Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
04.04.2017

Freiwilliger Polizeidienst (FPolD) in Eichenzell eingeführt

Vier Polizeihelferinnen oder Polizeihelfer wollen die Kommune Eichenzell und das Polizeipräsidium Osthessen in den kommenden Wochen in Eichenzell einsetzen. Interessierte können sich ab sofort bewerben. Nach einer 50-stündigen Ausbildung sollen sie ihren Dienst antreten - ob am Bahnhof, vor Schulen und Kindergärten, bei Großveranstaltungen wie dem Gartenfest oder auch vor den Jugendräumen der Gemeinde. Dies ist allerdings nur ein erster Schritt.

Bürgermeister Dieter Kolb sagt, der Freiwillige Polizeidienst solle Präsenz zeigen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessern. Mit etwa 720 Dienststunden pro Jahr kalkuliert die Gemeinde. Ein Polizeihelfer bekommt pro Stunde eine Aufwandsentschädigung von sieben Euro. Das macht Gesamtkosten von 5000 Euro pro Jahr.

Innenstaatssekretär Werner Koch,  der die Vereinbarung als Vertreter des Landes unterzeichnete, lobte die Entscheidung der Verantwortlichen in Eichenzell. "Der Freiwillige Polizeidienst ist ein Element der hessischen Sicherheitsarchitektur. Und Sicherheit ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität." Koch betonte, die ehrenamtlichen Helfer seien keine Vollzugspolizisten, sie seien "Nachbarn in Uniform", die für die Bürger vor Ort ansprechbar seien, die Präventionsarbeit leisteten und Präsenz zeigten. "Wir legen dabei Wert auf eine gute Auswahl und wollen keine Rambos oder Draufgänger", sagte Koch. Hessenweit sind derzeit rund 380 Polizeihelfer in 94 Kommunen im Einsatz - Tendenz steigend. Koch: "Das Thema nimmt insgesamt wieder Fahrt auf."

Fuldas Polizeipräsident Voß sagte, er sehe die Polizeihelfer in den Kommunen als "wandelnde Notrufsäulen". Die Polizei wird die Bewerberinnen und Bewerber, die in Frage kommen, schulen und ausbilden. Zum 1. Juli, so hofft Voß, sollen die avisierten vier Polizeihelfer in Eichenzell ihren Dienst antreten.

Der Bürgermeister fasst jetzt, da das Projekt unter Dach und Fach ist, bereits den nächsten Schritt ins Auge. Kolb strebt eine Kooperation beim Freiwilligen Polizeidienst an - zuvorderst mit Petersberg aber auch innerhalb der gesamten Stadtregion. Der Vorteil: Die Polizeihelfer könnten - gerade bei größeren Veranstaltungen - flexibler eingesetzt werden. Und es winken Fördermittel. Denn interkommunale Projekte werden durch das Land unterstützt. 25.000 Euro - diese Summe nennt Kolb. "Damit könnten wir die Polizeihelfer fünf Jahre lang finanzieren", rechnet er vor.
(Text: Eike Zenner / Fuldaer Zeitung)

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