Hessische Polizei - Polizeiautos
 
16.09.2020 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Ablenkung im Straßenverkehr

UFFBASSE! und Focus on the Road

UFFBASSE!
 
Focus on the road

 

Da die Unfallursache „Ablenkung“ mittlerweile zu den „Killern im Straßenverkehr“ gehört, hat sich die Polizei Frankfurt am Main zum Ziel gesetzt die Ursachen für Ablenkung im Straßenverkehr zu bekämpfen – Beispielsweise im Rahmen des Verkehrspräventionsprojektes „Gefahrensensibilisierung“ an weiterbildenden Schulen, wie am 07.09.2020, an der Heinrich-Kleyer-Schule (HKS).

Die Berufsschüler wurden im Hinblick auf dei Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert und konnten sich zum Teil selbst ein Bild machen, welche Konsequenzen ablenkende Verhaltensweisen im Straßenverkehr haben können.

#UFFBASSE! und „Focus on the Road“:
Polizeiliche Verkehrspräventionsarbeit zum Thema: „Ablenkung im Straßenverkehr“

Der Blick auf die Straßen bestätigt: Auch in Frankfurt am Main ist die Nutzung von Mobiltelefonen und Kopfhörern bei der Teilnahme im Straßenverkehr weit verbreitet. Betroffen sind alle Verkehrsteilnahmearten, Führer und Führerinnen von Kraftfahrzeugen nutzen das Handy ebenso selbstverständlich wie Radfahrer oder Radfahrerinnen oder Fußgänger oder Fußgängerinnen - eine gefährliche Entscheidung.

Die Polizei Frankfurt am Main informiert seit 2017 mit der Aktion #UFFBASSE! wiederkehrend über Folgen, und Risiken der Unfallursache „Ablenkung“ und erläutert zudem, wie man sich schützen kann. Denn gerade im Straßenverkehr müssen ständig und blitzschnell Entschlüsse gefasst werden. Bemerke ich als Fußgänger mit beim Überqueren einer Straße den von hinten herannahenden Kraftfahrzeugverkehr rechtzeitig? Stelle ich mich als Radfahrer noch neben das Auto, das rechts abbiegen möchte oder bleibe ich dahinter stehen? Muss ich mein Fahrzeug abbremsen, weil die Ampel gerade auf Gelb springt, oder schaffe ich es noch problemlos über die Kreuzung? All diese Handlungen, die Verkehrsteilnehmer scheinbar intuitiv und routiniert ausführen, sind in Wahrheit sekundenschnelle Entscheidungen des Gehirns. Werden sie von anderen Aktivitäten unterbrochen, wird der Entscheidungsprozess gestört und die Unfallgefahr steigt (vgl.: Pressemitteilung der Kampagne „runtervomgas.de“, vom 21.06.2018).

Weil die Unfallursache „Ablenkung“ nach Expertenmeinung mittlerweile zu den „Killern im Straßenverkehr“ hinzugetreten ist und bei der verbotswidrigen Nutzung von Mobiltelefonen nach wie vor von einem besonderen Dunkelfeld ausgegangen werden muss, hat sich die Polizei Frankfurt am Main im Rahmen ihrer Schwerpunktsetzungen das Ziel gesetzt, insbesondere diese Verkehrsunfallursache weiter zu bekämpfen – zum Beispiel im Rahmen des Verkehrspräventionsprojektes „Gefahrensensibilisierung“ an weiterbildenden Schulen oder in Form von Aktionstagen an Berufsschulen, wie zuletzt am 07.09.2020, an der Heinrich-Kleyer-Schule (HKS).

Vor Ort trafen die MitarbeiterInnen der polizeilichen Verkehrserziehung auf Jugendliche und junge Erwachsene aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet, die sich im Alter von ca. 15 – 30 Jahren als Auszubildende in Bereichen wie Mechatronik, Eisenbahnbetriebsdienst, oder Kraftfahrzeug- und Zweiradtechnik in der Berufsausbildung befinden – die meisten sind verkehrserfahren, besitzen eine Fahrerlaubnis und nutzen das eigene Kraftfahrzeug auf dem Weg zur Ausbildungsstätte – kein Wunder, dass die Polizisten mit den Teilnehmern schnell im Thema waren.

