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13.08.2019 | Hessisches Landeskriminalamt

Vorschussbetrug - aktuelle Masche soll Ärzte schädigen

Stethoskop und Blutdruckmessgerät

Immer wieder hört man von Betrügern, die Menschen kontaktieren und über verschiedenste kreative Maschen ihre Opfer schädigen. Hintergrund der aktuellen Warnung ist ein sogenannter Vorschussbetrug, bei dem Banden und Einzeltäter einen erheblichen finanziellen Schaden anrichten. Diese agieren international und stellen auf verschiedene Arten den Kontakt zu den Opfern her, die in den meisten Fällen dazu gebracht werden sollen, Bargeldüber- weisungen ins Ausland zu veranlassen. Auch Daten sind ein gern gehandeltes Gut. Betrüger erwirtschaften auf diese Art Millionen.

Eine aktuelle Masche, die es nun gezielt auf Ärzte, Arztpraxen und Kliniken abgesehen hat, beinhaltet das Vortäuschen eines Interesses an einer medizinischen Behandlung. Nach dem Austausch von Informationen wie z. B. Röntgenbildern und anamnestischen Angaben, der die Glaubwürdigkeit unterstreichen soll, erhält der Betrüger einen Kostenvoranschlag mit den geschätzten Kosten für die Behandlung von dem Arzt. Daraufhin sendet er einen Scheck, der den Eindruck erwecken soll, versehentlich zu hoch zu sein. Wenn der Scheck eingelöst ist, wird der Arzt darum gebeten, die Differenz zum vereinbarten Betrag auf ein Auslandskonto „zurück zu überweisen“. In dem Glauben, einen Fehler zu bereinigen, überweist der Arzt oder die Praxis die Geldsumme. Der Betrüger lässt den Scheck platzen und holt sich damit die auf dem Scheck stehende Summe zurück. Zusätzlich behält er die „zurück überwiesene“ Summe.

Um sich zu schützen und Betrügern keine Chance zu geben, sollte man folgendes beachten:

  • Antworten Sie nicht auf verdächtige Kontaktaufnahmen.
  • Löschen Sie Mails direkt, wenn sie nicht nachvollziehbar sind.
  • Veranlassen Sie keine Rückzahlung, wenn ein zu hoher Scheck ausgestellt wurde. Der Scheck kann ungültig gemacht oder zurückgesandt werden. Anschließend kann der Ersteller einen Scheck mit der korrekten Summe ausstellen.
  • Wählen Sie nur sichere Zahlungsmethoden.
  • Lassen Sie sich von Ihrer Bank darüber informieren, wann ein Betrag Ihrem Konto endgültig zugeschrieben wurde und somit die Rückforderung nicht mehr möglich ist.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten preis, wenn der Verdacht besteht, dass es sich um einen Betrug handeln könnte.
  • Klären Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen präventiv über die Gefahr derartiger Kontaktversuche auf.
  • Sollten Sie durch einen Betrug zu Schaden gekommen sein, wenden Sie sich an die Polizeidienststelle in Ihrer Nähe. Diese finden Sie hier:  https://www.polizei.hessen.de/dienststellen-suche/
  • Sichern Sie Beweise z. B. den ausgedruckten Schriftverkehr mit den Tätern und übergeben Sie diesen der Polizei.