Hessische Polizei - Polizeiautos
 
29.09.2017 | Polizeipräsidium Westhessen

Anrufe von falschen Polizeibeamten

 

Wiesbaden, Rheingau-Taunus, Hochtaunus, Main-Taunus

Eine besondere Form des Betruges, die auch vor unserer Region keinen Halt macht!

 

Achtung! Anrufe von falschen Polizeibeamten!

 

In verschiedenen Varianten versuchen falsche Polizeibeamte (teilweise auch falsche Banken, Rettungsdienste, Gerichte o.ä.) Informationen über Bargeldbestände oder Art und Höhe von Geldanlagen bei Banken zu erlangen. Unter dem vermittelten Eindruck einer konkreten Gefährdung, etwa einem Einbruch oder einem Unfall, versucht man in weiteren Telefonaten die Angerufenen dahingehend zu manipulieren, dass sie ihr Bargeld und ihre Ersparnisse abheben und anschließend zur Eigentumssicherung an die angeblichen Polizisten übergeben. Hierzu wird vor allem auch das Vertrauen in staatliche Organisationen, wie Polizei oder Staatsanwaltschaft, erheblich missbraucht.

 
Beispielhafte Fälle aus dem Hochtaunuskreis:

In Schmitten-Dorfweil riefen am 28.09.2017 gegen 22.10 Uhr gleich mehrere Personen bei einer 92-jährigen Frau an, die sich als Polizeibeamte ausgaben.

Man habe eine Einbrecherbande festgenommen, von der jedoch noch ein Teil flüchtig sei. Bei der Durchsuchung der Festgenommenen habe man einen Zettel mit dem Namen der Seniorin gefunden.
Die Angerufene wurde über einen längeren Zeitraum durch die Täter in Angst und Schrecken versetzt und dabei über ihre Wertgegenstände ausgefragt. Schließlich gelang es den Tätern, die 92-Jährige davon zu überzeugen, dass es sicherer sei, ihre Wertsachen an die „Polizei“ auszuhändigen. Gegen 01.40 Uhr erschien schließlich ein Mann am Haus der Frau, dem die Geschädigte Schmuck und Goldbarren im Wert von mehreren Zehntausend Euro übergab. Der Abholer wurde als ca. 30 bis 35 Jahre alt, ca. 1,60 Meter groß, mit dunklen, kurzen Haaren, dunklen Augen und dunkler Bekleidung beschrieben. Nach Auskunft der Geschädigten sprach der Mann deutsch ohne erkennbaren Akzent. Der oder die Täter flüchteten den ersten Ermittlungsansätzen zufolge mit einem unbekannten Pkw vom Tatort.

Während der Tathandlung in Dorfweil, riefen im Zeitraum von 22.00 Uhr bis 23.40 Uhr, in 12 weiteren Fällen, falsche Polizeibeamte, zumeist bei älteren Menschen an. Die Vorgehensweise war in diesen Fällen immer ähnlich. Die Polizei warnt aufgrund der Vorfälle erneut dringend vor dem Auftreten falscher Polizeibeamte. Sollten Sie am Telefon über Ihre Vermögenswerte ausgefragt werden oder die Aushändigung von Schmuck oder Bargeld von Ihnen verlangt werden, legen Sie unbedingt den Hörer auf und verständigten sie die richtige Polizei. Nur so können sie vermeiden zum Opfer zu werden. Geben Sie diese Informationen auch unbedingt an Ihre Eltern, Großeltern oder ältere Bekannte und Freunde weiter, um möglichst viele Menschen über das Vorgehen der Täter zu informieren!

Die Kriminalpolizei in Bad Homburg nimmt Hinweise von Zeugen, vor allem in Bezug auf den Abholer in Dorfweil und den möglicherweise dort eingesetzten Pkw, unter der Telefonnummer (06172) 120-0 entgegen.

 

Um den Trickbetrügern nicht selbst zum Opfer zu fallen, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Geben Sie keine persönlichen Daten oder Angaben zu ihren Lebensverhältnissen preis!
  • Machen Sie niemals Angaben zu Wertsachen in der Wohnung oder Vermögenswerten!
  • Polizeibeamte fragen nicht nach persönlichen Geldverstecken!
  • Die Polizei stellt kein Bargeld oder andere Wertsachen vorsorglich sicher!
  • Sollten Sie sich beim Telefonat unter Druck gesetzt fühlen, beenden Sie das Gespräch und informieren Sie die örtliche Polizei persönlich oder über die Notrufnummer 110.
  • Wichtig: Die Polizei ruft niemals mit der Notrufnummer 110 oder ähnlichen Kombinationen an!

Quelle: Polizeipräsidium Westhessen-PÖA