Außenaufnahme des Polizeipräsidiums Osthessen
 
24.06.2020

Verkehrsbericht 2019

Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Osthessen für das Jahr 2019

   

Polizeipräsident Günther Voß: „Deutlicher Rückgang von Unfällen mit Schwerverletzten!“

 

11.644 Verkehrsunfälle in Osthessen sind die Bilanz des Verkehrsberichtes 2019. Dies entspricht einem Anstieg von 431 Unfällen (+ 3,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr, jedoch liegt die Zahl noch unter der von 2017 mit 11.899. Osthessen hat einen Anteil von 7,8 Prozent am Unfallgeschehen von ganz Hessen (149.440).

 

Positiv entwickelten sich die Zahlen im Hinblick auf Verkehrsunfälle mit verunglückten Personen. Während etwa 6 Prozent dieser Unfälle weniger von der Polizei aufgenommen werden mussten, die Zahl sank von 2.418 auf 2.274, verringerten sich die Unfälle mit Leichtverletzten um 5,1 Prozent von 1.813 hin zu 1.720 und die mit Schwerverletzten noch deutlicher um 9,2 Prozent von 578 auf 525. Leider stieg die Anzahl von Verkehrsunfällen, bei denen mindestens eine Person ihr Leben verlor, von 23 auf 28. Insgesamt starben 29 Menschen auf osthessischen Straßen.

„Wieder waren überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Vorfahrtsverletzungen die Hauptunfallursachen von Verkehrsunfällen mit Personenschäden. Oder anders gesagt: Vermeidbares und oft sinnloses Verhalten setzte die Ursache für Hunderte von Verletzten und 29 Tote im Straßenverkehr. Grund genug, alles zu tun, den Ursachen entgegenzuwirken“, erklärt Polizeipräsident Voß.

Zur Bekämpfung der Unfallursachen betreibt die osthessische Polizei eine ständige Analyse des Unfallgeschehens und führt unter Einsatz modernster Technik gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durch. „Aber auch mit einer Vielzahl von Präventionsangeboten wollen wir Gefahren im Straßenverkehr reduzieren. Jeder verhinderte Unfall ist ein Erfolg!“ so Voß.

Die osthessische Polizei bietet aktuell eine virtuelle #FahrRADschule an. Gemeinsam mit dem Kinderkommissar Leon fordern unsere Verkehrserzieherinnen Kinder über Instagram auf, Übungen zum sicheren Radfahren durchzuführen.

Zwar haben sich die reinen Unfallzahlen verbessert, die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Kindern verringerte sich von 121 auf 105 in 2019, die mit schwerverletzten Kindern sogar von 45 auf 27, dennoch sind Kinder aufgrund Ihrer körperlichen Konstitution sowie der noch nicht ausgereiften kognitiven und motorischen Fähigkeiten stärker gefährdet als andere Verkehrsteilnehmer. Daher ist es dringend erforderlich, neue Wege der Prävention zu gehen.

 

Regionale Betrachtung

Fulda

Auf den Straßen des Landkreises Fulda ereigneten sich 2019 insgesamt 3.901 Verkehrsunfälle, 715 Personen wurden dabei verletzt. Die Unfällle mit Schwerverletzten und Getöteten sind rückläufig. Die Gesamtzahl der Unfälle ist leicht um 55 (+1,4 Prozent) gesteigen, bleibt jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2017 (4.011).

Weitere Informationen zu den Zahlen des Landkreises Fulda und insbesondere zum Schwerpunktthema „Tuner, Raser und Poser“.

 

Hersfeld – Rotenburg

29 Verkehrsunfälle weniger als in 2019 (2.665), so lautet das Ergebnis des Verkehrsberichts des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Weiterhin ging die Anzahl der Schwerverletzten von 119 auf 109 zurück, ebenso die der Unfälle mit Leichtverletzten um 45 von 396 auf 351. Die Verkehrsunfälle mit tödlich verletzten Personen stieg hingegen von 2 auf 8.

Ob das Verkehrskonzept am Hessentag 2019 aufging, erfahren Sie hier.

 

Vogelsbergkreis

Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Vogelsberg stieg zwar um 5,7 Prozent von 2.476 auf 2.618 an, die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sank jedoch deutlich um 54 oder 16,4 Prozent.

Weitere Details und mehr zum Schwerpunktthema „Zweiradsicherheit“.

