Hessische Polizei - Polizeiautos
 
08.03.2019

Dauerthema Asbest - Wir wollen, dass Sie straffrei bleiben!


Ein Großteil des mit Asbest belasteten Materials, welches einst verbaut wurde, ist noch im Umlauf und vor allem in Form von Welleternit-Platten auf Dächern zu finden. Das bis in die 80er Jahren bei Häusern verbaute Material wird gerade bei Umbau- oder Abrissarbeiten immer wieder zum Problem. Das müsste nicht sein, denn der Umgang mit den gesundheitsgefährdenden Stoffen ist klar geregelt. Wer sich nicht strafbar machen möchte, sollte sich daher gut informieren, selbst wenn er nur Reinigungsarbeiten am Dach vornehmen möchte.

illegal entsorgte Eternitplatten auf einem Feldgrundstück

Foto: illegal entsorgte Eternitplatten auf einem Feldgrundstück

Vom Staub, der beim Umgang mit asbestbelastenden Baustoffen entstehen kann, gehen erhebliche gesundheitliche Gefahren aus. Der entstehende Staub der feinen Naturfasern kann sich in der Lunge festsetzen und ist krebserregend. Bevor diese Gesundheitsgefahr ernst genommen wurde, wurde Asbest insbesondere in Welleternit-Platten verarbeitet, kam aber auch beispielsweise in Fensterbänken, Rauchabzügen, Rohren und Luftschächten aufgrund seiner guten Dämmwirkung zum Einsatz. Bleibt das Material unberührt, geht von ihm keinerlei Gefahr aus. Die Herstellung und der Umgang mit den asbesthaltigen Materialien ist seit vielen Jahren verboten. Erlaubt sind lediglich Abbruch-, Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten. Dabei werden jedoch regelmäßig viele Fehler begangen, die leicht zu vermeiden wären.

Warnschild ASBEST - Quelle: RP Gießen

Verbotsschild ASBEST - Quelle: RP Gießen 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der beauftragt mit notwendigen Arbeiten in diesem Bereich ein vom Regierungspräsidium zugelassenes Unternehmen mit der Ausführung. Privatleute können sich auch selbst an die Arbeiten wagen, es fehlt ihnen aber in aller Regel am nötigen Fachwissen und der vorgeschriebenen Schutzausrüstung. Wer dennoch als Privatmann selbst Hand anlegen möchte, der muss vorab auf jeden Fall umfangreiche Erkundigungen einholen, welche Vorschriften dabei einzuhalten sind.

Hessenwappen mit Hessenlöwe auf weiss/rot gestreiftem Hintergrund

 

Dazu seien die Internetseiten der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen empfohlen, auf denen sich viele wichtige Informationen finden:

RP Darmstadt  Asbestsanierung

RP Gießen  Sicherer Umgang mit Asbeste im privaten Bereich (KB)

 


Nicht nur zum Rückbau an sich, auch zur Entsorgung gibt es entsprechende Regelungen, die einzuhalten sind. Asbesthaltiges Material gilt als gefährlicher Abfall und muss auf zugelassenen Deponien entsorgt werden. Die Kosten dafür sind bei weitem nicht so hoch, wie dies gerne propagiert wird. In jedem Fall sind sie geringer als die Kosten, die bei einem unsachgemäßen Umgang mit den Materialien auf die Betroffenen zukommen könnten. Neben möglichen Geldstrafen muss dabei nämlich regelmäßig Boden abgetragen werden, um ausgetretene Fasern aufzunehmen, was mit erheblichen Kosten für den Verursacher verbunden ist.

Erwähnt sei noch, dass eine Wiederverwendung von asbesthaltigen Produkten verboten ist. Eine zum Beispiel von der ursprünglichen Hauseindeckung stammende Platte, darf nicht nach deren Abbau dort zur Abdeckung des Hasenstalls genutzt werden.

Wer selbst Beobachtungen anstellt, dass Arbeiten im Zusammenhang mit asbesthaltigem Material unsachgemäß durchgeführt werden, der sollte sich ohne zeitlichen Verzug an das örtliche Ordnungsamt der Kommune oder die zuständige Polizeidienststelle wenden. So können diese die notwendigen Schritte einleiten, um Gefahren für die Allgemeinheit abzuwenden.


Sylvia Frech, Pressesprecherin