Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
23.03.2017 | Polizeipräsidium Mittelhessen

Polizeipräsident Bernd Paul stellt die polizeiliche Kriminalstatistik für Mittelhessen vor

Für Polizeidirektion Wetterau, Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill

 

Positive Bilanz der schwierigen Polizeiarbeit:

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

  • Rückgang der Straftaten in  sicherheitsrelevanten Deliktsbereichen   

  • Ausländerrechtliche Verstöße beeinflussen die Statistik stark

  • Allerdings auch mehr Widerstände gegen Polizeibeamte

 

Übersichten PKS: Mittelhessen | Wetterau |Gießen | Marburg-Biedenkopf | Lahn-Dill

Mittelhessen: Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr wird maßgeblich durch den  großen Anstieg der ausländerrechtlichen Verstöße beeinflusst – konkret geht es um Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Dies macht sich insbesondere bei der Zahl der bekanntgewordenen Delikte und der Aufklärungsquote bemerkbar. Wurden im Jahr 2015 noch 7.382 solcher Fälle bei der mittelhessischen Polizei erfasst, so stieg diese Zahl 2016 auf 25.170 (siehe Tabelle 1, Seite 3) Fälle an.

„Sehr erfreulich ist, dass es ohne die ausländerrechtlichen Verstöße zu einem deutlichen Rückgang um etwa 2.300 Straftaten im vergangenen Jahr kam. Bei gleicher Betrachtung stieg die Aufklärungsquote von 59,5% auf 60,4%.

 

Polizeipräsident Bernd Paul stellt die polizeiliche Kriminalstatistik für Mittelhessen vorDies belegt, dass die mittelhessische Polizei auch im letzten Jahr wieder sehr gute Arbeit geleistet hat. Letztlich haben wir es auch den vielen Hinweisen der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken, dass so viele Straftaten aufgeklärt werden konnten.“, so Polizeipräsident Bernd Paul (Foto links) bei der diesjährigen Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mittelhessen mit den Landkreisen:

Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und dem Wetteraukreis.

 

 

Die Zahl aller Straftaten nahm zwar gegenüber dem Vorjahr um 15.460 Fälle zu. Bemerkenswert ist, dass die Veränderung in der Gesamtzahl der Straftaten maßgleich durch die starke Zunahme (+17.785) der Delikte nach dem Aufenthaltsrecht gekennzeichnet wird.

2015 erfolgte ein erheblicher Anstieg des Flüchtlingsstroms, von dem insbesondere der mittelhessische Raum betroffen war. Da sich in Mittelhessen ein zentraler Hauptstandort der Erstaufnahmeeinrichtung befindet, wurden sämtliche Verstöße unabhängig vom Ort der Einreise ins Bundesgebiet und des Aufenthaltes in der mittelhessischen bzw. Gießener Kriminalstatistik gezählt. Ein Erfassungsrückstand bei diesen ausländerrechtlichen Verstößen, der größtenteils im Jahr 2015 aufgrund der hohen Zahl dieser Delikte eingetreten war, konnte im vergangenen Jahr behoben werden und macht sich deutlich in der Kriminalstatistik 2016 bemerkbar. Um dies zu verdeutlichen, wurden bei der Darstellung der Gesamtkriminalität in der ersten Tabelle die ausländerrechtlichen Verstöße aufgeführt, während in der zweiten Tabelle diese Delikte nicht dargestellt wurden. 2015 kamen etwa 80.000 Asylbewerber nach Hessen, während 2016 diese Anzahl um ca. 55.000 auf 24.615 Personen abnahm.

„Diese ausländerrechtlichen Verstöße haben an sich keine direkte Auswirkung auf die objektive Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Es sind Delikte, die nach dem Aufenthaltsrecht erfasst werden, da auch diese Personen einen Pass oder einen Aufenthaltstitel zur Einreise in die Bundesrepublik benötigen. Haben sie diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so sind wir als Polizei verpflichtet, jeweils eine Strafanzeige zu fertigen. Diese Verfahrensweise ist nicht neu, aufgrund der starken Veränderungen, insbesondere in 2016, ist es bei der Betrachtung der Gesamtzahlen jedoch notwendig, hier weiter zu differenzieren, was auch bei der Betrachtung der landesweiten Kriminalstatistik erfolgt ist.“, erläuterte Polizeipräsident Bernd Paul.