 

 

 

Kampagne „Senioren sind auf Zack“ wird weitergeführt:

Verkehrsunfälle mit Personenschäden in der Altersgruppe 65+ sind weiter rückläufig!

 

Ältere Menschen bleiben länger fit und mobil. Sie nehmen selbst in hohem Alter noch aktiv am Straßenverkehr teil. Der Anteil der Altersgruppe 65 bis 74 an der Bevölkerung im Zuständigkeitsbereich des PP Osthessen betrug 2019 10,5 Prozent und ist mit dem entsprechenden Unfallaufkommen von 10,1 Prozent vergleichbar.

Die Zahl der Verunglückten sank von 153 auf 135 deutlich. Positiv hervorzuheben ist, dass im Jahr 2019 keine Seniorin und kein Senior im Straßenverkehr tödlich verletzt wurde. Personen dieser Altersgruppe waren im Jahr 2019 an insgesamt 1.176 Unfällen beteiligt. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von rund 7 Prozent.

Einer der Schwerpunkte unserer Kampagne www.senioren-sind-auf-zack.de ist Verkehrsprävention für die Generation 65+.

Mit einem Fahrsicherheitstraining für Senioren im Mai 2019 wurden die Teilnehmer zielgruppenorientiert über die Verkehrsprävention informiert und sensibilisiert. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Fahrkünste zu testen und zu verbessern. An mehreren Stationen wurde unter anderem das richtige Bremsen, angemessenes Verhalten in Kurvensituationen, das sichere Einparken und die korrekte Sitzeinstellung erläutert und praktisch geübt. Weitere solche Aktionen sind für 2020/21 in Vorbereitung.

 

Unfälle durch Alkohol und berauschende Mittel sind auf niedrigstem Stand seit 2015:

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Gesamtunfallzahlen auf Grund von Genuss alkoholischer Getränke und dem Konsum anderer berauschender Mittel erfreulicherweise von 254 auf 227 verringert. Dies stellt einen Rückgang von rund 11 Prozent dar. Im Fünf-Jahresvergleich ist dies der niedrigste Stand.

Immer wieder fallen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten Fahrerinnen und Fahrer auf, die unter dem Einfluss von Alkohol und/oder Drogen ein Fahrzeug führen. Neben 227 Unfällen mit dieser Unfallursache wurden 2019 insgesamt 689 Fälle (sogenannte folgenlose Trunkenheitsfahrten) registriert.

 

Verkehrsstraftaten - Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Im vergangenen Jahr ereigneten sich 2.434 sogenannte Verkehrsunfallfluchten. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr leicht um sechs Prozent (2018: 2.295) angestiegen, bleiben jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2017 (2.465).

2019 verstarben zwei Personen im Zusammenhang mit einer Verkehrsunfallflucht, wie Sie den nachfolgenden Links auf die polizeilichen Presseberichterstattungen entnehmen können:

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43558/4450671, https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43558/4435444.

 

Erfreulicherweise stieg die Aufklärungsquote bei diesen Verkehrsstraftaten auf 41 Prozent. Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen ist die Polizei auf die Hilfe von Zeugen angewiesen, die damit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten. Die ermittelten Fahrzeugführer bzw. Unfallverursacher erwartet neben den möglichen Schadensersatz- und / oder Schmerzensgeldansprüchen auch ein Strafverfahren mit empfindlichen Geld- oder Freiheitsstrafen sowie Führerscheinentzug.

 

 

Zahl der Wildunfälle steigt leicht an – Digitale Innovation soll bei der Reduzierung helfen

Mit 3.043 Wildunfällen sind die Fallzahlen in Osthessen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 156 Unfälle angestiegen. Rechnerisch war jeder vierte Verkehrsunfall ein Wildunfall. Glücklicherweise kommen bei derartigen Unfällen nur sehr selten Menschen zu Schaden. In rund 99 Prozent der Fälle blieb es bei Sachschäden.

 

- HessenWARN erhält 2020 neues Update -

 

Seit Ende November 2019 haben alle hessischen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich aktuelle Alarmmeldungen nach einem individuellen Baukastensystem auf ihr Smartphone schicken zu lassen. Mitte diesen Jahres soll nun ein weiteres Update erscheinen, welches dazu beitragen soll, die Zahlen der Wildunfälle zu reduzieren. Mittels Bluetooth-Funktion kann die App über die Lautsprechereinrichtung des Fahrzeugs einen Hinweis an den oder die jeweilige/n Fahrzeugführer oder Fahrzeugführerin geben, wenn auf dem bevorstehenden Streckenabschnitt ein Wildwechsel wahrscheinlich ist.

