Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Nordhessen
 
21.07.2017 | Polizeipräsidium Nordhessen

Erntezeit birgt Gefahren für den Straßenverkehr

Erntezeit
Die Erntezeit ist in vollem Gange. Auf den Straßen kann man es an den vollbeladenen Erntewagen sehen. Immer wieder transportieren landwirtschaftliche Gespanne Frucht auf offenen Anhängern ohne ausreichende Sicherung. Auch der Transport von Rundballen birgt Gefahren. Oft werden sie zweilagig, manchmal sogar dreilagig übereinandergestapelt und ohne ausreichende Ladungssicherung transportiert. Das Polizeieinsatzprotokoll verzeichnet in den letzten Tagen mehrfach verschmutzte Fahrbahnen durch verlorene Ladung wie Frucht und Rundballen. Dadurch können andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Besonders Motorradfahrer müssen in Kurvenbereichen mit solchen Gefahren rechnen und ihre Fahrweise anpassen.

 

Ralf Werner, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg:  "Wer eine Straße beschmutzt oder Gegenstände verliert und nicht unverzüglich beseitigt oder kenntlich macht, ist auch für die Folgen verantwortlich. Wenn beispielsweise ein Motorradfahrer stürzt, macht sich der Verursacher wegen eines Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr strafbar und die Folgen haftbar".

Einige Bestimmungen in Kürze:

  • Die Ladung auf Fahrzeugen und Anhängern ist so zu sichern dass sie selbst bei Vollbremsungen oder plötzlichen Ausweichmanövern und beim Überfahren von Bodenunebenheiten nicht verrutschen oder gar herabfallen kann. All umspannende Netze oder Zurrgurte sind in Anzahldem Ladungsgewicht angepasst einzusetzen.
  • Schüttgüter, wie z.B. Häckselgut, Getreide, Kies, Sand, dürfen nur so hoch geladen werden, dass noch ausreichende Ausgleichsräume zwischen der Ladung und den Bordwänden vorhanden sind, um ein Herabfallen der Ladung zu verhindern. - Stroh-, Heu-, Silageballen müssen gegen Herabfallen gesichert werden.
  • Bei Kennzeichnung des Anhängers mit Geschwindigkeitsschild (25 km/h) darf auch nicht nicht schneller gefahren werden. Ansonsten verliert der Anhänger seine Zulassungsfreiheit.
  • Auch nicht zugelassene Fahrzeuge müssen verkehrssicher sein (Mindestprofil, keine verbogene Anhängerdeichsel, Auflaufbremsen funktionsbereit etc) - Am letzten Anhänger ist, sofern kein eigenes Kennzeichen vergeben ist, ein Wiederholungskennzeichen anzubringen (Verstoß ist mit 60 Euro bußgeldbewährt).
  • Wenn ein Anhänger ausgeliehen wird, muss das Wiederholungskennzeichen abgedeckt und ein Wiederholungskennzeichen des eigenen Betriebes angebracht werden.
  • Bei einer Zugmaschine mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h muss der Fahrzeugführer das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • Hinter landwirtschaftlichen Zugmaschinen dürfen maximal zwei Anhänger mitgeführt werden.
  • Ragt ein Anbaugerät seitlich mehr als 40 cm über die Begrenzungs- oder Schlussleuchten hinaus, muss es nach vorne und nach hinten mit Warntafeln gekennzeichnet werden. Wenn es die Sichtverhältnisse erfordern, sind zusätzlich Begrenzungsleuchten, Schlussleuchten und Rückstrahler erforderlich.
  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen bis zu drei Metern breit sein, wenn sie mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Arbeitsgeräten beladen sind. Ab 2,75 Metern müssen sie dies allerdings kenntlich machen (Warntafeln).

Ralf Werner: "Auch wenn zum erfolgreichen Einbringen und Lagern der Ernte eine schnelle Abwicklung gehört, so sollte das nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. Eine ausreichende Ladungssicherung, Funktionsfähigkeit der Beleuchtung und ein technisch nicht zu beanstandendes Fahrzeug-/gespann schützt nicht nur den Landwirt sondern insbesondere auch die anderen Verkehrsteilnehmer."