Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Südosthessen
 
08.12.2020 | Straßenverkehr

Ablenkung im Straßenverkehr

Fragen zur Verkehrsmoral

Die StVO fordert von den am öffentlichen Verkehr teilnehmenden Personen ein angebrachtes Verhalten das andere nicht gefährdet oder schädigt, wie auch die ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.

Doch wie ist es tatsächlich um die Verkehrsmoral bestellt?

Ablenkung bei Fahrzeug Führenden und zu Fuß Gehenden im Straßenverkehr ist allgegenwärtig und spielt bei der Verursachung von Unfällen eine große Rolle. Unter den Begriff „Ablenkung“ fällt nicht nur das verbotswidrige Nutzen von Kommunikationsmitteln, sondern eine Vielzahl von (Umwelt-) Einflüssen, die einer sicheren und regelkonformen Teilnahme am Straßenverkehr entgegenstehen.

 Autofahrer ist von Handy abgelenkt und übersieht Fußgänger auf Seitenstreifen

Auf der „Liste der alten Bekannten“ dürfte das verbotswidrige Nutzen des Handys am Steuer (Telefonieren, Nachrichten schreiben oder lesen, usw.) an erster Stelle stehen. Aber auch alltägliche, meist unbewusste „Kleinigkeiten“ wie

  • Gespräche mit anderen Insassen (gerade aufwühlende, emotionale Gespräche)
  • regelmäßiger Blick zu den Kindern auf der Rückbank, selbst über den Rückspiegel
  • die Bedienung des Radios/ Navigationsgerätes
  • das Anzünden der Zigarette/ rauchen
  • nicht gesicherte Ladungsgegenstände / ungesicherte Tiere
  • Beeinflussung durch Müdigkeit, Medikamente, Alkohol oder Drogen
  • u.v.m.

Natürlich beeinflussen die genannten Beispiele nicht alle am öffentlichen Verkehr Teilnehmenden gleichermaßen. Geübte und erfahrene Fahrer werden vermeintlich weniger stark beeinträchtigt als Fahranfänger. Dennoch gilt für alle der gleiche Grundsatz: Ablenkungen so gut wie möglich vermeiden. Jede noch so kleine Unaufmerksamkeit erhöht die Reaktionszeit und damit den Anhalteweg!

Wer mit 50 Stundenkilometer unterwegs ist, legt pro Sekunde 14 Meter zurück. Bei 100 Stundenkilometern sind es rund 28 Meter. Ein „kurzer, zwei-Sekunden-Blick“ auf das Smartphone bedeuten 28 Meter bzw. 56 Meter „Blindflug“!

Studien aus den USA zeigen eine erschreckende Wahrheit. Kurznachrichten schreiben erhöht das Unfallrisiko um das sechsfache, eine Telefonnummer wählen mit dem Smartphone in der Hand sogar um das Zwölffache.

Um das Unfallrisiko durch das Smartphone zu minimieren wird der Gebrauch einer Freisprecheinrichtung empfohlen. Idealerweise schaltet das Smartphone während der Fahrt in den Flugmodus. Navigationsgeräte oder Radios programmiert man am besten vor der Fahrt.

Bei Fragen rund um das Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ wenden Sie sich gerne an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder an die  Verkehrsprävention.

Umfassende Informationen zum Thema erhalten Sie auch auf der Webseite  „Runter vom Gas