Grafik Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)Grundlage für die veröffentlichten Zahlen ist die sogenannte „Polizeiliche Kriminalitätsstatistik“ (PKS). Dabei handelt es sich um eine Erfassung aller polizeilich bearbeiteten Straftaten. Die Erfassung geschieht nach bundesweiten Richtlinien und erfolgt, wenn der Vorgang nach Abschluss der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurde.

Nach der Darstellung der Gesamtkriminalität wird, wie in den Jahren zuvor, auf die einzelnen Deliktsbereiche eingegangen. Erfreulich dabei ist, dass in vielen Bereichen die Anzahl der Delikte gesenkt und die Aufklärungsquote gesteigert werden konnte. Ebenfalls betrachtet werden die Straftaten, bei denen mindestens ein Tatverdächtiger dem Personenkreis der Asylsuchenden zuzuordnen ist.

 

Entwicklung der Gesamtkriminalität (mit Fälle und Aufklärungsquote) der letzten sechs Jahre mit den ausländerrechtlichen Verstößen (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Entwicklung der Gesamtkriminalität (mit Fälle und Aufklärungsquote) der letzten sechs Jahre ohne ausländerrechtlichen Verstöße (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Die folgende Darstellung zeigt die Anteile der verschiedenen Straftaten an der Gesamtkriminalität. Dabei wurden die Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht (unter sonstige Straftaten) mit berücksichtigt (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

In der unten aufgeführten Struktur wurden die ausländerrechtlichen Verstöße nicht mit aufgeführt (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

 

Häufigkeitszahl wieder rückläufig

Die sogenannte Häufigkeitszahl lag im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums im Jahr 2016 bei 6.896 (2015 bei 5.509) – unter Außerachtlassung der ausländerrechtlichen Verstöße sank die Häufigkeitszahl von 4.805 auf 4.527.

Polizeipräsident Bernd Paul ist diese Klarstellung wichtig, denn die Häufigkeitszahl, bei der man die Straftaten auf 100.000 Einwohner bezieht, ermöglicht einen Vergleich zwischen Städten und Räumen und drückt die Sicherheit in der jeweiligen Region aus. Die um ausländerrechtliche Delikte bereinigte Häufigkeitszahl belegt sehr deutlich, dass man in Mittelhessen sicherer lebt als in anderen Regionen des Landes und des Bundes.

Häufigkeitszahl wieder rückläufig - Die sogenannte Häufigkeitszahl lag im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums im Jahr 2016 bei 6.896 (2015 bei 5.509) – unter Außerachtlassung der ausländerrechtlichen Verstöße sank die Häufigkeitszahl von 4.805 auf 4.527 (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Gewaltkriminalität: Mord- und Totschlagsdelikte weiter zurückgegangen!

Die Gewaltkriminalität stieg um 38 Straftaten auf 1.795 Fälle an. Zur Gewaltkriminalität gehört auch die Deliktsgruppe Mord und Totschlag sowie Taten wie Vergewaltigung, schwere sexuelle Nötigung, Raub und gefährliche Körperverletzung. Dabei konnte die Aufklärungsquote auf sehr gute 83,6 % gesteigert werden, was den Bestwert seit 2011 bedeutet.

 

Die Gewaltkriminalität stieg um 38 Straftaten auf 1.795 Fälle an (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Positiv fällt auf, dass Mord und Totschlag nochmals um sieben Fälle auf 74 abnahmen.  Fast 84 % dieser Fälle konnten aufgeklärt werden. Sowohl beim Mord als auch beim Totschlag lag der Versuchsanteil bei jeweils etwa 80 % - mit anderen Worten wurde nur jede fünfte Straftat vollendet.

