhäusern.

Auch um die Räumung der Radwege kümmert sich die FES.

Kontakt FES:

E-Mail: services@fes-frankfurt.de

Tel.:    0800-2008007-0

( Quelle: www.fes-frankfurt.de )

 

Tipp zu guter Letzt

Fahrräder haben keine Knautschzone, so wie Pkws.

Sowohl bei Alleinunfällen als auch bei Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern sind die Unfallfolgen für schwächere Verkehrsteilnehmer daher meist schwerwiegender. Zum Schutz Ihrer Gesundheit empfehlen wir bei extremen Wetterbedingungen das Fahrrad ein Stück zu schieben oder alternativ Bus und Bahn zu nutzen, denn Ihre Gesundheit kann niemand ersetzen.

 

Polizeipräsidium Frankfurt am Main / Direktion Verkehrssicherheit / D 630 - Verkehrserziehung und -aüfklärung /#MehrVorsichtMehrRücksicht