Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Nordhessen
 
09.05.2017 | Polizeipräsidium Nordhessen

Nordhessen: Ermittlungserfolg nach einer Vielzahl von Blitz-Einbrüchen

Bundesweit agierende Bande ermittelt; drei Verdächtige in U-Haft

Ermittlungserfolg nach einer Vielzahl von Blitz-Einbrüchen - drei Verdächtige in U-Haft
Gemeinsame Presseveröffentlichung der Staatsanwaltschaft Kassel und des Polizeipräsidiums Nordhessen

Nachdem es in Nordhessen im vergangenen Jahr und Anfang dieses Jahres zu mehreren sogenannten Blitz-Einbrüchen, überwiegend mit der Zielrichtung Tabakwaren, gekommen war, ist der "Ermittlungsgruppe Banden" der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Nordhessen durch intensive und umfangreiche Maßnahmen gelungen, eine bundesweit agierende rumänische Einbrecherbande zu ermitteln. Insgesamt sieben Tatverdächtige im Alter zwischen 22 und 37 Jahren stehen im dringenden Verdacht, für eine Vielzahl von Einbrüchen in Nordhessen und dem gesamten Bundesgebiet verantwortlich zu sein. Drei der Männer im Alter von 24, 29 und 37 Jahren wurden aufgrund eines internationalen Haftbefehls, den die Kasseler Staatsanwaltschaft beantragt hatte, von rumänischen Behörden festgenommen und im März dieses Jahres nach Deutschland ausgeliefert. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen die vier übrigen Tatverdächtigen dauern an.

Die Ermittler waren der Bande nach dem Einbruch in einen Gartentechnikbetrieb in Hofgeismar am 30. Juli 2016 auf die Schliche gekommen, bei dem etwa 20 hochwertige Motorsägen gestohlen worden waren. In diesem Fall konnte die Identität eines der Tatverdächtigen durch die Auswertung von Spuren und Videomaterial ermittelt werden.

Aufgrund nachfolgender Ermittlungen der "EG Banden" konnten weitere Bandenmitglieder identifiziert werden. Diese Ermittlungen begründen auch den Verdacht, dass die Bande für weitere Taten verantwortlich ist, u.a. Einbrüche in Tankstellen in Habichtswald-Dörnberg, Fuldabrück-Dörnhagen, Breuna, Neuental-Bischhausen, den Einbruch in eine Reisebank in Kassel sowie Einbrüche in einen Getränkemarkt in Söhrewald-Wellerode und einen Einkaufsmarkt in Zierenberg, über die wir alle mit Pressemitteilungen berichteten. Die Täter gingen dabei häufig mit brachialer Gewalt vor und verursachten teilweise erhebliche Sachschäden - bei der Tat in Zierenberg schlugen sie beispielsweise ein Loch in die Außenwand des Einkaufsmarktes.

Auch der Einbruch in den Pkw eines Goldankäufers in der Kasseler Innenstadt Ende Januar, bei dem hochwertiger Schmuck im Wert von mindestens 33.000,- Euro erbeutet wurde, ist nach bisherigen Erkenntnissen der Bande zuzurechnen. Vier der Tatverdächtigen konnte aufgrund umgehend eingeleiteter operativer Maßnahmen noch auf der Heimreise durch rumänische Behörden kontrolliert und der entwendete Schmuck sichergestellt werden.

Die Tatorte der rund 50 Einbrüche, auf die sich die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Kassel mittlerweile beziehen, erstrecken sich über Hessen hinaus auf Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Baden-Württemberg.

Nach vorläufiger Bewertung machte die Bande eine Beute im Wert von ca. 500.000,- Euro.

Die Ermittlungen dauern an.