Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
19.04.2018 | verkehrssicher-in-mittelhessen

Infos zum Themenbereich Alkohol

Schriftzug "Alkohol"

Wie wirkt sich der Blutalkoholgehalt aus?

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Reaktionen des Organismus eines "Durchschnittsmenschen" auf.
Die Ergebnisse sind in vielen wissenschaftlichen Studien belegt.

Flasche Bier in der HandAb 0,2 Promille

  • leichte Verminderung der Sehleistung
  • Ansteigen der Risikobereitschaft
  • erstes Nachlassen von Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik- und Urteilsfähigkeit


Ab 0,3 Promille

  • erste Fehleinschätzung von Entfernungen
  • Erste Verlängerung der Reaktionszeit


Ab 0,5 Promille

  • Verminderung der Sehleistung um ca. 15 %
  • Die Hell-/Dunkelanpassung der Augen verlangsamt sich.
  • Geschwindigkeiten können nicht mehr gut geschätzt werden
  • Es tritt erhöhte Reizbarkeit auf.


Einsatz einer Rauschbrille vermittelt einen Tunnelblick zum jeweiligen AlkoholgehaltAb 0,7 Promille

  • Erhebliche Aufmerksamkeitsstörungen treten ein (z. B. werden VZ u. Signale übersehen)
  • Gleichgewichtsstörungen treten auf
  • Die Nachtsehfähigkeit lässt erheblich nach


Foto rechts: Mit dem Einsatz von so gennnten "Rauschbrillen" kann eine Blutalkoholkonzentration simuliert werden

Ab 0,8 Promille

  • Die Reaktionszeit wird um etwa 50 % verlängert:
    Das bedeutet bei einer Reaktionszeit von 1 Sekunde etwa 7 m mehr an erforderlichem Anhalteweg. Im innerstädtischen Straßenverkehr hat man oft keine Lücke von 7 m zwischen zwei Fahrzeugen. Was das bei einer überraschenden Vollbremsung des Vordermannes bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Für einen Fußgänger kann dies die Entscheidung zwischen Tod und Leben bedeuten. Es bedeutet, dass man da, wo man bei einer Reaktionszeit von nur einer Sekunde gestanden hätte, noch mit fast 40 km/h auf ein Hindernis prallt.
  • Die Sehleistung ist weiter erheblich verschlechtert. Das räumliche Sehen ist stark beeinträchtigt. Es setzt eine Blickfeldverengung ein und der sog. Tunnelblick entsteht.
  • Bei diesem Alkoholwert treten erste Enthemmungen und Selbstüberschätzungen auf.

Ab 1,1 Promille

  • Hier beginnt die absolute Fahruntüchtigkeit .
  • Massive Aufmerksamkeits- und Konzentrationsverluste treten auf.
  • Die Kritikfähigkeit geht verloren, maßlose Selbstüberschätzung gewinnt die Oberhand.
  • Orientierungs- Sprach- und deutlichere Gleichgewichtsstörungen treten auf.
  • Die Hell-/Dunkelanpassung u. damit die Nachtsehfähigkeit der Augen ist kaum noch vorhanden.
  • Die Reaktionszeit wird noch mehr verlängert.
  • Feinmotorische Bewegungsabläufe sind empfindlich gestört.


Im übrigen ist dies auch die Grenze, bei der die FE entzogen wird.

Ab 2,4 Promille

  • Es treten ausgeprägte Gleichgewichts- u. Koordinationsstörungen auf.
  • Gedächtnislücken entstehen.
  • Bewusstseinsstörungen können auftreten.
  • Ein Reaktionsvermögen ist kaum noch vorhanden.


Ab 3,0 Promille

  • Stadium der Volltrunkenheit
  • Schwere Alkoholvergiftung
  • Tiefe Bewusstlosigkeit
  • Gedächtnisverlust (Filmriss)


Ab 4,0 Promille

  • Lähmungen
  • Unkontrollierte Ausscheidungen
  • Atemstillstand
  • Für einen alkoholungewohnten jungen Menschen bedeutet eine solche Konzentration der sichere Tod.

Veränderung des Unfallrisikos mit zunehmender Blutalkoholkonzentration (BAK)

  • Bei 0,3 %o liegt das Unfallrisiko bereits bei einem Steigerungsfaktor von 1,2

  • Bei 0,5 %o liegt das Unfallrisiko bereits bei einem Steigerungsfaktor von 2,0

  • Bei 0,8 %o liegt das Unfallrisiko bereits bei einem Steigerungsfaktor von 4,0

  • Bei 1,1 %o liegt das Unfallrisiko bereits bei einem Steigerungsfaktor von 11,7

  • Bei 1,5 %o liegt das Unfallrisiko bereits bei einem Steigerungsfaktor von 16.

 

Alkoholabbau im Körper   -  Der Morgen danach

Viele Menschen glauben, dass man nach ein paar Stunden Schlaf wieder nüchtern und damit fahrtüchtig ist. Alkoholabbau unterliegt jedoch biologischen Gesetzmäßigkeiten, die sich durch nichts und niemanden verändern lassen; auch nicht durch eine kalte Dusche, Kaffee oder sonstige "persönlichen Geheimrezepte". Als Richtwert gilt ein durchschnittlicher Abbau der Alkoholkonzentration im Blut von etwa 0,1 Promille pro Stunde. Leicht höhere Werte sind je nach persönlicher Konstitution im Einzelfall möglich, allerdings auch niedrigere. Eine eigene Rückrechnung ist allerdings problematisch; denn wer weis schon, wie viele Promille denn beim Zubettgehen in seinem Blut waren.

Wer also nach feuchtfröhlicher Feier um 24.00 Uhr mit 2 Promille in sein Bett sinkt, wird sicherlich den Schlaf der Gerechten genießen. Doch unbarmherzig klingelt um sechs Uhr der Wecker. Man wacht auf und hat höchstwahrscheinlich einen Kater. Außerdem hat man allerdings auch noch etwa 1,4 Promille BAK. Doch da kann nur eine eiskalte Dusche und Mutters rabenschwarzer Kaffee helfen. Bei der Fahrt um 7 Uhr zur Arbeit/Schule liegt man allerdings immer noch bei einem BAK von 1,3 Promille; denn kalte Dusche und schwarzer Kaffee mögen einen richtig geweckt und erfrischt haben. An der BAK ändern sie jedoch kein Jota. Es gibt keine Mittel, die den Alkoholabbau beschleunigen. Bei einer polizeilichen Kontrolle wäre man also immer noch seine FE los.

Ja, selbst bei Brötchenholen für die Kaffeepause um 10 liegt man mit seiner BAK immer noch in einem sanktiosfähigen Bereich. Das ist bei der Fahrt zum Mittagessen ebenso. Erst nach 15.00 Uhr sinkt man unter die Grenze von 0,5 Promille.

Doch Vorsicht! Auf der ganz sicheren Seite ist man dann immer noch nicht. Auch bei BAK'en bis hinunter zu 0,3 Promille sind Sanktionen denkbar, wenn alkoholbedingte Verhaltensweisen erkennbar werden.
So richtig nüchtern ist man nach dieser Rechnung erst wieder abends um 20.00 Uhr; und da fängt leider bei so manchem die nächste Tour an.

 

Beispiele zum Thema Alkohol aus den Pressemeldungen aus dem Jahr 2011:

  Zwei Verletzte bei Alleinunfall bei Marburg-Schröck

  22-jähriger Schwerverletzter nach alkoholbedingten Unfall auf B 62

Verkehrsunfall mit zwei tödlich und zwei schwerverletzten jungen Leuten

Quelle: Aktion BOB, Dersch

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