Hessische Polizei - Polizeiautos
 
08.04.2019 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Aktion MAX in Zahlen

„Besonders eine Altersgruppe verunfallte 2018 besonders oft: Senioren ab 65 Jahren. Fünf ältere Menschen starben – im Vorjahr waren es nur drei. Auch die Anzahl der Unfälle hat laut Verkehrsbericht zugenommen.“

Der, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellte, Verkehrsbericht des PP Frankfurt am Main stellt zwei Gruppen von Verkehrsteilnehmern in den Fokus:

Radfahrende und Senioren verunglückten 2018 im Vergleich zu den Vorjahren besonders häufig. Tragischer Weise musste in beiden Bereichen sowohl der Anstieg der absoluten Zahlen der Gesamtunfälle, als auch der Anteil der leicht und schwer verletzten bzw. getöteten Verkehrsteilnehmer registriert werden.

Das PP Frankfurt am Main hat diese Entwicklung erkannt und wird im Zusammenspiel mit weiteren Institutionen der Verkehrssicherheit mit einem geeigneten Maßnahmenbündel angemessen reagieren.

An dieser Stelle möchten wir die Verkehrsunfalllage von Seniorinnen und Senioren näher betrachten – denn der demographische Wandel in Frankfurt spiegelt sich auch in den Verkehrsunfallzahlen wieder.

Die Bevölkerung Frankfurts steigt seit Jahren stetig an und aktuell wohnen in Frankfurt am Main über 750.000 Mitbürger. Der Anteil der Generation 65+ beträgt etwa 15,7% und hat analog dazu, ebenfalls zugenommen. Dementsprechend leben derzeitig knapp 120.000 Senioren im hiesigen Stadtgebiet, die regelmäßig und in unterschiedlicher Form am Straßenverkehr teilnehmen.

Betrachtet man im Vergleich die Zahl der Verkehrsunfälle der erfahrenen Verkehrsteilnehmer zu den Gesamtunfallzahlen, ist an etwa jedem zehnten Verkehrsunfall ein Verkehrsteilnehmer älter als 65 Jahre beteiligt.

MAX in Zahlen

Abbildung 1: Übersicht der Verkehrsunfälle in Frankfurt am Main (Quelle: PP Frankfurt am Main, Verkehrsbericht 2018)

Bei der Analyse der verschiedenen Altersgruppen, ist auffällig, dass die Seniorinnen und Senioren sowie die Fahranfänger den geringsten Anteil an den Gesamtunfällen haben.

Schaut man sich aber den Fahrleistungsanteil der beiden Risikogruppen an, wandelt sich das Bild. Der Fahrleistungsanteil vergleicht die gefahrenen Kilometer pro Tag mit den Unfallzahlen der jeweiligen Altersgruppe. Sowohl die jungen Fahrer (etwa 78 km pro Tag), als auch die älteren Fahrer (etwa 8 km), legen im Vergleich zu den anderen Altersgruppen weniger Strecke pro Tag zurück. Setzt man dazu die Unfallzahlen in Relation erkennt man, dass diese beiden Altersgruppen häufiger an Unfällen beteiligt sind.

Deshalb sind die Seniorinnen und Senioren die Zielgruppe an der Aktion „MAX“, um sie für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Ein weiterer Grund ist, dass ältere Mitmenschen, sollten sie bei einem Verkehrsunfall verletzt werden, oft viel mehr Zeit für die Regeneration benötigen und es bei manchen dazu führt, dass sie aus Angst vor einem erneuten Unfall nicht mehr am Verkehr teilnehmen.

Bei rund 9 % der Unfälle, an denen die älteren beteiligt waren, wurden sie leicht- oder schwer verletzt oder sogar getötet. Dieses Schicksal ereilte im vergangenen Jahr 275 erfahrene Personen.

Verunglückte Seniorinnen und Senioren

 MAX in Zahlen

Abbildung 2: Anteil der Verunglückten an der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle von Senioren (Quelle: PP Frankfurt am Main, Verkehrsbericht 2018)

Die Hauptunfallursachen bei älteren Verkehrsteilnehmern sind Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, dem Fahrstreifenwechsel, Sicherheitsabstand und beim Abbiegen. Weniger häufig ist die Unfallursache Alkohol oder Geschwindigkeit.

 MAX in Zahlen

Abbildung 3: Hauptunfallursachen älterer Verkehrsteilnehmer (Quelle: PP Frankfurt am Main, Verkehrsbericht 2018)

Um die Anzahl der Verkehrsunfälle von Seniorinnen und Senioren weiter zu reduzieren und ihnen auch künftig die selbstständige, verantwortungsbewusste und sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen, informiert die Polizei die Zielgruppe im Rahmen von diversen Veranstaltungen mit praktischen Tipps und Hinweisen.