Auch weiter gesunken sind die Fälle der Vergewaltigung und der schweren sexuellen Nötigung (von 72 in 2015  auf 68 Taten in 2016). Die polizeiliche Aufklärungsquote ist dabei weiterhin auf hohem Niveau mit beachtlichen 87 %. Deutlich zurückgegangen sind auch die Raubdelikte. 338 solcher Fälle wurden in Mittelhessen angezeigt. Dies bedeutet gegenüber 2015 einen weiteren bemerkenswerten Rückgang um 42 Delikte bei einer Aufklärungsquote von 64 % (2015: 66 %).

Diese positive Entwicklung des Fallrückgangs ist auch beim Straßenraub zu beobachten. Hier sanken die Taten von 166 auf 148. Angestiegen sind die Raubdelikte auf Geldinstitute und Poststellen von einem auf fünf Fälle. 

Zu einem Anstieg kam es bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung. In diesem Bereich, welcher bei der Gewaltkriminalität den größten Teil ausmacht, wurden 2016 1.337 (+86) Taten gezählt. Trotz des Anstiegs der Taten konnte die Aufklärungsquote von 84,4 auf 88 % gesteigert werden.

 

Diebstahl: Rückgang bei Diebstahlsdelikten

Diebstahl - Rückgang bei Diebstahlsdelikten (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Erheblich zurückgegangen sind die Diebstahlsdelikte um etwa 2.200 Taten auf zuletzt 17.576 Taten. Den größten Teil davon machen die einfachen Diebstähle mit 10.308 (-2.012) aus. Während es in dem Feld der einfachen Diebstähle zu einem deutlichen Rückgang kam, sank auch die Zahl der Taten rund um den schweren Diebstahl  leicht um 195 auf 7.268 Delikte. Insgesamt machen die Taten etwa ein Drittel der Gesamtzahl aus.

Einen erheblichen Anteil am Rückgang bei dem einfachen Diebstahl (ohne erschwerte Umstände) macht der Ladendiebstahl aus. Wurden hier 2015 noch 3.871 Fälle erfasst, so sank diese Zahl auf 2.905 Fälle. Beim schweren Diebstahls (unter erschwerten Umständen) lagen die Taten rund ums das Kraftfahrzeug mit 1.460 Fällen vorne. Dies bedeutet eine Zunahme von 163 Fällen. Die Aufklärungsquote dabei fiel von 20 auf 17,2 %.

Leicht gesunken sind ebenfalls die Fälle des einfachen und schweren Fahrraddiebstahls. In diesem Deliktsfeld kam es zu einem Rückgang von 57 auf zuletzt 1.283 Taten. 

 

Wohnungseinbruchdiebstahl: Leichter Rückgang und mehr Versuche

Beim Wohnungseinbruchdiebstahl kam es zu einer geringfügigen Änderung bei den Fällen. Gab es 2015 noch zu 1.522 solcher Taten, sank die Zahl um 32 Delikte auf zuletzt 1.490. Die Aufklärungsquote fiel von 17,7 leicht auf 17,1%. Wirkung zeigen auch weiterhin die vielen polizeilichen Maßnahmen rund um das Thema Einbruchschutz. Der Anteil der Fälle, die nicht über das Versuchsstadium hinaus kamen und bei denen die Täter letztlich erfolglos blieben, nahm von 45,4 auf 46,9 % nochmals zu.

Einbrecher steigt mit Diebesgut aus einem Fenster„Wir werden weiter mit hoher Präsenz, offensiven Kontrollen, intensiver Tatortarbeit und kriminalpolizeilichen Ermittlungen sowie Präventionsaktivitäten den Wohnungseinbruch, darunter auch den sogenannten „Tageswohnungseinbruch“, bekämpfen, um diesem Phänomen zu begegnen. Wir setzen dabei weiterhin auf die aufmerksame Mithilfe der Bevölkerung und auf die zeitnahe Mitteilung von Hinweisen und Feststellungen durch die Zeugen. Ebenfalls wird mit neuen Strategien, wie länderübergreifenden Kooperationen der Polizei und einem neuen Analyseprojekt, gegen Wohnungseinbrecher vorgegangen“, so Polizeipräsident Bernd Paul.

