Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Westhessen
 
13.11.2015

„Schlauer als der Klauer – klüger als Betrüger“

Polizei Westhessen macht mobil gegen Trickdiebstahl und Trickbetrug

In vielen Situationen des täglichen Lebens sind sie in unserer Nähe und beobachten uns. Sie warten auf eine günstige Gelegenheit, um zuzuschlagen und dabei haben sie nur eines im Sinn – unsere Wertsachen und unser Geld. Egal ob beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Cafe nebenan, bei der Sparkasse oder sogar in den eigenen vier Wänden; Trickdiebe kennen keine Skrupel und dringen oft sogar in die Privatsphäre ihrer Opfer ein. Dabei nutzen die Ganoven viele Tricks, um ihre Opfer zu bestehlen oder zu betrügen. Oftmals sind Seniorinnen und Senioren betroffen, die aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit leicht zu Leidtragenden von Tickdiebstahl und Betrug werden.

Trickdiebstahl einer Geldbörse aus einer Manteltasche

Beispiel: eine 71-jährige Frau wurde zum Opfer dreister Trickdiebe. Eine weibliche Person rief bei ihr an und gab sich als eine gute Freundin aus. Im weiteren Verlauf des Telefonats bat die vermeintliche Freundin um einen hohen Geldbetrag. Die Wiesbadenerin ging daraufhin zu ihrer Bank, hob mehrere Tausend Euro von ihrem Konto ab und übergab sie einer von der „Freundin“ beauftragten „Anwaltsgehilfin“. Bei dieser Person handelte es sich natürlich lediglich um eine Komplizin der Anruferin. Nach der für die Täter erfolgreichen Geldübergabe, wurde die Geschädigte nochmals von ihrer „guten Freundin“ kontaktiert. Wieder wurde ein hoher Geldbetrag gefordert und die Geschädigte hob abermals Geld von ihrem Konto ab. Weder das Opfer noch die Bankangestellten schöpften Verdacht, und so verlief auch die zweite Geldübergabe für die Täter erfolgreich. Nun waren sich die Täterinnen ihrer Sache wohl sehr sicher und riefen ein drittes Mal bei der Geschädigten an, um wieder Bargeld zu fordern. Jetzt wurde das Telefonat jedoch unmittelbar von der 71-Jährigen beendet und es kam zu keiner weiteren Geldübergabe. Insgesamt entstand ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro.

 
Trickbetrug

Im geschilderten Fall wurde die Geschädigte Opfer des sogenannten „Enkeltricks“. Die „Spielarten“ des Enkeltricks sind dabei vielfältig. Die Anrufer geben sich als Verwandte, ehemalige Arbeitskollegen oder Schulfreunde aus und erreichen durch geschickte Gesprächsführung, dass die Geschädigten ihnen Glauben schenken. Gerade die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen wird hier auf äußerst niederträchtige Art und Weise ausgenutzt. Die Polizei appelliert daher an die älteren Mitbürger, bei solchen Anrufen äußerst sensibel zu reagieren und sich nicht zu übereilten Geldübergaben überreden zu lassen. Im Zweifel sollte die Polizei verständigt werden. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen eine Rückversicherung bei den tatsächlichen Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen Klarheit bringen.

Aber nicht nur bei telefonischen Geldforderungen sollten Sie stutzig werden. Oft geben sich Trickbetrüger und Diebe auch als Handwerker, Wasserwerker oder Polizeibeamte aus und täuschen vor, Überprüfungen in Ihrer Wohnung vornehmen zu müssen. Lassen Sie deswegen niemals Fremde in Ihre Wohnung und äußern Sie Ihre Absicht, gemachte Angaben und vermeintliche Aufträge überprüfen zu wollen. Trickdiebe oder Betrüger werden in solchen Fällen sofort die Flucht ergreifen.

 
Trickdiebstahl

Eines steht fest: Vor Trickdieben sind Sie nirgendwo sicher! Gerade wenn Sie mit Ihrem Bargeld oder Ihrer Geldbörse hantieren, müssen Sie immer damit rechnen im Visier von Dieben zu stehen. Seien Sie wachsam und misstrauisch wenn Ihnen jemand Hilfe anbietet. Nicht jeder der Ihnen Ihren Einkauf in die Wohnung trägt, will Ihnen auch tatsächlich helfen. Wenn Sie beim Einkaufen oder am Geldautomaten auf Wechselgeld angesprochen werden, ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Flinke Finger haben Ihnen nämlich ruck zuck Ihre Geldscheine aus Ihrer Geldbörse gestohlen. Deshalb gilt in diesem Zusammenhang: Die Hände fremder Menschen haben an Ihrer Geldbörse nichts verloren!

Diebstahl aus einer Manteltasche

Besondere Aufmerksamkeit ist auch in scheinbar alltäglichen Situationen angebracht. Das kann zum Beispiel auch die einfache Frage nach dem Weg zum nächsten Krankenhaus sein. Wenn man Ihnen dabei noch einen Stadtplan vor das Gesicht hält, sollten bei Ihnen alle Warnsignale anspringen! Trickdiebe nutzen solche „Sichtbarrieren“ oder andere Ablenkungsmanöver, um Ihnen wertvolle Gegenstände zu stehlen.

Wie derzeit in aktuellen Fällen geschehen, muss man leider sogar sehr aufpassen, wenn sich Personen nach einer Auskunft bei Ihnen überschwänglich bedanken möchten. Bei einer herzlichen Umarmung haben geschickte Trickdiebe dabei nämlich wertvolle Halsketten im Wert von mehreren Tausend Euro erbeutet.


Taschendiebstahl

Zum Beginn der Herbstzeit beginnt auch bei vielen Menschen schon die Suche nach Weihnachtsgeschenken. Der Ausverkauf lockt die Menschen zu Tausenden in die Fußgängerzonen der Städte und bis zum nächsten Weihnachtsmarkt ist es auch nicht mehr lange hin. Das wissen auch Taschendiebe, die vor allem dichtes Gedränge ausnutzen, um Beute zu machen.

Diebstahl aus einer Handtasche

Um nicht zum Opfer von Taschendieben zu werden sollten Sie daher unbedingt folgende Punkte beachten:

  • Führen Sie an Bargeld, EC- oder Kreditkarten nur das Notwendigste mit sich.
  • Führen Sie Bargeld, EC- und Kreditkarten am Körper verteilt mit sich, möglichst in Gürteltaschen oder Brustbeuteln.
  • Tragen Sie Hand- oder Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper.
  • Achten Sie bei einem Menschengedränge und in unübersichtlichen Situationen noch stärker auf Ihre Wertsachen.
  • Halten Sie Ihre Handtasche stets geschlossen und lassen diese nie unbeaufsichtigt.

 
Tipps zur Vorbeugung - um nicht zum Opfer zu werden!

Aus den genannten Gründen werden in den nächsten Wochen fachkundige Polizistinnen und Polizisten im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen Informationsveranstaltungen zum Thema Betrug und Diebstahl durchführen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dabei eingehend informieren und Fragen stellen.

Text: Polizeipräsidium Westhessen, Pressestelle; Hoffmann

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