Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
02.03.2018 | Polizeipräsidium Frankfurt Main

#MehrVorsichtMehrRücksicht: Häufige Unfallursache bei Radfahrenden

"Fahren entgegen der Fahrtrichtung"

Banner - Fahren entgegen der Fahrtrichtung

Beschilderung für den beidseitig freigegebenen Radweg in südlichen Adickesallee

Foto:Beschilderung des beidseitig freigegebenen Radweges im Bereich der südlichen Adickesallee, Quelle: PP Frankfurt am Main, D 630

 

Die Stadt Frankfurt am Main fördert den Ausbau des Radverkehrs und immer mehr Menschen in Frankfurt am Main fahren mit dem Fahrrad – die Frankfurter Polizei begrüßt diese Entwicklung. Aber leider tragen auch viele Radfahrende im Stadtverkehr zur Verursachung von Unfällen bei, weil sie z.B. den Radweg in die entgegengesetzte Richtung befahren. Charakteristische Unfallörtlichkeiten sind dann meist Grundstücksein- und -ausfahrten.

Rein rechtlich gesehen ist die Benutzung von Radwegen in die entgegengesetzte Fahrtrichtung erst einmal nicht bzw. nur unter bestimmten Ausnahmen erlaubt.

 

„Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist.

Auflistung der Verkehrszeichen 237, 240 und 241

Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen Radverkehr frei angezeigt ist.

Die Benutzung von - in Fahrtrichtung links - angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden.“

 

Und diese Gefahrenstellen sind eben oft Grundstücksein- und -ausfahrten.

Insbesondere das Einfahren an verkehrsreichen Grundstücksausfahrten stellt auch für den Kraftfahrzeugführer eine besondere Herausforderung dar. Deshalb dürfen die übrigen Verkehrsteilnehmer hier auch eine besondere Sorgfaltspflicht des Kfz-Führers erwarten, der in den fließenden Verkehr einfährt – auch (und das haben Gerichte festgestellt) wenn z.B. der Radfahrende auf der falschen Seite fährt.

Dies darf und kann jedoch kein Freibrief für Radfahrende sein, weil schwächere Verkehrsteilnehmer im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen kein schützendes Blechkleid tragen und im Falle eines Unfalls häufig mit körperlichen Schäden rechnen müssen (Quellen: StVO, VwV zu StVO, sowie u.a. BGH, NJW 1986, 2651, LG Hamburg, Az. 81 S 112/89, KG Berlin, Az. 12 U 6697/91).

 

Anlassbezogene Kontrollmaßnahmen

Um die Verkehrssicherheit zu stärken und um an das wechselseitige Bewusstsein der jeweiligen Verkehrsteilnehmer zu appellieren, wurden zuletzt am Mittwoch, den 21.02.2018 in Frankfurt am Main gemeinsame Verkehrskontrollmaßnahmen initiiert und durch den Verkehrsüberwachungsdienst, das örtlich zuständige 12. Polizeirevier  und die Verkehrserziehung und -aufklärung durchgeführt.

Kontrollörtlichkeit war eine große Tankstellenausfahrt an der Adickesallee an der es in den letzten Jahren immer wieder zu Unfällen kam, weil Radfahrende die falsche Radwegseite benutzten und gerade auch Kraftfahrzeugführer ihrer besonderen Sorgfaltspflicht beim Einfahren in den fließenden Verkehr nicht nachkamen.

Verkehrsunfall zwischen Pkw und Fahrrad

Foto: im Rahmen der Verkehrsunfallaufnahme aus dem Jahr 2017, Quelle: PP Frankfurt am Main, D 610

 

Ziel derartiger Kontrollen ist es, insbesondere Radfahrende auf resultierende Gefahren hinzuweisen und entsprechend zu sensibilisieren. Aber auch Kraftfahrzeugführer die augenscheinlich nicht nach beiden Seiten schauten, wurden kontrolliert und auf ihre besondere Sorgfaltspflicht beim Einfahren in den fließenden Verkehr hingewiesen.

Obwohl die Polizei an diesem Tag an der Tankstellenausfahrt gut sichtbar viele Gespräche mit den Radfahrenden führte, fuhren zwei Kraftfahrzeugführer ohne den Gurt angelegt zu haben und sogar ein Kraftfahrzeugführer mit dem Handy telefonierend in den fließenden Verkehr ein.

Auch diese Kraftfahrzeugführer wurden von einem Kontrollposten angehalten und überprüft, denn bei diesen „Killern im Straßenverkehr“ kennt die Polizei kein Pardon!

 

Unser Rat an alle Verkehrsteilnehmer: #MehrVorsichtMehrRücksicht im Straßenverkehr - zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer und damit gemeinsam für weniger Unfälle auf unseren Straßen !

 

QR-Code für #MehrVorsichtMehrRücksicht des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, Direktion Verkehrssicherheit, D 630 - Verkehrserziehung und -aufklärung