Hessische Polizei - Polizeiautos
 
22.01.2010

Polizeipräsident Schweizer stellt die Kriminalstatistik 2009 für Mittelhessen vor

Hervorragende Sicherheitsbilanz für Mittelhessen:

  • 1.738 Straftaten weniger

  • Historischer Tiefststand der Straftaten

  • Aufklärungsquote weiterhin auf sehr hohem Niveau von 58,8 %

  • Straftatenrückgänge in nahezu allen Kriminalitätsbereichen

Polizeipräsident Schweizer„Mittelhessen ist noch sicherer geworden“, stellte Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto links) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das vergangene Jahr fest. Er zeigte sich äußerst zufrieden mit diesem Ergebnis und der damit verbundenen Sicherheitslage für die Menschen in den vier mittelhessischen Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und in der Wetterau.

„Dieser weitere Rückgang der Kriminalitätsentwicklung um 3,3 % ist besonders erfreulich“, sagte Schweizer. „Die Straftaten sanken erneut um 1.738 von 53.417 im Vorjahr auf nun 51.679. Das ist die absolut niedrigste Zahl seit Bestehen des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Dabei ist die Aufklärungsquote von 58,8 % auch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau“, so der Polizeipräsident weiter.

In den letzten fünf Jahren ging damit das Straftatenaufkommen von 63.759 Delikten im Jahre 2004 um über 12.000 Straftaten zurück!

Logo Polizeipräsidium Mittelhessen (Hessenlöwe mit Sternen)Der letztjährige Rückgang bedeutet nochmals einen erheblichen Sicherheitsgewinn für die Menschen in Mittelhessen. Dies dokumentiert auch die Kriminalitätsbelastung unserer Region an der Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Diese sogenannte „Häufigkeitszahl“ liegt in Mittelhessen mit 4.865 erstmals unter 5.000!   Sie ging von 5.015 im Jahr 2008 auf 4.865 im Jahr 2009 zurück. Die mittelhessische Kriminalitätsbelastung liegt damit weiterhin erheblich unter dem Landesdurchschnitt von 6.711 und weist Mittelhessen somit als eine der beiden sichersten Regionen des Landes aus.

Dabei liegt die geringfügig um 0,4 Prozentpunkte gesunkene Aufklärungsquote weiterhin auf einem hohen Niveau. „Mit dem hervorragenden Ergebnis von 58,8 % schneidet Mittelhessen im landes- und bundesweiten Vergleich bestens ab. Es zeigt, dass die mittelhessische Polizei den richtigen Weg eingeschlagen hat“, betonte Schweizer.

Polizeipräsident richtet Hinweis an Straftäter:
Risiko erwischt zu werden, ist in Mittelhessen besonders hoch!

In der weiterhin hohen über dem Landesdurchschnitt liegenden Aufklärungsquote sieht der Polizeipräsident auch ein Signal an potenzielle Täter, dass das Risiko erwischt zu werden, in Mittelhessen besonders hoch ist und ein Großteil aller Straftäter seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann.

„Diese Bilanz ist auch eine Bestätigung der erfolgreichen polizeilichen Arbeit. Sie ist durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mittelhessischen Polizei mit zielführenden Konzepten, steter Präsenz, intensiver Prävention, modernen Ermittlungsmethoden, guter Ausstattung und harter Arbeit erzielt worden. Für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region haben wir das sichere Fundament nochmals kräftig ausgebaut. Der historische Tiefststand der Straftaten ist der Lohn für den hohen mittelhessischen Sicherheitsstandard“, so der Polizeipräsident weiter.

Grafik zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des PP Mittelhessen 2009

Straftatenrückgänge in nahezu allen Deliktsgruppen.

So sind Delikte der Gewaltkriminalität, hierzu zählen gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raub, Vergewaltigung und Kapitalverbrechen, in Mittelhessen weniger geworden. Ihre Zahl sank um 137 Straftaten auf 1.972 Fälle. „Damit setzt sich auch hier der rückläufige Trend der vergangen drei Jahre fort“, stellte Schweizer fest. Die Aufklärungsquote in dieser Deliktsgruppe liegt bei beachtlichen 80,2 %.

schlagender Junge, dem einer zuschaut, ohne einzuschreitenErstmalig seit Bestehen des Polizeipräsidiums Mittelhessen hat die Zahl der leichten Körperverletzung im Jahr 2009 mit 2.933 einen Stand unter 3.000 erreicht. Es waren damit 176 weniger als im Vorjahr. Auch Delikte der gefährlichen Körperverletzung gingen um 164 auf 1.435 Fälle zurück. Der Polizeipräsident zeigte sich erfreut darüber, dass die vielfältigen präventiven und repressiven Maßnahmen dazu beigetragen haben, die Schwelle der Gewaltbereitschaft zu erhöhen und damit die Zahl der Tätlichkeiten erneut zu verringern.

