Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Westhessen
 
15.12.2017

Enkeltrick - Betrug zum Nachteil älterer Menschen

„Rate mal, wer am Telefon ist?“

So oder in ähnlicher Art und Weise beginnen alle Telefonate, nach dem zuvor gezielt älter klingende Vornamen der Opfer aus Telefonbüchern heraus gesucht wurden. Die Anrufer nennen keinen Namen und täuschen eine persönliche Verwandtschaft oder Bekanntschaft vor, z.B. Nichte, Neffe, Enkel. Sie sprechen Sie mit einem vertraulichen „Du“ und Ihrem Vornamen oder mit „Oma“ oder „Opa“ an. Sie erkundigen sich nach Ihrer Gesundheit und vermitteln Ihnen den Eindruck, die Anrufer zu kennen und sich nicht an Sie erinnern zu können.

Sehr schnell beschreiben die Anrufer eine dringende, persönliche Notlage und den eigenen finanziellen Engpass. Dies kann angeblich eine günstige Kaufgelegenheit von Auto oder Wohnung sein, eine Forderung vom Rechtsanwalt in dessen Kanzlei, eine hohe Rechnung oder eine Unfallsituation mit dem Auto im Inland oder Ausland.

Enkeltrick

„Hilf mir bitte!“

Sie bitten nachdrücklich um finanzielle Hilfe („Du musst mir helfen“) und fordern kurzfristige Bargeldzahlungen für die Befreiung aus der Notlage oder die günstige Kaufgelegenheit.

In manchen Fällen nennen die Anrufer gleich einen hohen Geldbetrag von mehreren tausend Euro, der benötigt wird. Sofern Sie kein Geld im Hause haben, sollen Sie sofort das benötigte Geld von Ihrem Konto abheben. Sie werden durch die Anrufer mit Worten und mit mehrmaligen Anrufen bedrängt, Hilfe zu leisten. Wenn Sie zögern, drohen Ihnen die angeblichen Enkel mit dem Abbruch der persönlichen Beziehung oder den schlimmen Folgen für den angeblichen Verwandten oder Bekannten.

Die Anrufer bitten um absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten oder anderen Verwandten oder Mitarbeitern in der Bank. Sie erklären, das Geld nicht selbst holen zu können und entschuldigen sich für Ihr Fernbleiben. Sie kündigen einen Freund oder eine Freundin an, der das Geld gleich abholen wird. Der Besuch mit der gleichzeitigen Rückzahlung wird für einen späteren Termin zugesagt.

„Die Polizei rät“

  • Fragen Sie immer nach dem Namen eines Anrufers.
  • Vergewissern Sie sich, ob es sich tatsächlich um Ihren Verwandten handelt. Informieren Sie sich bei Ihrer Familie und rufen Sie nur Ihnen bekannte Telefonnummern an.
  • Vorsicht bei Forderungen nach Bargeld am Telefon!
  • Legen Sie den Hörer auf, wenn der Anrufer Bargeld von Ihnen verlangt. Übergeben Sie fremden Menschen niemals Bargeld oder Wertsachen.
  • Informieren Sie unverzüglich die Polizei (Notruf 110), wenn Sie einen solchen Anruf erhalten oder der Anruf Ihnen verdächtig vorkommt.

„Im Schadensfall“

  • Auch wenn es schwer fällt, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, sobald Sie Opfer geworden sind. Ihre Anzeige hilft.
  • Lassen Sie sich kostenlos beraten. Nehmen Sie mit Ihrer örtlichen Polizeidienststelle Kontakt auf.
  • Erfahrene Beamtinnen und Beamte helfen Ihnen und beraten Sie zum Opferschutz.

So erreichen Sie uns:

PP Westhessen
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
Bleichstraße 16
65183 Wiesbaden
Telefon: 0611 / 345 – 16 16
beratungsstelle.ppwh@polizei.hessen.de
polizeiberatung.ppwh@polizei.hessen.de

Die Erreichbarkeit Ihrer örtlich zuständigen Polizeistation bzw. Ihres Polizeireviers finden Sie 2 rote Pfeilehier

Weitere Tipps und Merkblätter des PP Westhessen:

2 rote PfeileAktueller Flyer Enkeltrick PDF-Symbol

2 rote PfeileHinweise für Angehörige (z.B. Kinder/Enkel) PDF-Symbol

2 rote PfeileHinweise für Angehörige und andere (z.B. Jugendliche/Nachbarn/sonstige Bekannte) PDF-Symbol

2 rote PfeileHinweise für Bankmitarbeiter PDF-Symbol

2 rote PfeileFormular zur Änderung des Telefonbucheintrags PDF-Symbol

Sonstige Tipps zum Thema „Enkeltrick“ unter:

2 rote Pfeilewww.polizei-beratung.de