Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
21.03.2017

Verkehrsbericht 2016 - Polizeipräsidium Osthessen

Weniger Verunglückte auf Osthessens Straßen - Zahl der Wildunfälle steigt

Teaserbild - Verkehrsbericht 2016 - Polizeipräsidium Osthessen

2 rote Pfeile Gesamtverkehrsbericht 2016 - Polizeipräsidium Osthessen -  (1,30 MB)

 

Teilnehmer der Veröffentlichung in Fulda


Vorstellung Verkehrsbericht 2016 beim Polizeipräsidium Osthessen


Gesamtbetrachtung

Im Jahr 2016 ereigneten sich auf den Landstraßen und Autobahnen in den drei osthessischen Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und dem Vogelsbergkreis insgesamt 11.040 Verkehrsunfälle. Das sind 145 (1,3 %) mehr als im Jahr zuvor.

Erfreulicherweise sind jedoch im vergangenen Jahr weniger Menschen bei Verkehrsunfällen in Osthessen verunglückt! Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten, schwer- oder leichtverletzten Menschen sank um 84 auf insgesamt 2.271. Das entspricht einem Prozentsatz von rund 3,6 %. Wie bereits im Vorjahr sind im aktuellen Berichtszeitraum bei 22 Verkehrsunfällen (-2) insgesamt 24 Personen tödlich verunglückt. Der hier im vergangenen Jahr vermeldete „historische Tiefstand“ hat sich damit stabilisiert. Während bei der Summe der schwerverletzten Personen ein Anstieg um 39 von 560 auf 599 Fälle zu verzeichnen ist (rund 7 %) sank die Zahl der Leichtverletzten um 123 von 1.771 auf 1.648, was einem Rückgang von rund 7 % entspricht. Die Höhe der bei allen Unfällen entstandenen Sachschäden stieg 2016 im dritten Jahr in Folge. Sie beläuft sich 2016 auf rund 42 Millionen Euro (+ 5 %).

Wesentlicher Grund für den Anstieg der Gesamtunfallzahl ist die Zunahme der Wildunfälle. Fast jeder vierte Unfall (24,1 %) in Osthessen fällt unter diese Kategorie. Sie erhöhten sich von 2.533 um 120 auf 2.664. Das entspricht einer Steigerung um rund 4,7 %. Glücklicherweise enden Wildunfälle zumeist mit Sachschaden. Nur 28-mal kam es zu Personenschäden, wobei 30 Menschen leichte- und vier schwere Verletzungen erlitten.


Straßenklassen

Rund ein Fünftel aller Unfälle in Osthessen ereigneten sich auf den Autobahnen (2.292 entsprechend 21 %). Ihre Anzahl sank um 134, was einem Rückgang von rund 5,5 % entspricht. Auf Bundes- Landes- und Kreisstraßen, die unter dem Oberbegriff „Landstraße“ zusammengefasst sind, kam es 2016 außerhalb geschlossener Ortschaften zu 4.043 Unfällen. Das Niveau bewegt sich in etwa auf dem des Vorjahres (+77 entsprechend 1,9 %).

Innerorts zählt die osthessische Polizei 4.705, mithin 202 Verkehrsunfälle mehr als im Jahr zuvor. Trotz des Anstieges um rund 4,5 % enden diese Verkehrsunfälle zumeist mit Sachschäden. Bei Unfällen innerorts kamen drei Personen ums Leben. Das sind zwei weniger als im Vorjahr.

