Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Nordhessen
 
20.07.2017 | Polizei Hessen

Schulanfänger müssen rechtzeitig auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden

Schulwege mit ABC-Schützen üben

Am 14. August begann für die hessischen Schülerinnen und Schüler wieder die Schule. Anlass genug, auch die künftigen ABC-Schützen im Hinblick auf die so wichtige Verkehrssicherheit zu stärken. Ob mit den Eltern, Großeltern oder auch älteren Geschwistern, wichtig ist es, den Weg von zu Hause zur Schule und zurück immer wieder zu üben. Speziell die Grundschüler/-innen, und hier insbesondere die Schulanfänger/-innen, sind als Kinder die schwächsten Teilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr. Altersbedingt haben sie einen wesentlich höheren Bewegungsdrang als Erwachsene.

Leicht lassen sie sich ablenken und reagieren oftmals unberechenbar. Neugier und spontanes Handeln verstärken dieses Verhalten, weiß Polizeihauptkommissar Jürgen Schnittger, Leiter des Verkehrserziehungsdienstes beim Polizeipräsidium Nordhessen, durch seine langjährigen Erfahrungen zu berichten.

Kinder mit Schultüte auf Zebrastreifen (Foto: ADAC - Fotografin: Stefanie Aumiller)
Kinder mit Schultüte auf Zebrastreifen
(Foto: ADAC - Fotografin: Stefanie Aumiller)

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Auf Grund ihres physiologischen Entwicklungsstandes sind ihr Körper und das Gehirn noch nicht in der Lage, bestimmte Prozesse wie beim Erwachsenen durchzuführen. Während beispielsweise das Blickfeld eines ausgewachsenen Menschen nahezu 180 Grad umfasst, ist dieses beim Kind auf Grund eines noch engen Augenstandes stark eingeschränkt. Der Raum Straße kann somit nur selektiv wahrgenommen werden.

Auch die geringere Körpergröße der Kinder bedingt, dass sie nur bis zu einer begrenzten (Augen-) höhe den Verkehrsraum visuell erfassen können. Auch sind sie noch nicht in der Lage, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig abschätzen zu können. Der Grund hierfür ist schlichtweg in mangelnden Erfahrungen entsprechender Situationen im Straßenverkehr zu sehen. Verstärkt wird dieses Defizit durch die statische Kontur der Fahrzeuge. Tiere, wie beispielsweise ein laufender Hund, bewegen sich, ändern somit ständig ihre Umrisse und können so besser von Kindern wahrgenommen und eingeschätzt werden.

Verhalten erklären - Gefahren aufzeigen - Den Schulweg zeitig wiederholt üben

Nicht zuletzt aus diesen Gründen sind Kinder besonders gefährdet. Im noch ungewohnten Straßenverkehr drohen ihnen permanent Gefahren, die sie zu bewältigen haben. Und dies besonders im städtischen Schulumfeld, wo auf breiten, mehrspurigen Straßen ein hohes Verkehrsaufkommen keine Seltenheit ist. Daher ist es unerlässlich, stets mit den Kindern die möglichen Gefahren, die sich auf ihrem Schulweg ergeben können, zu erörtern und entsprechende Verhaltensregeln zu erklären.

Auch ist der kürzeste Weg nicht immer der sicherste. Mehr Sicherheit bieten z. B. ampelgeregelte Fußgängerfurten oder Zebrastreifen. Besonders schwierige Stellen oder große Kreuzungen sollte bewusst umgangen werden. Daher ist es unerlässlich, stets wiederholt mit den Kindern die möglichen Gefahren, die sich auf ihrem Schulweg ergeben können, zu erörtern und entsprechende Verhaltensregeln zu erklären.

Mit frühzeitig begonnenem Training werden die Kinder in sicherem und bewusstem Verkehrsverhalten gestärkt. Unter Hinweis auf mögliche Gefahren auf ihrem Schulweg lernen die Kleinen, diese besser einzuschätzen. Weitergehende Informationen sind in den unten eingestellten Informationen zum sicheren Schulweg zusammengefasst. Sie sollen Eltern als Hilfestellung zum Einüben des Schulweges mit ihren Kindern dienen.

 Gerne steht Ihnen die Polizei für Auskünfte zum Thema zur Verfügung. Wir möchten, dass ihr Kind immer einen unfallfreien Schulweg hat.

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