Positiv sieht Polizeipräsident Paul auch, dass der Anteil an versuchten Wohnungseinbrüchen weiterhin gestiegen ist. Positiv deshalb, weil es den Einbrechern in diesen Fällen trotz ihrer Versuche nicht gelang, etwas zu stehlen.  „Dies hat vor allem mit der zunehmend besseren Absicherung der Gebäude zu tun. Viele Hausbesitzer haben bereits unsere Kriminalpolizeilichen Fachberater in Anspruch genommen. Wir bieten auch künftig allen Wohnungs- und Hausbesitzern diesen kostenlosen Beratungsservice an“, betont Bernd Paul.

Vergleich Wohnungseinbruch der letzten sechs Jahre (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Straßenkriminalität: Anstieg bei Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen

PolizeikelleBei der Straßenkriminalität handelt es sich um Delikte, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen begangen werden. Sank diese Zahl in den letzten Jahren jeweils kontinuierlich, so muss im letzten Jahre eine Zunahme von 347 Taten (9.057) festgestellt werden. Die Aufklärungsquote blieb jedoch annähernd gleich bei 21,2 %.

Den größten Anteil bei diesen Taten machen der einfache und schwere Diebstahl aus, der unverändert blieb (plus neun Taten auf zuletzt 5.314 Taten). Ursächlich für den Anstieg in der Straßenkriminalität sind größtenteils die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen. Hier stieg die Zahl der Delikte von 2.013 auf 2.198. Die Aufklärungsquote sank von 17 auf 15,5 %.

Weiter rückläufig ist der Straßenraub. Hatten Polizeibeamte im Jahr 2015 noch 166 solcher Straftaten aufgenommen, so wurden ein Jahr später 148 Taten erfasst, wobei die Aufklärungsquote von 59 auf 52,7% sank.

Delikte Straßenkriminalität im Vergleich der letzten sechs Jahre (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Vermögensdelikte / Internetkriminalität: Weniger Straftaten und höhere Aufklärungsquote

Sehr positiv ist, dass es bei den sogenannten Vermögens- und Falschgelddelikten zu einem Rückgang um 726 Taten kam. Wurden 2015 noch 10.591 Fälle gezählt, so sank diese Zahl auf zuletzt 9.865. Bei der Aufklärungsquote ist für diese Delikte ein Bestwert der letzten 7 Jahre festzustellen (83,2 %).

Die Betrugsdelikte, die den größten Anteil dabei ausmachen, sanken um knapp 600 Taten auf nunmehr 7.806. In diesem Deliktsfeld sanken die Waren- und Kreditbetrugsdelikte und die Beförderungserschleichung jeweils um 200. Erfreulich ist auch, dass der Tankbetrug um 268 auf 687 Fälle sank.

Delikte Vermögenskriminalität (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Weiter angestiegen dagegen ist die sogenannte Internetkriminalität. Diese Taten, die in der „virtuellen Welt“ begangen werden, beschäftigen die Polizei in den letzten Jahren immer mehr. In Gießen wurde daher vor einigen Jahren ein Internetkommissariat eingerichtet, das sich auf die Bearbeitung dieser Delikte spezialisiert hat. Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass diese Delikte immer mehr in den Blickpunkt der Polizei rücken. 2014 ergab die Erfassung noch 1.923 Taten.

2015 erhöhte sich der Wert auf 2.183 und zuletzt (2016) auf 2.258.Gleichwohl ist die ausgezeichnete Aufklärungsquote annähernd gleich geblieben bei 96,5 %.