Außerorts nimmt die Schwere der Unfallfolgen zu, vor allem, weil die gefahrenen Geschwindigkeiten höher sind als innerorts. Bei einem Anteil am gesamten Unfallaufkommen auf diesen Strecken von lediglich 37 % sind hier die meisten getöteten Unfallopfer zu beklagen. So starben nach Unfällen auf Landstraßen außerhalb von Ortschaften 18 Menschen. Das sind vier mehr als noch im Jahr 2015.
Auf den Autobahnen kamen drei Personen ums Leben. Im Vorjahr waren es noch sieben.
Die Anzahl der schwerverletzten Unfallopfer stieg sowohl auf Autobahnen als auch auf den Außerortsstrecken. Auf den Autobahnen erhöhte sie sich um rund 10 % von 108 auf 119. Auf den Landstraßen betrug die Steigerung rund 22 % von 223 auf 273!
Hauptursache aller Unfälle mit schweren Folgen ist nach wie vor nicht angepasste, zu hohe Geschwindigkeit. Für die Polizei bedeutet dies, dass auch in Zukunft besonders die Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften sowie die Autobahnen im Fokus ihrer Maßnahmen stehen.

Neben der Beratung bei der sicheren Gestaltung des Verkehrsraumes, der Erkennung und Entschärfung von Unfallhäufungsstellen, bleiben hier besonders Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Verkehrserziehung Instrumente der Polizei.

Um zukünftig kurzfristig auf entstehende Unfallschwerpunkte reagieren zu können, hat das PP Osthessen einen sogenannten „Enforcement Trailer“ beschafft. Diese Art der Geschwindigkeitsmessanlage ist komplett auf einem Pkw-Anhänger installiert. Mit ihr kann man langfristig oder permanent den Verkehr an Stellen, die nicht über die für eine stationäre Messstelle erforderliche Infrastruktur verfügen, überwachen.

Unfallflucht – kein Kavaliersdelikt

Bei jedem fünften Verkehrsunfall (20,1 %) entfernte sich mindestens einer der Beteiligten unerlaubt von der Unfallstelle. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten sank von 2.310 im Jahr 2015 um 91 Fälle auf 2.219 in 2016. Wenig erfreulich ist die Tatsache, dass im vergangenen Jahr mehr Unfallbeteiligte nach Unfällen mit Personenschäden geflüchtet sind. Deren Zahl nahm um 25 auf 115 Fälle zu. Das entspricht einer Steigerung um fast 28 %. Wie im Vorjahr ereignete sich ein tödlicher Unfall, nach dem die Polizei Ermittlungen wegen Verkehrsunfallflucht aufnehmen musste. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten, bei denen der Verdacht einer Unfallflucht bestand, stieg von 15 auf 27. Bei Unfällen mit Leichtverletzten verzeichnet die Polizei eine Zunahme von 95 auf 106. Erfreulich ist die um einen Prozentpunkt gestiegene Aufklärungsquote von 42 %. Die Polizei dankt an dieser Stelle vor allem den aufmerksamen Zeuginnen und Zeugen für ihre Hinweise, die vielfach zur Tatklärung beitrugen. Das Risiko für Verkehrsteilnehmer, nach einer Unfallflucht überführt zu werden, ist damit nicht unerheblich. Neben der Schadensregulierung kommt auf sie auch noch ein Strafverfahren zu, an dessen Ende Geld- oder Freiheitsstrafe stehen kann.

Risikogruppen

Kinder und Jugendliche

Die Anzahl an Verkehrsunfällen, an denen Kinder beteiligt waren, ist in Osthessen auf einem niedrigen Niveau. Ihre Zahl sank 2016 von 113 auf 102. Auch die Zahl der verunglückten, also der bei einem Unfall leicht oder schwer verletzten Kinder, ging um fast 16 % von 120 auf 101 Fälle zurück. Schön zu berichten ist, dass im Jahr 2016 das dritte Jahr in Folge kein Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
Auch die Zahl der Unfälle mit beteiligten Jugendlichen ging im Berichtszeitraum um rund 10 % von 179 auf 161 zurück. Genauso reduzierte sich die Zahl der Verunglückten von 149 im Jahr 2015 auf 130. Entgegen diesem erfreulichen Trend stieg die Anzahl der Getöteten um eine Person.  Schwer verletzt wurden 55 Jugendliche; sieben mehr als im Jahr zuvor.

 

 

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