Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Südosthessen
 
07.02.2014

Spaß mit Maß - Jugend und Alkohol zur Faschingszeit

Polizei appelliert an die Veranstalter

Närrisches Treiben mit fröhlichem und ausgelassenem Feiern bestimmt wieder während der Faschingszeit in weiten Teilen des Landes das Leben. Dabei spielt der Konsum alkoholischer Getränke eine nicht unwesentliche Rolle.

In Deutschland und auch in Hessen ist die Zahl der jugendlichen Komasäufer laut aktueller Pressemitteilung der DAK und der Statistischen Landesämter leicht gestiegen.

Dieser Anstieg gilt auch für jugendlicher „Komasäufer“ im Main-Kinzig-Kreis. Im Jahr 2012 kamen nach Informationen der DAK-Gesundheit 125 Patienten im Alter von 10 bis unter 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

So auch in Offenbach: im Jahr 2012 wurden 27 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 20 Jahren nach extremem Alkoholkonsum in ein Krankenhaus eingeliefert.

Gute Stimmung und ausgelassenes Feiern, sei es auf einer Faschingsveranstaltung in der Halle oder einem Umzug, prägen seit jeher das Erscheinungsbild der "5. Jahreszeit". Viele Fastnachter, vor allem Kinder und Jugendliche, unterschätzen dabei die Auswirkungen der alkoholischen Getränke.

Die Gründe, warum Kinder und Jugendliche zur Flasche greifen, sind vielfältig: Ob Neugierde, Gruppendruck oder Stress, die Folgen sind oft heftig.

Junge Menschen, die vor dem Ausgehen "vorglühen", sind vielen Risiken ausgesetzt. Aggressive Stimmung, Provokationen und Beleidigungen schlagen leicht in tätliche Gewalt um, besonders wenn Alkohol im Spiel ist.

2012 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen 177 Tatverdächtige Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter Alkoholeinfluss registriert.

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen insbesondere in Gaststätten und Spielhallen. Der unerlaubte Ausschank von Alkohol an Jugendliche wird mit Bußgeldern geahndet.

Allerdings besteht eine große Problematik im Zusammenhang mit dem so genannten "Vorglühen" vor Veranstaltungen sowie an szenetypischen Treffpunkten Jugendlicher. "Vorglühen" bedeutet, im privaten Kreis - oftmals vor Veranstaltungen - Alkohol zu konsumieren, um neben den hohen Preisen für alkoholische Getränke in Gaststätten,  Diskotheken und bei Veranstaltungen auch den jugendschutzrechtlichen Bestimmungen zu entgehen.

Kampagnen und Webseiten wollen darüber aufklären, wie jedermann ohne das Risiko von zu viel Alkoholkonsum feiern kann.

Deshalb appelliert die Polizei an Veranstalter, Vereinsverantwortliche und Eltern, für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen besondere Sorge zu tragen. Dabei sei vor allem auf die Altersgrenzen bei den Abgabeverboten von Alkohol und Tabakwaren zu achten.

  • Alkoholische Getränke dürfen an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.
  • Branntweinhaltige Getränke (unter anderem diverse Mixgetränke) dürfen nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben und der Verzehr gestattet werden.

Wir wollen, dass den jungen Menschen der Spaß und die Freude am Feiern erhalten bleiben und das aus einem tollem Erlebnis kein Alptraum wird!

Die tragende Rolle der Erziehungsverantwortlichen und der Veranstalter - als Vorbild für unsere Jugend - steht dabei im Mittelpunkt!

Was gewinnen Sie dadurch?

  • Das Image Ihrer Veranstaltung in der Öffentlichkeit wird gesteigert.
  • Die Berichterstattung in den Medien wird positiv beeinflusst.
  • Es gibt weniger Randale und Vandalismus.
  • Alkoholbedingte Verkehrsunfälle werden vermieden.
  • Sie und Ihre Mitarbeiter/innen handeln nach den gesetzlichen Bestimmungen, sind Vorbild und setzen sich nicht der Gefahr der Strafverfolgung aus.

Umfangreiche Informationen zum Thema "Alkoholmissbrauch und Jugendschutz" bieten für Kinder, Jugendliche, Heranwachsende, Eltern, Lehrer, Veranstalter und Vereine, aber auch dem Handel und der Gastronomie, folgende Internetseiten:

2 rote Pfeile www.polizei-beratung.de („Jugendschutztrainer“)

2 rote Pfeile www.polizei.hessen.de („Hessen feiert friedliche Feste“; „Jugendliche und Alkohol“)

2 rote Pfeile www.staygold.eu

2 rote Pfeile www.netzwerk-gegen-Gewalt.de

Trotz vielfacher Warnungen und angekündigter Polizeikontrollen kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Trunkenheitsfahrten im Straßenverkehr. Immer wieder setzen sich Narren unter Alkoholeinwirkung ans Steuer und gefährden damit sich, ihre Mitfahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Außer Acht gelassen wird dabei aber auch, dass bei Fahrfehlern oder gar Unfällen schon ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Prozent der Führerschein in Gefahr ist.

Für Führerscheinneulinge während der zweijährigen Probezeit und für alle Fahrer unter 21 Jahren gilt generell die Null-Promille-Grenze.

Daher sollte schon rechtzeitig vor Beginn einer Party, einer Faschingsveranstaltung oder eines Umzugs feststehen, wie jeder Einzelne sicher nach Hause kommt. Die Polizei rät:

  • Kümmern Sie sich schon vor Beginn der Feierlichkeit um eine Abholmöglichkeit
  • Bestimmen Sie spätestens zu Beginn einer Veranstaltung eine Person, die alkoholfrei bleibt und sich und die Anderen sicher nach Hause bringt
  • Benutzen Sie für die Heimfahrt vom Veranstaltungsort öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi
  • Sorgen Sie notfalls für eine Übernachtungsmöglichkeit am Veranstaltungsort

Zwei Tipps zum Schluss

Taschendiebe und Pkw-Aufbrecher sind auch zur Faschingszeit unterwegs.

  • Achten Sie deshalb besonders bei Umzügen und Tanzveranstaltungen auf Ihre Geldbörsen und Wertgegenstände und verstauen Sie diese in den Innentaschen Ihrer Kleidung.
  • Lassen Sie außerdem keine Wertsachen oder sonstige Gegenstände im Fahrzeug zurück.

Ihr Ansprechpartner beim Polizeipräsidium Südosthessen

Karsten Krause

Zentrale Jugendkoordination

Geleitsstraße 124

63067 Offenbach am Main

Tel. 069 8098-1240

07.02.2014|ppsoh|jb