Hessische Polizei - Polizeiautos
 
02.08.2016

Diensthundwesen der Hessischen Polizei

Collage aus mehreren Bildern mit Bezug zu Diensthunden

Aufgabenbereich

Der Fachbereich 9 der Polizeiakademie Hessen ist für die Aus- und Fortbildung der Diensthunde und der Diensthundführerinnen und Diensthundführer der Hessischen Polizei zuständig. Des Weiteren obliegt  dem Fachbereich die Fachaufsicht über die 240 Diensthunde und ihre Diensthundführerinnen und Diensthundführer. Neben der Ausbildung der hessischen Kolleginnen und Kollegen wurden auch schon zahlreiche ausländische Polizeibeamte durch den Fachbereich 9 im Umgang mit dem Hund geschult.
    

Die Ausbildungsstätte

Der Fachbereich 9 ist in der Außenstelle der Polizeiakademie Hessen in Mühlheim am Main untergebracht. Hier stehen den Lehrgangs- und Seminarteilnehmern moderne Unterbringungsmöglichkeiten und Seminarräume zur Verfügung. Des Weiteren befindet sich auf dem Gelände eine Zwingeranlage für die Unterbringung von bis zu 58 Diensthunden. Außerdem gehören ein Hundesportplatz zur Ausbildung in der Unterordnung und im Schutzdienst, sowie ein Auslaufplatz zu den Einrichtungen des Fachbereiches. Weitere Ausbildungsplätze von Hundesportvereinen sind angemietet.
    

Der Diensthund

Um Diensthund der Hessischen Polizei zu werden, muss ein Hund einige Voraussetzungen erfüllen.

Derzeit verfügt die Polizei Hessen über  rund 240 Diensthunde, die mit wenigen Ausnahmen zu fast gleichen Teilen den beiden Hunderassen "Deutscher Schäferhund" und "Malinois" zuzuordnen sind.

Zudem muss der Hund über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen und ein gutes Wesen besitzen. In einem strengen Auswahlverfahren wird der Diensthund auf seine tierischen Veranlagungen geprüft. Wenn der Hund diese Anforderungen erfüllt hat, muss er nur noch die tierärztliche Untersuchung bestehen. Danach steht einer Übernahme des Hundes in den Dienst der Hessischen Polizei nichts mehr im Wege. Das Geschlecht des Hundes spielt beim Ankauf übrigens keine Rolle.
    

Die Diensthundführerin / Der Diensthundführer

Nicht nur die Diensthunde der Hessischen Polizei müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, auch an die Diensthundführerinnen und Diensthundführer werden hohe Anforderungen gestellt. Unter anderem muss die Diensthundführerin / der Diensthundführer folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Abgeschlossenes Studium der Hessischen Polizei
  • Nachweis der sportliche Fitness in Form eines Cooper-Tests
  • Einzeldiensterfahrung
  • Mehrwöchiges Praktikum bei einer erfahrenen Diensthundführerin oder einem erfahrenen Diensthundführer
  • Teilnahme an einem Eignungs-Auswahl-Gespräch
        

Die Ausbildung

Die Diensthunde der Hessischen Polizei werden in den folgenden Bereichen ausgebildet:

  • Schutzhund
  • Fährtenhund
  • Rauschgiftspürhund
  • Banknotenspürhund
  • Sprengstoffspürhund
  • Leichenspürhund

Während des Schutzhundelehrganges werden die Diensthundführerinnen und  Diensthundführer und ihre  Hunde auf ihre späteren Aufgaben im polizeilichen Einzeldienst vorbereitet. Diese Aufgaben bestehen insbesondere aus:

  • Sicherung des Streifenteams
  • Einholen fliehender Personen, auch auf größere Entfernung
  • Einsatz bei Schlägereien
  • Aufstöbern von Einbrechern in Objekten
  • Einsatz bei Demonstrationen
  • Einsatz zum Objektschutz
  • Bedingter Einsatz bei der Suche nach Vermissten

Hierzu finden die Ausbildung der Diensthundführerinnen und Diensthundführer mit ihren Hunden auf einem speziellen Hundeausbildungsgelände und eine praxisnahe Ausbildung in verschiedenen Objekten und Einrichtungen rund um den Fachbereich 9 statt.

Eignet sich ein Diensthund auf Grund seiner Veranlagung  zur Sucharbeit, folgt dem Schutzhundelehrgang ein 3-monatiger Spürhundelehrgang. In diesem Lehrgang  lernt der Diensthund das Aufspüren von Betäubungsmitteln, Sprengstoffen oder Leichen. Allerdings wird der Spürhund nur in einem der drei Bereiche ausgebildet. Eine Kombination der Bereiche ist zwar möglich, aber in der polizeilichen Praxis nicht sinnvolll. Die Ausbildung findet ähnlich wie bei einem Schutzhundelehrgang in einem ersten Teil auf dem Gelände des Fachbereiches 9 und in einem weiteren Teil in Objekten und Einrichtungen in der unmittelbaren Umgebung zum Fachbereich statt.

Nach der erfolgreichen Absolvierung der Lehrgänge werden die Diensthunde durch die Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter der Flächenpräsidien in einer dezentralen Ausbildung unter der Fachaufsicht des Fachbereiches 9 weitergebildet. Des Weiteren werden durch den Fachbereich 9 verschiedene Fortbildungsseminare angeboten, die von den Diensthundführerinnen und Diensthundführern in Anspruch genommen werden können.
    

Das Leben außerhalb des Dienstes und im „Ruhestand“

Auch ein Diensthund hat nach Dienstende „Feierabend“. Diesen verbringt er in der Regel in der familiären Umgebung seiner Diensthundführerin / seines Diensthundführers. Der Diensthund ist oftmals ein Familienmitglied und treuer Begleiter auch außerhalb des Dienstes. Eine enge Bindung des Diensthundes an die Diensthundführerin / den Diensthundführer ist der Garant für eine erfolgreiche Dienstverrichtung.

Der Diensthund muss einmal im Jahr seine Leistung in einer Leistungsstandfeststellung unter Beweis stellen. Sollte der Diensthund auf Grund seines Alters oder einer gesundheitlichen Einschränkung die geforderten Leistungen nicht mehr erfüllen können, geht er in den verdienten „Ruhestand“. Den „Ruhestand“ verbringt der Diensthund bis auf sehr wenige Ausnahmen ebenfalls bei seiner Hundeführerin / seinem Hundeführer und deren Familie.

    

Ihr Ansprechpartner rund um das Diensthundwesen der Polizei Hessen ist Herr Gerold GÜNTHER. Sie erreichen ihn unter der Tel.-Nr.: 06108-7970-0

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