Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
27.02.2017 | Polizeipräsidium Mittelhessen

Entsorgung von Abfall – Bitte richtig!

Abfall hier, Abfall dort ...

Leider ist es zu einem gewohnten Anblick geworden: Wild in der Natur entsorgte Überreste unseres alltäglichen Lebens. Diese Art der Entsorgung stellt jedoch nicht nur einen unschönen Anblick und möglicherweise eine Gefahr für die Umwelt dar. Viele Gesetze und Verordnungen regeln den Umgang mit Abfall und ermöglichen entsprechende Strafen bei einer Nichtbeachtung.


Was ist eigentlich Abfall?

Abfälle sind dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zufolge alle Stoffe und Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Ob Batterie, Holz, Hausmüll oder Altöl – verschiedene Stoffe und damit Abfälle bedürfen eines unterschiedlichen Umgangs und einer entsprechend angepassten Entsorgung.

Und das macht schon eines klar: Eine pauschale Regelung zum Thema Abfall gibt es nicht.


Rechtliche Regelungen

Die Kernpunkte des Abfallrechtes sind in Deutschland im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Verordnungen, durch die das Gesetz in Spezialbereichen ergänzt wird und weitere Teilbereiche, die in eigenen Gesetzen geregelt sind.

Das  große Ziel: Die Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Schutz von Mensch und Umwelt.


Zeugen gesucht

Rund 125 Tonnen Bauschutt auf einem Platz in Bad Vilbel, etwa 150 Altreifen in der Feldgemarkung bei Rosbach, Motorölflaschen und Fahrzeugteile im Büdinger Wald, siehe Foto, zwei große Haufen Abrissüberreste von Schornstein bis Bretter im Salzböder Wald bei Lollar,  60 Altreifen im Bach bei Eschenburg, Eternit-Platten und Altöl an der Landstraße bei Haiger – Solche Meldungen der Polizei kennt jeder. 

illegale Entsorgung von Gegenständen im Wald

Oft in Nacht- und Nebelaktionen durchgeführte Entsorgungsaktionen in der Umwelt werden nicht immer gleich entdeckt. Umso wichtiger ist es für die ahndenden Behörden Zeugen zu finden, die Hinweise auf die Umweltsünder geben können. Der kleinste Hinweis kann dabei das entscheidende Puzzleteil zur Aufklärung der Tat sein.

Leider bleiben in vielen Fällen die Kosten für die Entsorgungen von illegal abgelagertem Müll bei der Allgemeinheit hängen. Für die Entsorgung des Abfalls ist grundsätzlich der verantwortlich, auf dessen Grund und Boden der Abfall liegt. Bei öffentlich zugänglichen Grundstücken, wie etwa dem Wald, ist es jedoch die Kommune, die die Entsorgung übernehmen muss. Nur wenn der Verursacher gefunden werden kann, können die Kosten an ihn weitergegeben werden. Auch das sollte ein Grund sein, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen.


Es sind die kleinen Dinge

Wer über Abfallentsorgung nachdenkt und das was ihn ärgert, der wird schnell feststellen, dass es nicht nur diese großen Fälle sind, die für Unmut sorgen. Tagtäglich sind wir mit aus dem Auto geworfenen Getränkebehältern, einfach in der Natur entsorgten Farbeimern oder den auf dem Park+Ride-Parkplatz abgelegten blauen Säcken mit Müll konfrontiert. Selbst die vom Vordermann aus dem Auto geschnippte Zigarettenkippe kennt jeder.

illegale Entsorgung am Straßenrand

Auch diese Entsorgungen sind nicht erlaubt und mit einem Bußgeld nach dem KrWG zu ahnden. Eine festgelegte Summe, die dann auf den Umweltsünder zukommt, gibt es nicht. Das Bußgeld richtet sich immer nach dem Einzelfall und nach dem Betroffenen, an dessen finanziellen Verhältnisse die Strafe angepasst wird. Je nach Menge und Bedeutung des entsorgten Abfalls besteht die Möglichkeit, Bußgelder bis zu 100.000 Euro zu verhängen.

Zuständig für die Festlegung der Bußgelder ist bei wilden Müllablagerungen die jeweilig örtlich zuständige Kommune, bei Verstößen innerhalb von sogenannten Anlagen das jeweilige Regierungspräsidium.

Absolute Notwendigkeit ist dabei jedoch, dass der Umweltsünder feststeht. Daher sind sowohl die Kommunen, als auch die Polizei auf die Mitteilung von Zeugen angewiesen. Autokennzeichen, Personenbeschreibungen und bestenfalls Beweisbilder helfen bei der Überführung und tragen damit zur Bestrafung bei. Ziel eines Bußgeldes ist es immer, den Überführten für die Zukunft zu einem dem Rechtsvorschriften entsprechenden Verhalten zu bringen.

 

Entsorgung – bitte richtig

Nicht alles, was Abfall ist, muss auch wirklich entsorgt werden, vieles kann auch wiederverwertet werden. Um den jeweiligen Abfall dem richtigen weiteren Weg zuzuordnen, gibt es verschiedene Informationsquellen.

Unser Appell im Hinblick auf die vermehrt festzustellenden wilden Abfallablagerungen lautet:

"Werden Sie Ihrer Verantwortung für unsere gemeinsame Umwelt gerecht. Fragen Sie im Bedarfsfall bei einem Entsorgungsunternehmen oder bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach, wie mit Abfällen umzugehen ist. Die ordnungsgemäße Entsorgung ist in jedem Falle  deutlich günstiger als die drohenden  Bußgelder."


Alle die mehr zum Thema wissen möchten, werden hier fündig:

auf der Seite vom Regierungspräsidium Gießen Abfall

oder auf der Seite des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
(BMUB) unter Wasser - Abfall - Boden

Sarkastisch aufgestelltes Hinweis-Schild eines Unbekannten an der A45 zur illegalen Müllentsorgung  

"Ein sarkastischer kleiner Hinweis am Rande"

Unser Bild (links) stammt von einem Unbekannten, der das Hinweisschild im vergangenen Jahr am Gießener Südkreuz in der Zufahrt von der Autobahn 485 auf die A 45 aufstellte.

Leider missbrauchen viele Verkehrsteilnehmer die Grünstreifen entlang der Fahrbahnen als Mülleimer und sorgen so für hohe Entsorgungs- und Reinigungskosten, die am Ende alle zu tragen haben.