Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Westhessen
 
19.06.2020 | Polizeipräsidium Westhessen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019

Gemeinsame Pressekonferenz der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Polizeipräsidiums Westhessen im Wiesbadener Rathaus

 

 

Am Freitag, dem 13.03.2020, haben Bürgermeister Dr. Oliver Franz, Polizeipräsident Stefan Müller und weitere Verantwortliche von Stadt und Polizei die polizeiliche Kriminalstatistik für das Stadtgebiet Wiesbaden vorgestellt. Darüber hinaus wurde über die Erfahrungen nach einem Jahr Waffenverbotszone in der Wiesbadener Innenstadt sowie über das Präventionsprogramm KOMPASS im Wiesbadener Westend berichtet. In diesem Artikel fassen wir Ihnen die wichtigsten Informationen des Pressetermins zusammen. Darüber hinaus können Sie weitere Informationen zur Polizeilichen Kriminalstatistik der Landeshauptstadt Wiesbaden beigefügtem pdf-Dokument entnehmen.

 

Bürgermeister Dr. Oliver Franz und Polizeipräsident Stefan Müller

 

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 für Wiesbaden 

Die Kriminalitätsentwicklung in Wiesbaden folgt dem Trend der vergangenen Jahre und hat sich 2019 positiv entwickelt. Im Jahr 2019 wurde in der Landeshauptstadt mit nsgesamt 20.131 Fällen das geringste Gesamtstraftatenaufkommen seit 1984 festgestellt. Die Anzahl der festgestellten Delikte ging um 233 Fälle zurück, was einem Rückgang um 1,1 Prozentpunkte entspricht. Die Wiesbadener Polizistinnen und Polizisten haben in den Ermittlungsgruppen und Fachkommissariaten im vergangenen Jahr gute Arbeit geleistet und insgesamt 12.981 Straftaten aufgeklärt. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 64,5Prozent und damit einem weiteren Höchststand. 

Es gibt Delikte, die das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger einer Stadt besonders beeinträchtigen. Auch in Wiesbaden sind dies vor allem Taten, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen begangen werden (Straßenkriminalität)und der Wohnungseinbruchsdiebstahl. Umso erfreulicher ist es, dass gerade in diesen beiden Deliktsbereichen noch einmal Rückgänge der Fallzahlen zu verzeichnen sind. Im Jahr 2019 wurde ein erneuter Rückgang der Fallzahlen im Bereich der Straßenkriminalität um 281 auf 3.858 Fälle registriert. Die Zahl der festgestellten Taten in diesem Deliktsbereich sank damit seit 1989 erstmalig unter 4.000 Taten pro Jahr. Das gezielte Vorgehen gegen Mehrfach-/Intensivtäter und eine hohe Präsenz von Polizeikräften im öffentlichen Raum haben zur Reduzierung der Fallzahlen, besonders im Bereich der Straßenkriminalität, beigetragen. 

Besonders erwähnenswert ist der Rückgang der festgestellten Wohnungseinbrüche in der Landeshauptstadt. Wurden im Jahr 2018 insgesamt 568 Fälle registriert, so waren es im Jahr 2019 noch 387 Fälle, was einem Rückgang von 31,9 Prozentpunkten entspricht. 

Polizeipräsident Stefan Müller äußerte sich zu dieser Entwicklung: „Wir wissen, dass die Menschen Wohnungseinbrüche als besonders einschneidend und gravierend empfinden, was nicht selten schlimme Folgen für die Opfer hat. Daher ist der Rückgang der Fallzahlen für die Bürgerinnen und Bürger von Wiesbaden eine äußerst positive Entwicklung, aber auch ein Beleg für die gute Arbeit der Polizei.“ 

 

