Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
07.06.2018

Gemeinsame Übung von Polizei und Rettungskräften

Großes Kräfteaufgebot im Fuldaer "Münsterfeld"

FULDA – Ein Tatort mit einer Vielzahl an getöteten und verletzten Menschen, bewaffnete Tatverdächtige auf der Flucht – mit einem solchen Szenario setzten sich am Samstagvormittag (09.06.) Polizei, die Gefahrenabwehrbehörde des Landkreises, die Feuerwehr, das Klinikum und verschiedene Rettungsdienste im Fuldaer Münsterfeld auseinander. Unter realistischen Bedingungen übten die eingesetzten Kräfte die Bewältigung einer Lage im Zusammenhang mit bewaffneten Gewalttätern sowie die Versorgung einer großen Anzahl an Verletzten.

Erste Notrufe, die bei der Polizei eingingen, schilderten die Situation, dass im Bereich des Baseballfeldes an der Münsterfeldallee ein Auto in eine Personengruppe gefahren sei. Aus dem Auto gaben zwei Männer mehrere Schüsse aus Pistolen ab. Dabei verletzten und töteten die Täter mehrere Menschen und flüchteten anschließend.

Am Einsatzort erwartete die Rettungskräfte ein realistisch dargestelltes Szenario: Geschminkte Darsteller, unübersichtliche Lage, Menschen, die um Hilfe riefen und dringend medizinische Versorgung benötigten. Darüber hinaus die Unklarheit darüber, ob sich die Täter noch in der Nähe aufhalten könnten.

In dieser unübersichtlichen Lage kam es darauf an, die unterschiedlichen Aufgaben der beteiligten Behörden und Institutionen zu koordinieren, um auf der einen Seite das Risiko für die eingesetzten Kräfte zu minimieren und auf der anderen Seite schnell und gezielt Hilfe zu leisten.

Nach gut zwei Stunden war die Übung beendet. Der Abtransport und die medizinische Versorgung der Verletzten im Klinikum waren sichergestellt. Spezialkräfte der hessischen Polizei konnten die beiden flüchtigen Täter nach kurzer Fahndung aufspüren und festnehmen.

„Wir haben heute ein Szenario erlebt, von dem wir hoffen, dass es niemals eintritt. Dennoch können wir nicht voraussehen, welche Herausforderungen uns in Zukunft erwarten. Es ist daher wichtig vorbereitet zu sein. Die Übung hat uns gezeigt, in welchen Bereichen wir in der behördenübergreifenden Zusammenarbeit bereits gut aufgestellt sind und wo es Verbesserungsbedarf gibt.“, erklärt Osthessens Polizeipräsident Günther Voß.  „Das Ergebnis der heutigen Übung ist daher eine Grundlage, die wir für eine intensive Nachbereitung mit allen Beteiligten nutzen werden.“

„Übungen wie die heutige zeigen eindrucksvoll, wie leistungsfähig alle an dem Einsatz beteiligten Kräfte sind und wie koordiniert ihr Vorgehen ist. Dennoch sind diese Art von Großübungen vor allem dazu da, Verbesserungspotenzial zu erkennen, um noch besser für einen hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gewappnet zu sein.“, sagt auch Landrat Bernd Woide und ergänzt:

„Wichtig ist auch, hautnah zu erfahren, dass es in einem solchen Gewaltszenario auf jeden Einzelnen, auf die kompetente und stabile Führung, auf das koordinierte Miteinander aller Behörden und auf die Leistungsfähigkeit jeder Frau und jedes Mannes ankommt, die nicht selten unter Einsatz ihres Lebens für die Sicherheit aller eintreten.“

Landrat und Polizeipräsident dankten besonders allen an der Übung Beteiligten: „Was wir heute erleben konnten, war sehr gut vorbereitet und realistisch dargestellt. Die eingesetzten Kräfte haben die Herausforderung mit hohem Engagement und Professionalität angenommen.“

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