Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
23.03.2017

Konfliktlösung ohne Schuldzuweisung - Polizei Osthessen richtet Veranstaltung aus

Nach wie vor stößt der Mobbinginterventionsansatz des No Blame Approach in Schulen auf große Resonanz. Wie in den Vorjahren bot Elvira Idt, die Leiterin der Regionalen Geschäftsstelle des Netzwerks gegen Gewalt mit dem Impuls-Institut für Konstruktive Konfliktbearbeitung eine Fortbildung für Lehrkräfte und (Schul)Sozialarbeiten an. Unterstützt wird das Angebot vom Staatlichen Schulamt Fulda und dem Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen des Kultusministeriums. Die Nachfrage für den Termin am 22. März war so groß, dass alle  zur Verfügung stehenden Plätze genutzt wurden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Lehrkräfte und Fachkräfte aus der Schulsozialarbeit sind im Landkreis Fulda sowie im Vogelsbergkreis tätig.

No Blame Approach – Was ist das?                  
Der No Blame Approach (wörtlich: "Ohne-Schuld-Ansatz") ist eine äußerst erfolgreiche Methode, um akutem Mobbing zu begegnen. Er gibt  z.B. Schulen ein effektives und leicht anwendbares Instrument an die Hand, bei Mobbing zum Schutz der Betroffenen zu handeln und dieses Verhalten nachhaltig zu stoppen. Die Erfahrungen an zahlreichen Schulen in Deutschland zeigen ermutigende Ergebnisse. In fast 90% der Fälle konnte das Mobbing beendet werden; in über 80% der Fälle davon innerhalb von zwei Wochen. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes liegt darin begründet, dass – trotz der schwerwiegenden Problematik – auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet wird. Vielmehr vertraut der Ansatz auf Ressourcen und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen, unter Anleitung wirksame Lösungen herbeizuführen.

No Blame Approach -  Wie funktioniert er?      
Der No Blame Approach arbeitet mit Gesprächen und der Bildung einer Unterstützungsgruppe, der auch die Mobbing-Akteure angehören. Die Akteure selbst werden also nicht bestraft, sondern in eine verantwortliche Position gebracht.

Die Referenten Kerstin Bunte und Shérif Korodowou vom Impuls-Institut in Marburg boten den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Schule und Jugendhilfe in einem Tages-Workshop die Möglichkeit, sich in den Interventionsansatz einzuarbeiten. Nach einer  theoretischen Einführung wurde der Ansatz  dann u.a. auch in Rollenspielen geübt. Es ging darum, die theoretischen Inhalte schließlich praktisch für die Etablierung in der Schule in den Rollenspielen zu erproben. So galt es Gespräche mit Betroffenen, Akteuren und Unterstützern zu führen und die dabei entstehende Gruppendynamik zu erleben. Für die Probenden stand am Ende fest: ist das System erstmal verstanden, wird die Praxis einfacher.                

Als Inhalte der Fortbildung erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Themenblöcke

• Wie kann ich Mobbing frühzeitig erkennen?
• Wie leite ich sicher und kompetent wirksame Schritte gegen Mobbing ein?
• Wie wende ich die Schritte des No Blame Approach praktisch an und stoppe das Mobbing?
• Welche Rahmenbedingungen braucht es zur Prävention von Mobbing an der Schule?

 

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