Die osthessische Polizei setzt die App bereits bei aktuellen Ereignissen ein, wie zum Beispiel bei Warnung vor Betrugsmaschen oder bei der Suche nach vermissten Personen.

Mit HessenWARN werden fast eine Million Nutzer erreicht. Das neue Update soll zur weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.

 

Nicht angepasste Geschwindigkeit stellt nach wie vor eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen dar.

1.056 Unfälle ereigneten sich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit, dies entspricht zwar einer leichten Steigerung um 203 Fälle, bildet jedoch im Fünf-Jahresvergleich den zweitniedrigsten Wert. Allerdings bleibt überhöhte Geschwindigkeit auch im Jahr 2019 eine der Hauptursachen bei Verkehrsunfällen mit getöteten oder schwerverletzten Personen. 15 Menschen verloren im Jahr 2019 dabei ihr Leben. Dies sind neun Tote mehr als noch im Vorjahr. Auch der Anteil an Verunglückten ist angestiegen. So stieg die Zahl der Schwerverletzten von 143 auf 181. Bei den Leichtverletzten wurde ein Anstieg von 320 auf 418 Menschen verzeichnet.

 

Einsatz von moderner Technik zur Geschwindigkeitsüberwachung

2.222 Verkehrsunfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit und mangelnden Sicherheitsabstand zeigen die Notwendigkeit einer gezielten Verkehrsüberwachung. Je höher die Geschwindigkeit, desto wahrscheinlicher ist der Eintritt einer schweren Unfallfolge.

 

Enforcement Trailer des PP Osthessen

Die Hessische Landesregierung setzt bei der Ausstattung der hessischen Polizei auf modernste Technik. Mit einem Geschwindigkeitsmessanhänger – einem Enforcement Trailer – verfügt jedes Polizeipräsidium in Hessen über eine mobile Messanlage. Diese wird auf einem Pkw-Anhänger installiert und wie eine stationäre, aber an variablen Unfallschwerpunkten einsetzbare, Messeinrichtung betrieben.

2019 wurden mit dem Enforcement Trailer Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Beispielhaft wurden rund 170 Ermittlungsverfahren eingeleitet, denen Geschwindigkeitsverstöße von sogar über 60 km/h zugrunde lagen. In diesen Fällen erwartet die Fahrzeugführer ein Bußgeld von 440 Euro, 2 Punkten sowie 2 Monate Fahrverbot.

Dem Polizeipräsidium Osthessen stehen mit Videotechnik ausgestattete Motorräder und Streifenwagen zur Verfügung. Der Einsatz dieser Kräder und Videostreifenwagen dient der Überwachung und Dokumentation gefährlicher Fahrmanöver, der Ahndung von Verstößen gegen die Rettungsgasse und der Identifizierung von „Gaffern“.

 

„Rettungsgasse“ statt „Rettungsgaffer“

- Zivilcourage rettet Leben -

Fast jeder Polizeibeamte und jede Polizeibeamtin hat es schon erlebt: Fahrzeuge blockieren die Anfahrt oder stehen in der Rettungsgasse, Neugierige bewegen sich auf der Fahrbahn, Schaulustige behindern die Rettungskräfte oder unterlassen es, Erste Hilfe zu leisten.

Dass es auch anders gehen kann, zeigte Carmen Mehler aus dem Landkreis Fulda. Vorbildlich handelte sie am Abend des 22.08.2019 an einer Unfallstelle, leistete Erste Hilfe und rettete so mit großer Wahrscheinlichkeit das Leben einer jungen Motorradfahrerin.

Auszug aus der Pressemitteilung des PP Osthessen:

 

„Sie stehen stellvertretend für alle diejenigen, die in einer Notsituation nicht nur zuschauen und Rettungskräfte behindern, nein, Sie haben gehandelt und damit Leben gerettet“, so Polizeipräsident Günther Voß in seiner damaligen Belobigungsrede.

Alle Infos zu der Belobigung finden sie in der vollständigen Pressemitteilung.

 

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