1 Jahr Waffenverbotszone in Wiesbaden 

Nach den Erfahrungen im Zeitraum des ersten Jahres nach Einrichtung der Waffenverbotszone in der Wiesbadener Innenstadt, ziehen die Verantwortlichen der Landeshauptstadt und des Polizeipräsidiums Westhessen eine durchweg positive Bilanz. Die dort getroffenen Maßnahmen haben sich als probates Mittel sowie als Teilelement der Gesamtstrategie bewährt, die Wiesbadener Innenstadt sicherer zumachen. Die Waffenverbotszone stellt mittlerweile einen wichtigen Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Stadt dar. Nicht zuletzt wirken die Maßnahmen dank einer intensiven medialen Begleitung und eingebettet in das Gesamtkonzept „GemeinsamSicheres Wiesbaden“, positiv auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Zudem wird dem Trend der Selbstbewaffnung in der Öffentlichkeit entgegengewirkt. 

An insgesamt 104 gemeinsamen Kontrolltagen im Rahmen des Programmes „Gemeinsam Sicheres Wiesbaden“, haben die Einsatzkräfte der Stadt Wiesbaden, des Polizeipräsidiums Westhessen und der Hessischen Bereitschaftspolizei im Verlauf des vergangenen Jahres starke Präsenz gezeigt und den Kontrolldruck auf der Straße spürbar erhöht. Bei den gemeinsamen Maßnahmen kontrollierten die Polizistinnen und Polizisten in der Waffenverbotszone insgesamt 6.384 Personen, wobei 132 Gegenstände sichergestellt wurden, von denen es sich in 110 Fällen um Messer handelte. Von den bislang eingeleiteten Verfahren wegen festgestellter Verstöße sind mittlerweile 59 Verfahren rechtskräftig.

 

Sichergestellte Waffen

 

Die überwiegende Anzahl von Sicherstellungen der aufgefundenen Gegenstände erfolgte in der Fußgängerzone, vor allem am Ende der Langgasse und am Mauritiusplatz. Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Bereich rund um den Platz der deutschen Einheit. Die Sicherstellungen erfolgten zum größten Teil bei männlichen Personen, wobei es sich bei Besitzern von 100 sichergestellten Gegenständen um Bürger aus Wiesbaden handelte. 

Im Hinblick auf die Gesamtbilanz nach einem Jahr Waffenverbotszone äußerte Bürgermeister Dr. Oliver Franz: „Die Ergebnisse der Kontrollen zeigen eindrucksvoll, dass nach wie vor zu viele Menschen mit Messern unterwegs sind, obwohl die Entwicklung rückläufig ist. Unsere Maßnahmen belegen darüber hinaus, dass die Prognosen in Bezug auf die Örtlichkeiten und die erzielten Ergebnisse der getroffenen Maßnahmen richtig waren. Deutlich wurde vor allem, dass die Einrichtung der Waffenverbotszone ihre Berechtigung und darüber hinaus eine positive Außenwirkung hat. So wurden die Kontrollkräfte aktiv von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen und die Maßnahmen ausdrücklich begrüßt.“ 

Polizeipräsident Stefan Müller bemerkte im Hinblick auf die Anzahl dersichergestellten Gegenstände: „Wir werden auch weiterhin gegen die Unkultur des Messertragens vorgehen. Unsere polizeilich präventive Arbeit im öffentlichen Raum dient unmittelbar zur Verhinderung von Straftaten. Denn wir alle wissen, was der Einsatz eines Messers bei einer körperlichen Auseinandersetzung für katastrophale Folgen haben kann. Oftmals liegt zwischen Leben und Tod dabei nur ein schmaler Grat. Daher trägt jedes Messer, welches wir in der Waffenverbotszone sicherstellen, zur Sicherheit in der Wiesbadener Innenstadt bei.“ 

Neben den gezielten Maßnahmen in der Waffenverbotszone und dem Vorgehen gegen Intensivtäter haben Sicherheitskräfte der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Polizeipräsidiums Westhessen, im Rahmen des Fußstreifenkonzeptes, an 67 Tagen mit gemeinsamen Fußstreifen Präsenz gezeigt. Für die Belange der Bürgerinnen und Bürger sowie für Gewerbetreibende waren die Einsatzkräfte damit unmittelbar ansprechbar.