Anschaulich und offen berichteten die Berufsschülerinnen und -schüler der HKS über eigene Erfahrungen zum Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“. Fast jeder kannte „slapstick“-artige Situationen, wenn man beispielsweise als Fußgänger gegen die Straßenlaterne stößt, weil der Blick auf das Handydisplay die ganze Aufmerksamkeit einnahm, aber keinem der TeilnehmerInnen war ein ernsthafter oder bleibender Schaden entstanden.

„Genau darin liegt ein wesentlicher Teil des Problems“ berichtet Manuela Schäfer, Verkehrserzieherin beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main. „Weil das Gefahrenpotential vergleichsweise gering erscheint, nutzen zum Beispiel Autofahrer das Handy gerne im Stop-and-go-Verkehr oder während der Rotphase vor einer Ampel, um zu telefonieren oder Nachrichten zu checken. Hierbei stellt sich allzu schnell ein schleichender Gewöhnungsprozess ein, der das Gefahrenbewusstsein mehr und mehr einschränkt. Weil meist nichts passiert, nutzen wir das Handy ungenierter und immer häufiger - denn auch dann geht 999mal alles gut“.

Dass aber nicht immer alles gut geht, zeigt dann der Blick in die Realität.

Radfahrer

Die beiden Beamten gewähren den Teilnehmern den Einblick in die polizeiliche Ermittlungsarbeit und zeigen den jungen FahrerInnen Fotos von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen. Zu sehen sind beispielsweise die Unfallstelle und entstandene Sachschäden an den beteiligten Fahrzeugen.

„Unseren Präventionsstandards entsprechend wollen wir niemanden verstören, sondern zeigen nur Bilder, die auch in den Medien verfügbar sind. Tatsächlich kennen wir aus den Unfallakten aber Details zum Unfallhergang oder der Unfallursache. Darüber reden wir mit den Verkehrsteilnehmern und diskutieren zum Beispiel, was 14m B-L-I-N-D-F-L-U-G ganz praktisch für ihren persönlichen Verkehrsalltag, z.B. direkt vor der Haustür in der Eckenheimer Landstraße, bedeuten können. Das Ziel ist, die TeilnehmerInnen zur Reflektion des eigenen Verkehrsverhaltens anzuregen“ sagt EPHK Thomas Gohla, als Leiter der Verkehrserziehung und -aufklärung beim Frankfurter Polizeipräsidium.

Anschließend tauschten sich die VeranstaltungsteilnehmerInnen darüber aus, wie man der Verlockung, mal kurz zum Handy zu greifen praktisch widerstehen kann - denn auch technische Lösungen, wie die Freisprecheinrichtung oder der „Nicht stören“-Modus in den iOS- oder Android-Einstellungen des Smartphones bergen Risiken oder überzeugen nicht immer. Am Ende hatte jede(r) TeilnehmerIn eine eigene Idee – es gab sogar Teilnehmer, die schalten ihr Handy bei Fahrtantritt einfach aus JJJ.

Mythos Mulititasking
Link zur Seite: https://k.polizei.hessen.de/1299733460

Zum Abschluss verknüpften die BeamtInnen die gewonnenen Inhalte gerne mit einer praktischen Übung zum Thema „Multitasking-Fähigkeit“, um neben den kognitiven Fähigkeiten ganz gezielt auch das Bauchgefühl anzusprechen und die Informationen des Aktionstages wirksamer zu verankern.

Dabei zeigte sich auch an der HKS, dass die TeilnehmerInnen, die neben dem eigentlichen Reaktionstest noch ein Handy im Blick hatten, nicht nur deutlich langsamer reagierten, sondern zudem eine höhere Fehlerquote verursachten. Auf Basis dieser spielerischen Methode konnten schließlich alle VeranstaltungsteilnehmerInnen den Aktionstag als persönlichen (Erkenntnis-)gewinn verbuchen.

 

Deshalb bitte weiter:

#UFFBASSE! Handynutzer erhöhen das Unfallrisiko im Straßenverkehr für sich und andere!