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20.11.2018 | Polizeipräsidium Frankfurt Main

Kriminalpolizei warnt vor Fake-Shops

Woran erkenne ich einen Fake-Shop?

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch das Thema Geschenke. Eine Vielzahl der Deutschen kaufen diese online. Doch nicht alle Onlineshops sind seriös und liefern die Ware aus.

Erst im vergangenen Jahr hatte ein „Fake-Shop“ bundesweit von sich Reden gemacht: K. K. Gregor Technik GmbH. In dem Zeitraum von August 2017 bis Mitte November 2017 wurden auf der Internetseite www.kkgtechnik.de technische Geräte aller Art zu einem sehr günstigen Preis zum Kauf angeboten. Anfänglich lieferte das Unternehmen die Ware noch aus. Doch schon nach wenigen Wochen erhielten die Kunden keine Ware mehr und blieben auf den Kosten sitzen.

Mehr als 28.500 Geschädigte, 11,7 Millionen Euro Schaden und drei Festnahmen sind das bisherige Ergebnis der umfangreichen Ermittlungen. Damit handelt es sich um den bislang größten ermittelten Fake-Shop bundesweit.

Die drei Tatverdächtigen, 32, 48 und 65 Jahre alt, befinden sich in Untersuchungshaft.

Damit das Onlineshopping kein Reinfall wird, warnt die Frankfurter Kriminalpolizei nun aufgrund der bevorstehenden Weihnachtszeit und der damit einhergehenden Online-Einkäufe eindringlich vor Fake-Shops!


Hinweise, woran man einen Fake-Shop erkennen kann, finden Sie hier:

Die folgenden Punkte können ein Indiz dafür sein, dass beim Onlineshopping Vorsicht geboten ist und es sich bei der besuchten Internetseite um einen Fake-Shop handelt. Da Fake-Shops zunehmend professioneller werden, sind die Hinweise anbei nicht als abschließend zu betrachten.

 

Beispiel eines Fake Shops - Teil 1

 

1. URL - Ist die Web-Adresse schlüssig?

Sollte die URL einen anderen Namen aufweisen als der Shop, kann dies ein Indiz für einen Fake-Shop. Ist in der URL beispielsweise ein Bezug zu Fahrzeugteilen oder Ähnlichem erkennbar, im Shop wird allerdings nur Unterhaltungselektronik angeboten, sollten Sie Vorsicht walten lassen!

Die Endung der URL kann ebenfalls Hinweise auf die Seriosität der Internetseite geben. Seriöse Shops nutzen in der Regel „.de“-, „.com“- oder „.eu“-Endungen. Endungen wie „.xyz“ „.info“ oder „.club“ werden dahingegen häufig von Fake-Shops verwendet.

Beispiel:

www.onlineshop.de (eher seriös)

www.onlineshop.xyz (eher unseriös)

 

2. PREISE – Ist der Preis sehr niedrig?

Nicht jedes günstige Angebot muss bedeuten, dass es sich um einen betrügerischen Onlinehandel handelt. Sollte der Preis jedoch bei fast allen Produkten deutlich unter dem üblichen Marktpreis liegen, könnte es sich um einen Fake-Shop handeln. Und dann heißt es: Finger weg!

Es ist bei sehr günstigen Preis ratsam zu recherchieren, welchen Preis andere Anbieter für dasselbe Produkt verlangen.

 

3 .RECHTSCHREIBFEHLER – Die Internetseite ist voll mit Rechtschreibfehlern und fehlerhaften Umlauten?

Offensichtliche Rechtschreibfehler sprechen in der Regel dafür, dass es sich um einen unseriösen Anbieter handelt. Werden beispielsweise Umlaute falsch dargestellt, deutet dies darauf hin, dass der Shop im Ausland erstellt wurde und es sich möglicherweise um einen betrügerischen Onlineshop handelt.

 

Beispiel eines Fake Shops - Teil 2

 

4. AGB - Ist eine schlüssige AGB vorhanden?

Die AGB sollte sich explizit auf die verantwortliche Firma beziehen. Auch hier sprechen Rechtschreib- oder Formatierungsfehler für einen Fake-Shop.

 

5. IMPRESSUM - Sind die Angaben schlüssig?

Besteht ein schlüssiges Impressum mit Handelsregisternummer, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Firmensitz? Überprüfen Sie die Angaben im Impressum. Unter www.handelsregister.de können Sie beispielsweise überprüfen, inwieweit ein in Deutschland ansässiges Unternehmen tatsächlich im Handelsregister aufgeführt ist. Hierzu kann die sogenannte „HRB-Nummer“ unter der Rubrik „normale Suche“ eingegeben werden.

 

6. ZAHLUNGSARTEN – Wie viele und welche Zahlungsarten werden angeboten?

Welche Zahlungsarten werden angeboten? Kann man ausschließlich per Vorkasse zahlen, ist Vorsicht geboten! Die meisten seriösen Onlineshops bieten verschiedene Zahlungsarten an; z.B. per Kreditkarte oder Kauf auf Rechnung.

 

7. FIRMENSITZ - Existiert der genannte Firmensitz?

Gibt es die genannte Adresse überhaupt? Aufschluss darüber kann zum Beispiel die Suche über eine Suchmaschine ergeben.

 

8. TELEFONISCHE ERREICHBARKEIT – Ist das Unternehmen telefonisch erreichbar?

Wenn bei wiederholten Anrufversuchen zu den normalen Geschäftszeiten niemand zu erreichen ist oder lediglich eine Bandansage abgespielt wird, sollten Sie skeptisch werden.

 

9. PRÜFSIEGEL – Verfügt der Onlineshop über einen Prüfsiegel? Ist dieser echt?

Prüfsiegel sind in der Regel ein Indiz dafür, dass es sich um einen seriösen Onlineshop handelt. Diese können unter Umständen jedoch auch frei erfunden sein. Gängige vertrauenswürdige Siegel sind zum Beispiel: TÜV, Trusted Shops, EHI geprüfter Onlineshop usw.

Achtung: Das Zertifikat ist nur dann echt, wenn Sie beim Anklicken des Siegels auf die Webseite der zertifizierenden Stelle weitergeleitet werden! Diese Internetseite können Sie wiederum anhand der URL überprüfen.

 

10. REZENSIONEN – Wie wurde der Onlineshop bisher bewertet?

Gibt es bereits Warnmeldungen oder negative Rezensionen auf unabhängigen Internetseiten? Sollte dies der Fall sein, ist Vorsicht geboten!

 


 

Was mache ich, wenn ich vermute einem Fake-Shop auf die Schliche gekommen zu sein?

Sollten Sie den Verdacht haben, dass es sich bei einem vermeintlichen Onlineshop um einen Fake-Shop handeln könnte, melden Sie dies unbedingt der Polizei! So bewahren Sie möglicherweise andere davor, Opfer des Betrugs zu werden.

 

Wo und wie kann ich Strafanzeige erstatten?

Strafanzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle erstattet. Notieren Sie sich die URL des mutmaßlichen Fake-Shops und halten Sie diese für die Anzeigenerstattung bereit.

Sollten Sie bereits eine Bestellung getätigt und möglicherweise eine Zahlung veranlasst haben, so bringen Sie zur Strafanzeige am besten den gesamten Schriftverkehr sowie einen Überweisungsbeleg über die erfolgte Zahlung mit.