Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
15.03.2017

Exhibitionisten – Mehr als die Hälfte wird geschnappt

Festnahme Polizei

Ob heruntergelassene Hose, die Zurschaustellung des Geschlechtsteils oder die Selbstbefriedigung vor den Augen Dritter. Wer als Mann eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, der macht sich strafbar.


Paragraph 183 des Strafgesetzbuches regelt die Strafbarkeit und auch den möglichen Strafrahmen, der dann auf einen Täter zukommen kann: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Exhibitionisten können dem Gesetz entsprechend nur Männer sein. 


Frauen
könnten sich nach Paragraph 183a des Strafgesetzbuches der Erregung öffentlichen Ärgernissen strafbar machen. Das reine Entblößen reicht dafür jedoch nicht aus, nur durch die öffentliche Vornahme von sexuellen Handlungen kann dieser Straftatbestand erfüllt werden.

Die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik registrierten Fälle schwankte in Mittelhessen in den letzten Jahren. Auch wenn verhältnismäßig wenige Straftaten zur Anzeige kamen, so ist doch jeder Fall einer zu viel, denn er bedeutet mindestens ein Opfer, welches sich durch die Handlungen eines Täters belästigt fühlte.


Angezeigte exhibitionistische Handlungen im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mittelhessen:

Tabelle der angezeigten exhibitionistischen Handlungen im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mittelhessen der letzten fünf Jahre
   


Deutlich mehr als die Hälfte aller Fälle von Exhibitionismus konnte im vergangenen Jahr in Mittelhessen aufgeklärt werden.
Eine Zahl, die einen abschreckenden Effekt auf potentielle Täter haben sollte. Zudem laufen in vielen Fällen die Ermittlungen noch, so dass eine gute Chance besteht, noch weitere Fälle aus dem Vorjahr aufklären zu können.

Auch wenn die Opfer selbst unter dem Schock des Eindrucks stehen, können sie die Männer meist gut beschreiben. Hinzu kommt, dass Handys zum „Feind“ der Täter werden. Nahezu jeder trägt heute ein Mobiltelefon bei sich. Mit diesem kann nicht nur sofort die Polizei verständigt werden, auch das Fertigen eines Fotos ist möglich. Täter können so schneller identifiziert und gefasst werden.

Wichtig bei der Suche nach Exhibitionisten sind, wie in so vielen Fällen, Zeugen.

Die Polizei sucht durch die Veröffentlichung von exhibitionistischen Taten und der vorliegenden Beschreibung des Täters nach Zeugen, die weitere Hinweise zum Täter oder der Tat geben können.

Um auch in Zukunft Exhibitionisten einer Bestrafung zuführen zu können, bittet die Polizei Opfer und Zeugen einer solchen Handlung schnellstmöglich die Polizei zu informieren. So kann die Fahndung nach dem Täter sofort aufgenommen werden.

Immer wieder stellen die Ermittler fest, dass im Anschluss an die Veröffentlichung über eine Tat sich weitere Opfer melden, die eine ähnliche Tat erlebt haben. Opfer einer exhibitionistischen Handlung brauchen sich nicht zu schämen. Jede Mitteilung kann zur Überführung eines Täters führen und damit andere vor einer gleichgelagerten Tat bewahren.


Die Polizei ist im Ernstfall jederzeit über
die Notrufnummer  110 erreichbar!

Notruf 110 der Polizei