Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
22.06.2017

Unterwegs als wandelnde Notrufsäulen

Drei neue freiwillige Polizeihelfer in Eichenzell

Ein Signal für mehr Sicherheit und Prävention: In Eichenzell sind gestern drei freiwillige Polizeihelfer in den Dienst aufgenommen worden. Sie werden in Eichenzell und den Ortsteilen Streife laufen und ein Bindeglied zwischen Bürger und Polizei sein.

Die Gemeindevertretung hatte im November vorigen Jahres für die Einführung des freiwilligen Polizeidienstes gestimmt. Seit gestern sind nun Torsten Hohmann, Sandy Hasenauer und Meikel Singh auf Eichenzells Straßen unterwegs. „Sie sind nun Teil der Familie der Polizei. Und Sie sind genauso wichtig wie die anderen“, sagte Polizeipräsident Günther Voß beim Austeilen der Dienstausweise. Die Helfer sollen „Ansprechpartner für die Bürger“ und „wandelnde Notrufsäulen“ sein.

Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) hat schon Ideen, wo die Helfer eingesetzt werden können: bei Großveranstaltungen wie dem Gartenfest etwa, auf Flohmärkten oder als Aufpasser am Schulweg. „Wir haben in Eichenzell keine Brennpunkte, aber der Polizeidienst soll dort präsent sein, wo sich die Bürger unsicher fühlen“, betonte Kolb. Zum Beispiel soll auch in Parkanlagen Streife gelaufen werden – alles in Absprache mit der Polizei. Dabei darf jeder Helfer maximal 25 Stunden im Monat eingesetzt werden.

Hasenauer, Singh und Hohmann mussten im Vorfeld eine 50-stündige Ausbildung absolvieren. „Da ging es um Themen der Kommunikation oder wie ich mich in welcher Situation verhalte, aber auch um Rechtsfragen“, erklärte Bernhard Jäger, der Leiter der Polizeidirektion Fulda. Er lobte die drei freiwilligen Helfer: „Es heißt immer, es mangele in unserer Gesellschaft an Zivilcourage, und dass immer weniger Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Die Ehrenamtlichen sind der Beweis, dass dem nicht so ist.“ Jäger ist wichtig, dass nicht irgendwer den Dienst macht: „Wir haben sehr sorgfältig ausgewählt. Die Helfer sind Bürger, die für Bürger da sind. Da wird sicher auch viel über Gespräche geklärt werden können.“ Präsident Voß gab den Helfern einen Rat mit auf den Weg: „Seien Sie höflich, zuvorkommend, aber in der Sache konsequent.“

Die drei Neuen hatten auch gleich ihren ersten Job: Zum ersten Mal wurden Freiwillige bei der Codierung von Fahrrädern eingesetzt. „Wenn sich das bewährt, können wir das auf das gesamte Gebiet des Polizeipräsidiums Osthessen anwenden“, sagte Voß. Bürgermeister Kolb fügte an: „Das ist eine gute Sache. Der Wert von Fahrrädern steigt – und damit auch die Zahl der Diebstähle.“ Polizeidirektor Jäger betonte indes, wie wichtig es sei, das Zweirad codieren zu lassen: „Es ist im Landkreis Fulda noch kein einziges Fahrrad gestohlen worden, das codiert gewesen ist.“

 

Torsten Hohmann (Dritter von links), Sandy Hasenauer und Meikel Singh (daneben) sind die jüngsten freiwilligen Polizeihelfer in der Region. Sie wurden von Bürgermeister Dieter Kolb (von links), Polizeidirektor Bernhard Jäger, Polizeipräsident Günther Voß und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Edwin Balzter, ins Amt eingeführt.

Torsten Hohmann (Dritter von links), Sandy Hasenauer und Meikel Singh (daneben) sind die
jüngsten freiwilligen Polizeihelfer in der Region. Sie wurden von Bürgermeister Dieter Kolb
(von links), Polizeidirektor Bernhard Jäger, Polizeipräsident Günther Voß und dem Vorsitzenden
der Gemeindevertretung, Edwin Balzter, ins Amt eingeführt.

 

Infokasten

Freiwilliger Polizeidienst

Den freiwilligen Polizeidienst gibt es in Hessen seit 2000. Die Helfer sollen vor allem die Präsenz der Polizei auf Straßen und Plätzen erhöhen und damit zum Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger beitragen. Sie sollen die ordentlichen Polizeikräfte unterstützen, insbesondere bei größeren Veranstaltungen wie Festen, Umzügen oder im Straßenverkehr.

In folgenden Kommunen im Landkreis Fulda ist der freiwillige Polizeidienst unterwegs: Fulda, Tann, Poppenhausen, Burghaun, Gersfeld, Hünfeld, Künzell, Neuhof, Petersberg, Hofbieber, Hilders und nun auch Eichenzell.

Mit den drei Neuen aus Eichenzell sind künftig 25 Personen als freiwillige Polizeihelfer in der Region unterwegs. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung von bis zu sieben Euro die Stunde. / kir

 

Drei Fragen

Sandy Hasenauer: „Ich will mich engagieren“

Eichenzell - Sandy Hasenauer (37) gehört zu den neuen freiwilligen Polizeihelfern. Die Künzellerin ist Leiterin des Wellnessbereichs im Hotel Rhön Residence in Friesenhausen.

Warum machen Sie beim Freiwilligen Polizeidienst mit?

Ich habe 17 Jahre in Rothemann gelebt, bevor ich nach Künzell gezogen bin. Nun will ich etwas zurückgeben und mich engagieren.

Fühlen Sie sich denn unsicher im Raum Fulda?

Nein, das war auch überhaupt nicht meine Motivation, beim Polizeidienst anzufangen. Bei mir ist es mehr der familiäre Bezug: Mein Mann arbeitet beim Zoll, meine Tochter beim Landeskriminalamt.
Ich habe großen Respekt vor dem, was die Beamten leisten.

Apropos Respekt: Der wird Polizisten ja nicht immer entgegengebracht.

Ich bin gespannt, welche Aufgaben nun auf mich warten. Da wird sicher nicht alles angenehm sein, aber Angst habe ich nicht – es überwiegt die Freude, Teil des freiwilligen Polizeidiensts zu sein.

 

 

 

 

 

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