Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
28.08.2019

Mittelhessen statt Bremen und wie die Aktion MAX helfen kann

Verirrter Senior wollte nur kurz einkaufen

Verwirrter 85-Jähriger hat sich verfahren

Es sind solche Fälle, wie sie Polizisten der  Autobahnstation Mittelhessen am Montagabend (26.08.2019) erlebt haben, die Einsatzkräfte nachdenklich machen und Betroffene nachdenklich machen sollten.

Aufmerksamen Verkehrsteilnehmern ist es zu verdanken, dass ein Senior wieder heil nach Hause kam.

 

In extrem langsamer Fahrt meldeten Verkehrsteilnehmer gegen 18.40 Uhr am Montagabend ein Auto auf der Autobahn 5 in Richtung Frankfurt im mittelhessischen Bereich. In Sorge um den Fahrer und seine Verkehrstüchtigkeit ging die Polizei diesem Hinweis sofort nach und konnte kurz darauf an der Anschlussstelle Butzbach das besagte Fahrzeug aufnehmen.

Es folgten mehrere Versuche mit eingeschaltetem „Bitte folgen“ und Anhaltekelle den Fahrer von der Autobahn zu geleiten. Vergeblich, er setze stets seine Fahrt fort. Erst kurz vor Ober-Mörlen konnte die Streife den Fahrer auf dem Standstreifen stoppen. Es stellte sich heraus, dass der Senior keine böse Absicht hatte vor der Streife davon zu fahren. Vielmehr meinte der Fahrer, der durch die Polizei vorgegebene Weg habe nicht seinem Wegverlauf entsprochen.

Aufforderung „Folgen“ auf dem Dach eines Polizeifahrzeuges

Der 85-jährige Mann aus Bremen hatte jede Orientierung verloren.

Am Montagmorgen wollte er zum Einkaufen in ein Geschäft bei Bremen fahren, in dessen Nähe er sich noch immer wähnte. Er ahnte nicht, dass er sich viele hundert Kilometer entfernt befand und seine Familie sich schon lange Sorgen um ihn machte. Schon weit im Reservebereich seiner Tankfüllung fahrend wäre er nicht mehr weit gekommen und sicher bald auf der Autobahn zum Stehen gekommen. Ein Glück gab es aufmerksame Verkehrsteilnehmer, die sich Sorgen machten. Auch ein aufmerksamer LKW-Fahrer, der mit Warnblinklicht hinter dem langsamen Mercedes herfuhr und ihn so absicherte, sei dabei nicht vergessen.

Die Polizei brachte den PKW von der Autobahn, stellte den Führerschein des Bremers sicher, weil er augenscheinlich nicht mehr in der Lage war am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen, und verständigte die Familie, die sich um den 85-Jährigen im Weiteren kümmert und der zunächst zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Logo MAXimal mobil bleiben - mit Verantwortung!

Wie die Aktion MAX helfen kann

Verkehrsteilnehmer jeden Alters können eine Gefahr für sich und andere im Straßenverkehr darstellen, wenn sie nicht verkehrstüchtig sind. Ob gesundheitliche Probleme, Alkoholeinfluss oder Drogen, es gibt viele Gründe warum eine Teilnahme am Straßenverkehr vielleicht nicht (mehr) möglich ist. Auch das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten ist gerade bei Fahranfängern ein häufiger Unfallgrund, dem die Polizei mit viel Präventions- und Aufklärungsarbeit entgegenwirkt. Die eigenen Möglichkeiten einschätzen zu wissen, ist in jedem Alter entscheidend für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr, egal ob als Fußgänger oder mit einem Fahrzeug. Flyer zur Aktion MAX - Eine Verkehrspräventionsaktion für Seniorinnen & Senioren des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Gerade für Seniorinnen und Senioren ist es dabei wichtig, sich über die Veränderungen, die das Alter mit sich bringt, im Klaren sind. Mit viel Lebens- und Fahrerfahrung können diese manchmal ausgeglichen werden, aber eben nicht immer.

2 rote Pfeile Flyer zur Aktion PDF-Symbol (1 MB)

Die Aktion  MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung, greift diesen Gedanken auf. Sie gibt Tipps und Hinweise, wie man auch im Alter – seinen Möglichkeiten entsprechend – sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Regelmäßige gesundheitliche Checks, der Ausgleich durch medizinische Produkte (Sehilfen, Hörgeräte und Co.), die Nutzung von technischen Hilfen (Fahrassistenzsysteme), vor allem aber die Anpassung des eigenen Verhaltens gehören hier dazu.

MAX möchte niemandem den Führerschein „wegnehmen“, MAX möchte Seniorinnen und Senioren und deren Angehörigen unterstützend zur Seite stehen, damit alle sich sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Hier erhalten Sie mehr Infos zum Thema  MAX, einer Initiative von verkehrssicher-in-mittelhessen oder persönlich bei der Geschäftsstelle der Aktion Max:

Aktion MAX - KontaktadressenPolizeipräsidium Mittelhessen
Direktion Verkehrssicherheit / Sonderdienste Geschäftsstelle „verkehrssicher-in-mittelhessen“
Karl-Glöckner-Straße 2,
35394 Gießen
Tel.: 0641-7006 3810 - Mail: Aktion-Max.ppmh@polizei.hessen.de

Mehr zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen und der dazugehörigen Aktion BOB und MAX finden Sie im Internet unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"