 

 

Rauschgiftdelikte: Zunahme der Delikte

Zu einem Anstieg kam es bei den Rauschgiftdelikten. Dieser Wert stieg um 280 Fälle. Dabei handelt es sich um Fälle, die nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt werden. 2016 wurden in Mittelhessen 2.895 solcher Taten erfasst. Solche Strafverfahren werden zumeist von niemandem angezeigt, da es – anders als bei den meisten Delikten - keinen unmittelbaren Geschädigten gibt.

DrogenDie ganz überwiegende Mehrzahl der Strafanzeigen rund um das Betäubungsmittelgesetz entsteht durch Aktivitäten bzw. Kontrollen der Polizei oder im Rahmen anderer Ermittlungsverfahren.

Aus diesem Grund wird die Rauschgiftkriminalität in Polizeikreisen auch als „Kontrollkriminalität“ („Holkriminalität“) bezeichnet. Steigende Fallzahlen sind somit auch ein Beleg für eine größere Aktivität der Verfolgungsbehörden.

Den größten Anteil dieses Anstieges machen die Fälle aus, bei denen der illegale Umgang mit Cannabis eine Rolle spielt. Hier stieg die Zahl um 240 auf 1.375 solcher Verfahren. Leicht zugenommen haben auch die Delikte (52), bei denen  Amphetamine (414) aufgefallen sind. Insgesamt verzeichnete die Polizei in Mittelhessen im vergangenen Jahr 16 Rauschgifttote, vier Tote weniger als noch im Vorjahr.

 

Rauschgiftdelikte - Zunahme der Delikte (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Widerstand gegen Polizeibeamte: Anstieg der Delikte

Um fast das Doppelte stiegen die Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. Wurden 2011 noch 88 solcher Taten angezeigt, so stieg der Wert im vergangenen Jahr auf fast das Doppelte (157). Dabei handelt es sich oftmals um Gewaltdelikte, die in vielen Fällen durch angetrunkene Straftäter verübt wurden. Für die Statistik gezählt werden dabei nur Delikte, bei denen der Polizist eine Diensthandlung vornimmt. Fehlt das Tatbestandsmerkmal der Diensthandlung, so liegt nach Zählvorgabe der Statistik möglicherweise „nur“ eine Körperverletzung oder eine Bedrohung vor.

Festnahme Polizei„Bei diesen Taten ist festzustellen, dass viele Personen gegenüber der Polizei eine hohe Gewaltbereitschaft zeigten. Leider ist dabei auch zu beobachten, dass immer mehr Polizisten bei den gewaltintensiveren Einsätzen verletzt wurden. Wir können nicht hinnehmen, dass Polizeibeamte bei Einsätzen beschimpft oder angegriffen werden. Ich befürworte daher ausdrücklich den Vorstoß, den Schutzparagraphen zu verschärfen, die Polizeibeamten wie auch Rettungskräfte und Feuerwehrleute, rechtlich besonders zu schützen, auch ohne das Tatbestandsmerkmal einer Diensthandlung. Wir werden, beispielsweise durch ein intensiveres Einsatztraining und den Einsatz der Bodycams, dazu beitragen, dass die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten besser geschützt sind.“, so Polizeipräsident Bernd Paul, der sich wie seine Kolleginnen und Kollegen eine gesellschaftliche Unterstützung in diesem kritischen Thema wünscht.

 

Widerstand gegen Polizeibeamte innerhalb der letzten sechs Jahre (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Leichte Zunahme bei den Tatverdächtigen bis 21 Jahren:

Vergangenes Jahr wurden in Mittelhessen 45.400 Tatverdächtige ermittelt. Dies bedeutet gegenüber 2015 einen Zuwachs von etwas über 16.000. Grund dafür sind größtenteils die bereits beschriebenen Zuwächse bei den ausländerrechtlichen Verstößen. Ohne die ausländerrechtlichen Verstöße wurden 2016 noch 21.450 (2015 – 22.401) Tatverdächtige ermittelt. Ca. drei Viertel dieser Verdächtigen sind Männer. Etwa 35.000 sind Erwachsene.

