Hessische Polizei - Polizeiautos
 
24.04.2020

Kontrollen und Maßnahmen entlang der B 276

Konsequentes Vorgehen gegen Verkehrsraudies

Mit Videostreifen-Krädern unterwegs in Mittelhessen 
Nachdem die  Saison für Motorradfahrer vor wenigen Wochen startete, ereigneten sich in den letzten Tagen zwei folgenschwere Verkehrsunfälle entlang der Bundesstraße 276 bei Laubach. In beiden Fällen verstarben zwei Motorradfahrer im Alter von 22 und 58 Jahren noch an der Unfallstelle. Bereits im letzten Jahr hatten sich dort mehrere schwere Zweiradunfälle im gleichen Zeitraum gehäuft.
 
„Wir wissen, dass ein Großteil der Motorradfahrer sich an die Regeln hält und die Gefahren richtig einschätzt. Im letzten Jahr mussten wir dennoch 18 schwere Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren, auf der Bundesstraße 276 bei Laubach beklagen. Dabei kamen drei Personen ums Leben. 13 Personen wurden verletzt. Wir wollen die Motorradfahrer zu einem angemessenen defensiven Fahrverhalten sensibilisieren, aber auch gegen Uneinsichtige konsequent vorgehen. Darüber hinaus ist die Polizei auch bei verkehrs- und straßenbaubehördlichen Maßnahmen, mit denen die schlimmen Unfälle reduziert werden können, beteiligt. Die Umsetzung obliegt den jeweils zuständigen Behörden.“ so Polizeipräsident Bernd Paul.
 
Die  Unfallstatistik für die Strecke zwischen Laubach und der Kreisgrenze zum Vogelsbergkreis spricht eine deutliche Sprache. Der große Teil der Unfälle geht auf das Konto der Motorradfahrer. Bei diesen Unfällen sind die zu hohe Geschwindigkeit und das Abkommen von der Straße die Hauptunfallursache für die Unfälle, bei denen Personen schwer verletzt wurden oder ums Leben kamen. Die Tabelle zeigt die Unfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren und verletzt wurden. Sie stellt den Bereich zwischen Laubach und der Kreisgrenze dar, einem Streckenabschnitt von ca. acht Kilometer Länge.
 
Diagramm: Motorradunfälle im Jahresvergleich 2015 bis 2019
Diagramm: Motorradunfälle im Jahresvergleich 2015 bis 2019
 

Kontrollen am kommenden Wochenende
 
Die  Polizei in Mittelhessen will mit massiven Geschwindigkeitskontrollen, technischen Fahrzeugüberprüfungen und Gesprächen auf die Gefahren und Grenzen, die überschritten werden können, hinweisen. So sollen am kommenden Wochenende Verkehrskontrollen entlang der überregional bekannten Strecke durchgeführt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des  Verkehrsdienstes und der  Polizeistation Grünberg schauen dabei insbesondere an den „Hotspots“ der kurvenreichen Strecke nach dem Rechten. Zum Einsatz sollen dabei auch die  Videokräder der mittelhessischen Polizei kommen. Diese Motorräder haben entsprechende Technik an Bord und zeichnen das Fehlverhalten beweisgesichert auf.
 
Die Mitarbeiter/innen der Verkehrsdienste kontrollieren an den
Archivfoto: Die Mitarbeiter/innen der Verkehrsdienste kontrollieren an den "Hotspots" der Bikerszene 
 
Corona-Verordnung greift auch bei Bikern
 
Für den Start dieser Saison gelten im Verhalten untereinander besondere Regeln – auch für die Motorradfahrer. Die hessische Corona-Verordnung regelt den Aufenthalt im öffentlichen Raum. Sie beschränkt dort den Kontakt auf nur einer weiteren nicht im eigenen Haushalt lebenden Person oder im Kreise der Angehörigen des eigenen Haushaltes. Wichtig ist bei Begegnungen die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Meter. Zudem untersagt die Verordnung öffentliche Verhaltensweisen, die geeignet sind, das Abstandsgebot von 1,5 Meter zu gefährden. Zuletzt hatte es Hinweise und Beschwerden darüber gegeben, dass sich einige Motorradfahrer während der Pandemielage an Parkplätzen und Zufahrten entlang der B 276 treffen und sich nicht an die Abstandsregelungen halten. Die Polizei appelliert in diesem Zusammenhang, auf solche Treffen zu verzichten und keine Pausen an den Hotspots einzulegen. Sollten sich Kradfahrer nicht an diese Vorgaben halten und uneinsichtig reagieren, so kann ein Platzverweis und eine Anzeige folgen.
 

Jörg Reinemer, Pressesprecher