Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
27.01.2017 | Polizeipräsidium Mittelhessen

Fahrbahnsperrung durch die Polizei

... eine verkehrsrechtliche Maßnahme

„Diese Straße ist gesperrt.“ - „Ja, aber ich muss da jetzt durch!“
             

Ein Streifenwagen oder ein Motorrad quer auf der Fahrbahn, Warnbaken, Schilder und Hütchen mitten auf dem Fahrstreifen, ein Polizist mit einer Kelle in der Hand– alles einzeln oder auch in unterschiedlichen Varianten kombiniert  - so sperrt die Polizei  im Bedarfsfall eine Straße.
     

Fahrbahnsperrung durch Polizei
Fahrbahnsperrung durch die Polizei
  

Der Grund dafür kann ganz unterschiedlich sein: Ein Großeinsatz, ein Unfall, ein Feuerwehreinsatz oder ein landender Rettungshubschrauber sind nur einige Beispiele.

An dieser Stelle möchten wir ein großes DANKESCHÖN an die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer richten, die dann das einzig Richtige tut und den Weisungen der Schilder oder Beamten auf der Straße folgt. Sie sorgen dafür, dass der Verkehr trotz der Sperrung zügig abfließen kann und es nicht mehr als nötig zu einem Rückstau und Behinderungen kommt.

An dieser Stelle möchten wir aber auch ein großes BITTE an die Minderheit der Verkehrsteilnehmer richten, die genau das noch nicht verstanden hat.

„Lieber Verkehrsteilnehmer, wir stehen hier nicht zum Spaß rum, weil wir gerade nichts Besseres zu tun haben, sondern weil sie hier nun Mal einfach nicht durchkommen!“

So formulierte es ein Beamter des Verkehrsdienstes erst dieser Tage wieder. Wegen Bergungsarbeiten nach einem Unfall stand er an einer gesperrten Bundesstraße und versuchte einem uneinsichtigen Autofahrer zu erklären, dass er einen anderen Weg als gewohnt wählen muss.

Die Polizei hilft gerne weiter, wenn es Probleme und Fragen gibt, auch an einer Absperrung. Wenn aber jeder fünfte Verkehrsteilnehmer nach dem Grund der Sperrung fragt oder sich den Weg an sein gewünschtes Fahrziel beschreiben lässt, dann kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, die es zu vermeiden gilt – im Interesse aller.

Die Polizisten wissen von Erlebnisse zu berichten, mit denen sich vermutlich ein Buch füllen ließe. Die Slalomfahrt um die aufgestellten Hütchen, das neben dem Streifenwagen anhalten und die extra geöffnete Tür schließen um durchzukommen, das Verschieben der Warnbaken und das Umfahren über den Grünstreifen gehören dazu. Sätze wie: „Ich muss da aber durch!“, „Ich fahr da aber immer lang!“, „Ich kenne keinen anderen Weg!“ und „Ihre Kollegen sind doch mit dem Streifenwagen auch eben rein gefahren!“ sind oft Teil des Erlebten. Und vor allem die Fragen: „Was ist denn hier passiert?“ und „Warum ist hier gesperrt?“.

Zudem gibt es immer wieder Situationen, die wirklich gefährlich sind: Derjenige, der sich mit seinem Auto an den Absperrkräften vorbeizwängt und dann durch die Einsatzstelle fährt, mit hoher Geschwindigkeit neben den Beamten vorbeifährt oder sämtliche Zeichen missachtet und kurz vor den Schienbeinen der Kollegen zum Stehen kommt, der darf nicht mit Verständnis für sein Verhalten bzw. seine Fahrweise rechnen. Ein Verwarnungsgeld wegen der Missachtung der Zeichen und Weisungen von Polizeibeamten, oder je nach Fall sogar Straftatbestände, kommen stattdessen in Betracht.

Die Gründe für das unangepasste Verhalten Einzelner im Straßenverkehr nehmen die Polizisten übrigens durchaus verschieden wahr. Unabhängig von Alter, Geschlecht und genutztem Fahrzeug, scheint es verschiedene Gründe zu geben. Unverständnis, Hilflosigkeit (Navi sagt ich muss da lang), Sturheit oder völlige Überforderung könnten einige davon sein.


Unser Tipps für zukünftige Sperrungen:

  1. Akzeptieren - Gerne auch ärgern, aber die Wut nicht an unseren Kollegen auslassen. Und vor allem erst einmal weiterfahren und nicht direkt neben dem Streifenwagen oder mitten auf der Fahrbahn anhalten und den Verkehr für alle Nachfolgenden blockieren.
     
  2. Überlegen – Wie komme ich jetzt an mein Ziel. Möglicherweise an einer geeigneten Stelle anhalten und das Navi oder eine Karte zu Hilfe nehmen.
       
  3. Handeln – Ohne verbotene Wege zu nutzen und andere zu bedrängen auf dem neuen Weg in Richtung Fahrziel begeben. Und vielleicht vorher noch am Fahrziel Bescheid geben, dass es etwas später werden könnte.

Wir wollen, dass Sie sicher ankommen!

Ein Bericht mit einem Video zum Artikel auf: Ein Beitrag dazu auf unseren Facebookseiten - mittelhessenpolizei