Die beteiligten Behörden werden zukünftig auch weiterhin eng im Sinne der Wiesbadener Bevölkerung zusammenarbeiten.Um weitere Vorhaben zu optimieren, hat das Amt für Statistik und Stadtforschung im Auftrag des Präventionsrates der Landeshauptstadt Wiesbaden, Ende des vergangenen Jahres, eine repräsentative Befragung der Bevölkerung im Alter von 16 bis 29 Jahren durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass die jungen Leute ein erhöhtes Risiko für die eigene Sicherheit nicht darin sehen, Opfer einer schweren Straftat zu werden, sondern Unsicherheiten vielmehr das Resultat eines zunehmend gestörten sozialen Miteinanders im öffentlichen Raum sind. Die Ergebnisse der Befragung haben außerdem dazu beigetragen, potentielle Angsträume in der Stadt zu identifizieren und die Grundlagen für weitere Sicherheitsprojekte zu liefern.

 

Projekt KOMPASS im Wiesbadener Westend 

Eines dieser Projekte ist die Präventionsinitiative KOMPASS(KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel). Über KOMPASS werden derzeit im Wiesbadener Westend passgenaue Lösungen für die Bedürfnisse der Bevölkerung in diesem Stadtteil entwickelt. Denn die Befragung hat auch ergeben, dass das Westend und insbesondere auch der Platz der deutschen Einheit, großen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl, vor allem junger Menschen, haben.  

Eine umfangreiche Analyse des Wiesbadener Westends wurde am 05.03.2020 bei einer zweiten Sicherheitskonferenz vorgestellt. Thematisiert wurden u.a. Optionen zur Verbesserung der Sicherheit rund um den Platz der deutschen Einheit, der Umgang mit Obdachlosen und alkoholkranken Menschen sowie die Müll- und Verkehrssituation im Westend. Auf der Grundlage der gemeinsamen Analyse werden in Zukunft weitere ämterübergreifende Ansätze erarbeitet. Darüber hinaus ist die Fortsetzung des Austausches zwischen der Stadt Wiesbaden, der Polizei, zwischen Gewerbetreibenden sowie Bürgerinnen und Bürgern von entscheidender Bedeutung, damit unter der Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten im Bereich des Westends angepasste Maßnahmen direkt vor Ort erfolgen können. 

Einsatzkräfte der Stadt- und Landespolizei werden sich zukünftig deutlich stärker als bisher im Westend engagieren. Um das Vorgehen zu optimieren, wird eine eigene Projektorganisation verschiedene Aufgabenfelder entwickeln. Fest steht jedoch jetzt schon, dass im Rahmen zukünftiger Maßnahmen ämterübergreifende Kontrollen von Problem- bzw. Gewerbeobjekten sowie von auffälligen Gaststätten und Wettbüros durchgeführt werden. Neben der Erhöhung der Präsenz auf der Straße sollen außerdem die Überwachung des ruhenden Verkehrs intensiviert und Parkverstöße konsequenter geahndet werden. Für einen engeren Kontakt zur Bevölkerung und den Gewerbetreibenden sollen im Übrigen zwei „Schutzmänner vor Ort“ der Stadt-und Landespolizei sorgen, die ein offenes Ohr für die Belange der Bürgerinnen und Bürger haben werden. 

Gemeinsames Ziel ist es, durch die Optimierung aller Maßnahmen, für mehr Sicherheit im Sinne der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener zu sorgen.  


 Polizeiliche Kriminalstatistik für den Bereich der Landeshauptstadt Wiesbaden 


 Polizeiliche Kriminalstatistik für den Main-Taunus-Kreis 

 Polizeiliche Kriminalstatistik für den Bereich Limburg-Weilburg 

 Polizeiliche Kriminalstatistik für den Rheingau-Taunus-Kreis 

 Polizeiliche Kriminalstatistik für den Hochtaunuskreis 

Weitere Dokumente: