Hessische Polizei - Polizeiautos
 
08.10.2020 | 75 Jahre Hessisches Landeskriminalamt

Überblick

Jodbedampfer Marke Eigenbau: Mit einer abenteuerlichen Konstruktion gingen die Kriminaltechniker auf die Suche nach Fingerabdrücken.

Das Hessische Landeskriminalamt feiert 75. Geburtstag. Der Name und die Organisation des Amtes haben sich im Laufe des vergangenen Dreivierteljahrhunderts verändert. Die Ziele der Landesbehörde – Kriminalität zu bekämpfen und einen wesentlichen Betrag zur Sicherheit zu leisten – sind geblieben.

Knapp drei Dutzend Frauen und Männer machten den Anfang: Sie legten wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Grundstein für das Hessische Landeskriminalamt. Heute arbeiten für die Behörde mit Sitz in Wiesbaden über 950 Menschen.

Die Gründung des Hessischen Landeskriminalamts – deutschlandweit das erste Amt seiner Art – fiel in eine turbulente Zeit: Der Polizeiapparat musste nach Ende des Terrorregimes der Nationalsozialisten neu organisiert werden. Den amerikanischen Besatzern war es wichtig, eine Machtkonzentration zu vermeiden, dennoch stimmten sie der Einrichtung der zentralen Behörde zu. 

Ein Amt, viele Namen

Gleich mehrfach wurde das junge Amt in den ersten Jahren umbenannt, hieß bei seiner Gründung im September 1945 „Zentralstelle zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen“, ab Dezember 1945 dann „Landeskriminalpolizeiamt“ und nur wenig später „Landeskriminalbüro“. Erst 1956 erhielt die Behörde ihren gegenwärtigen Namen.

1965 trat das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Kraft und schuf einen bis heute geltenden Rechtsrahmen: Das Hessische Landeskriminalamt ist demnach die „zentrale Dienststelle der Kriminalpolizei des Landes“ und bearbeitet Strafsachen, wenn es der Innenminister allgemein oder im Einzelfall anordnet, die zuständige Polizeidienstelle darum ersucht oder wenn es dies wegen der Bedeutung der Tat für erforderlich hält.

Unterstützung der hessischen Polizeipräsidien

Die Zuständigkeiten und Arbeitsweisen des Hessischen Landeskriminalamts veränderten sich in den vergangenen 75 Jahren stetig, immer angepasst an die Kriminalitätsentwicklung und den technischen und wissenschaftlichen Kenntnisstand. Hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hessischen Landeskriminalamts anfangs vielfach mit Nachkriegskriminalität – etwa Fälschungen von Lebensmittelmarken – und mit dem Sammeln von polizeilich relevanten Informationen zu tun, sind sie heute in den Bereichen „Schwere und Organisierte Kriminalität“, „Polizeilicher Staatsschutz“ und „Cybercrime-Ermittlungen“ tätig. Die Behörde unterstützt zudem die hessischen Polizeipräsidien bei Ermittlungen und Einsätzen, im Kriminalwissenschaftlichen und -technischen Institut arbeiten Vollzugsbeamtinnen und -beamte mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Hand in Hand.

Das Amt ist Dienstleister und Servicestelle der hessischen Polizei, Informations- und Kommunikationszentrale, Impulsgeber und mehr. Es arbeitet in enger Kooperation mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern der Bundesländer zusammen, ist international vernetzt.

COVID-19-Pandemie wirbelt Pläne zum Jubiläum durcheinander

Ein engagiertes Organisationsteam des Hessischen Landeskriminalamts hatte rund um das Jubiläum viel vorbereitet: Neben einem Festakt im Biebricher Schloss mit geladenen Gästen sollten Bürgerinnen und Bürger an mehreren Wochenenden bei geführten Krimi-Touren durch das Amt die Möglichkeit haben, einen fiktiven Mordfall zu klären und dabei die Behörde, ihre Aufgaben- und ihr Leistungsspektrum kennenzulernen. Eine Chronik wurde erstellt. Zudem war eine behördeninterne Feier geplant. Dann kam die COVID-19-Pandemie und damit auch Veranstaltungsverbote und Abstandsregelungen.

Sabine Thurau, Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts, sagt: „Natürlich ist es sehr schade, dass wir das 75-jährige Bestehen unserer Behörde nicht wie geplant feiern können. Wir blicken jedoch nach vorne und hoffen, die Veranstaltungen nachholen zu können, sobald dies bedenkenlos möglich ist.“