Hessische Polizei - Polizeiautos
 
29.11.2018 | Polizeipräsidium Frankfurt Main

Pilotprojekt "Gefahrensensiblisierung für Schülerinnen und Schüler

Fortsetzung der Verkehrspräventionsarbeit an der Ludwig-Börne-Schule

 

Banner - Ludwig-Börne-Schule

Teil 3: Das Folgemodul „Geschwindigkeit“

Reaktions- und Bremsweg bei 50 km/h Geschwindigkeit ergeben 12,5 m

Zwei schwere Verkehrsunfälle vor der Haustür der Ludwig-Börne-Schule in Frankfurt am Main, waren der Anlass, das Verkehrsverhalten von Jugendlichen im Rahmen des Pilotprojekts „Gefahrensensibilisierung“ näher zu betrachten. Bei der gemeinsamen Diskussion mit Schülern und Lehrern traten zwar keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse zum Vorschein – anhand einer Geschwindigkeits- und Bremsvorführung wurde jedoch umso deutlicher, wie wesentlich die Kombination von theoretischem (Basis-)Wissen mit lebensnahen Erfahrungen ist, um Jugendliche zu animieren, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und anzupassen.

Bereits im Grundmodul der Gefahrensensibilisierung hatten die Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Börne-Schule erkannt, dass der Faktor „Mensch“ die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr darstellt und wie wichtig gerade deswegen ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht bei der Teilnahme im Straßenverkehr sind.

Im Rahmen einer Geschwindigkeits- und Bremsvorführung des ADAC Hessen-Thüringen hatten die Jugendlichen nunmehr die Gelegenheit, ihr theoretisches Wissen inhaltlich zu vertiefen. In Zusammenarbeit zwischen der Ludwig-Börne-Schule, den städtischen Behörden und der Frankfurter Verkehrserziehung konnte am 28.11.2018 der in unmittelbarer Nähe gelegene Sackgassenbereich der Seilerstraße abgesperrt und zu einer praxisnahen Demonstration genutzt werden.

Die Schülerinnen und Schüler erlebten dabei hautnah, wie sich ein Pkw bei einer Gefahrenbremsung verhält und wie relevant der Tempounterschied von 30 km/h und 50 km/h im Alltag tatsächlich sein kann.

Kam das genutzte Fahrzeug auf trockener Fahrbahn bei Tempo 30 km/h innerhalb von 4,5m zum Stillstand, verdreifachte sich der Bremsweg bei Tempo 50 km/h bereits.

„Das war den Schülern und selbst mir nicht bewusst“ lautete die authentische Reaktion einer begleitenden Lehrkraft, „und dabei ist der Reaktionsweg ja noch nicht mal mit eingerechnet“ ergänzte ein Schüler.

Polizeilich wurde die Aktion durch den Einsatz einer unangekündigten und „zivilen“ Geschwindigkeitsmessung begleitet. Das überraschende Ergebnis der 3stündigen Überwachung ergab, dass sich alle Kfz-Führer im Bereich der Lange Straße an das gültige Tempolimit von 50 km/h gehalten hatten. Das Resultat werden wir als Polizei Frankfurt in den kommenden Wochen, insbesondere zu Schulbeginn und –ende, weiter überwachen.

 

Demonstration des Bremsweges eines PKW bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h (2,5 MB) - Demonstration des Bremsweges eines PKW bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h

Im Rahmen der Geschwindigkeitsvorführung wird deutlich, wie relevant sich der Bremsweg eines Pkw erhöht, wenn die gefahrene Geschwindigkeit von Tempo 30 km/h auf 50 km/h steigt. Das im Video überfahrene Hütchen symbolisiert dabei das Ende des Bremswegs bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Ein Pkw kommt hier bereits nach etwa 4,5m zum Stehen. Bei Tempo 50 km/h erhöht sich der Bremsweg um ein Vielfaches. Im Rahmen einer Gefahrenbremsung bemisst sich der reine Bremsweg, selbst bei günstigen Witterungs- und Straßenverhältnissen, auf etwa 12,5 m. Die Distanzen, die im Verlauf der Reaktionszeit zurückgelegt werden, addieren sich im Verkehrsalltag noch hinzu.

Zum Abschluss des Tages bedanken wir uns bei den Mitarbeitern der ADAC-Geschäftsstelle Frankfurt am Main für die professionelle und zielgruppengerechte Präsentation der Themen.

 

Polizei Frankfurt a.M. - für Eure Sicherheit im Straßenverkehr.

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