Zurückgegangen ist der Anteil der Jugendlichen von 8,7 auf zuletzt 6,5 %. Ohne die ausländerrechtlichen Delikte kam es jedoch zu einem Anstieg auf 9,01%. Angestiegen ist jedoch der Wert bei den Heranwachsenden von 10,8% auf 14,6 %. Ohne die aufenthaltsrechtlichen Verstöße kam es zu einem leichten Rückgang auf 10.46 %. 

 

Zuwanderung: Auswirkungen auf Statistik

Die hohen Migrationszahlen hatten bereits im letzten Jahr Einfluss auf die polizeiliche Kriminalstatistik. Die Kriminalstatistik wird insbesondere in diesem Bereich von den ausländerrechtlichen Verstößen beeinflusst. Bei der Erfassung von Tatverdächtigen in der PKS werden zur Personengruppe der Flüchtlinge neben der Staatsangehörigkeit auch verschiedene Angaben zum Aufenthaltsanlass erhoben:

  • Asylbewerber / Asylberechtigte,
  • Duldung,
  • Kontingent-/Bürgerkriegsflüchtling,
  • Schutzberechtigte,
  • Unerlaubter Aufenthalt

An allen in Mittelhessen aufgeklärten Straftaten (52.234) trat in 54,1% der Fälle mindestens ein Asylbewerber als Tatverdächtiger in Erscheinung. 2015 lag dieser Wert noch bei 30,9 %. Diese deutliche Zunahme hat, wie bereits beschrieben, in hohem Maß etwas mit den vielen aufenthaltsrechtlichen Verstößen zu tun. Ohne diese Verstöße lag diese Prozentzahl 2016 bei 14,5 % (4.203 von insgesamt 29.064 Fällen). 2015 gab es 30.009 aufgeklärte Delikte. Dabei waren 14,0 % der Tatverdächtigen Asylbewerber. 

Straftaten Gesamt mit den ausländerrechtlichen Verstößen (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Straftaten Gesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Um 687 Fälle ist der Ladendiebstahl zurückgegangen (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Ebenfalls zu einem Rückgang kam es bei der sogenannten Beförderungserschleichung (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Bei der Körperverletzung kam es zu einem nochmaligen drastischen Anstieg von 223 auf 684 Taten (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

Weitere Delikte:

Um 15 Fälle angestiegen sind Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 2016 wurden 43 solcher Taten angezeigt. Darunter befinden sich zwölf Straftaten der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung. Die Anzahl der tatverdächtigen Zuwanderer (nach Staatsangehörigkeit) ist eher nicht aussagekräftig und schwankt zwischen acht und einer Person.

Die Raubdelikte sanken von 91 auf 55 Fälle. Bei 22 Taten wurden algerische Staatsangehörige als Tatverdächtige ermittelt. Um 177 Delikte stieg der schwere Diebstahl (2016 – 368 Taten). Meistens geht es um PKW-Aufbrüche. Auch in diesen beiden Bereichen dominieren die algerischen Flüchtlinge.

Raubdelikte - (PKS PP Mittelhessen 2016)

Schwerer Diebstahl - (PKS PP Mittelhessen 2016)

 

 

Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mittelhessen und der Polizeidirektionen

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

 

  Die komplette Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mittelhessen   (1,5 MB) - 24.02.2017 - De.

 


Logo Landkreis Wetterau PKS 2016 Wetterauskreis (1,6 MB) - 02.03.2017 - De.
PKS 2016 Wetteraukreis - Kommunen (338, KB)
Entwicklungen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PDF, 2 MB)

 


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PKS 2016 für den Landkreis und Stadt Gießen (1,54 MB) - 03.03.2017 - Ac.

 


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PKS 2016 Marburg-Biedenkopf - Kommunen / Delikte (2,2 MB)

 


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PKS 2016 Lahn-Dill (250 KB) - 23.03.2017 - De.
PKS 2016 Lahn-Dill - Grafiken (230 KB)

 


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