Besonders erfreulich ist der erhebliche Rückgang bei der Diebstahlskriminalität, die mit 36,1 % den größten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen hat. 710 Diebstahlsfälle weniger waren im vergangen Jahr gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Von den 18.670 Straftaten wurde jede dritte aufgeklärt. Die einfachen Diebstähle reduzierten sich um 812 Fälle auf 11.336. Dagegen haben die Diebstähle unter erschwerenden Umständen, wenn auch nicht durchgängig, leicht um 102 Fälle auf 7.334 zugenommen.

So gab es starke Rückgänge bei den schweren Diebstählen aus Diensträumen und Büros um 273 und aus Verkaufsräumen um 111 Fälle.

 

Beim Wohnungseinbruch wurde dagegen bis zum Jahresende 2009 eine Zunahme von 283 auf insgesamt 1.115 Straftaten registriert. Auf den Einbruchsdiebstahl aus Wohnungen richtet die Polizei all die Jahre schon ihr besonderes Augenmerk, da die Menschen bei diesem Delikt in ihrer engsten Privatsphäre, ihrem „Zuhause“, besonders betroffen sind. Dabei ist es in den letzten sieben Jahren gelungen, in Mittelhessen die Taten drastisch von 1.509 bis auf 832 im Jahr 2008 zurück zu drängen. Ab Herbstbeginn 2009 registrierte die Polizei wieder eine deutliche Zunahme an Wohnungseinbrüchen, die vor allem den Wetteraukreis, den Landkreis Gießen und den Lahn-Dill-Kreis betraf. Bisherige Ermittlungen lassen den Schluss zu, dass diese Entwicklung neben ortsansässigen Tätern auch überörtlich agierenden Tätergruppierungen zuzurechnen ist.

Die Polizei hat darauf sofort reagiert, unter anderem mit offenen und verdeckten Kontrollmaßnahmen. Auch gelang es mehrere Tatverdächtige festzunehmen. Die Ermittlungen dauern noch an. Seit Ende Dezember bis heute ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Mittelhessen wieder stark rückläufig. „Daraus aber schon eine Prognose zu stellen, ist stark verfrüht“, erklärte Polizeipräsident Schweizer. Er bittet deshalb auch weiterhin die Bevölkerung um Mithilfe und appelliert:

Logo "Wachsamer Nachbar"„Verständigen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen umgehend die Polizei.

Leben Sie eine gute Nachbarschaft und achten Sie auch auf die Anwesen und Wohnungen Ihrer Nachbarn. Denken Sie daran, auch Sie selbst könnten betroffen sein und sind dann froh, wenn sich ein Anderer schützend und helfend um Sie und Ihr Eigentum gekümmert hat.

Nehmen Sie darüber hinaus unsere kostenlosen Angebote zur kriminalpolizeilichen Beratung in Anspruch. Bei allen Polizeidirektionen in Mittelhessen sind 2 rote Pfeile kriminalpolizeiliche Beratungsstellen eingerichtet. Die Polizei ist bestrebt Ihre Sicherheit zu gewährleisten, doch sie benötigt auch Ihre Unterstützung“.

Logo Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle mit Schriftzug -Mit Sicherheit gut beraten-Als ein Indikator für Präventionsarbeit kann auch der Versuchsanteil bei Wohnungseinbrüchen gesehen werden. In diesen Fällen gelang es Einbrechern nicht, etwas zu stehlen, was oftmals nach erfolgter Beratung auf Sicherungsmaßnahmen und vorbeugendes Handeln durch die Wohnungseigentümer zurückzuführen ist. Dieser Versuchsanteil liegt in Mittelhessen mit 42,1 % ebenfalls über dem schon hohen Landesdurchschnitt.

Die sogenannte Straßenkriminalität, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen begangen wird, ist um 467 Fälle auf genau 10.000 gesunken.

Auch die Vermögens und Fälschungsdelikte gingen weiter zurück. Mit einem Minus von 183 Fällen waren es im vergangen Jahr 10.557. Damit setzt sich auch hier ein kontinuierlicher Rückgang fort. Im Jahr 2005 waren es mit 12.785 noch 2.228 Fälle mehr gewesen. Auch hier liegt die Aufklärungsquote bei nahezu 80 %.

Seit Jahren steht auch die Internetkriminalität im Fokus der polizeilichen Ermittlungen. 2009 registrierte die Polizei in Mittelhessen insgesamt mit 2.420 Fällen 144 weniger als im Vorjahr. Daran hatte der Waren- und Kreditbetrug im Zusammenhang mit Auktionsplattformen mit 1.776 Straftaten den größten Anteil.

Gut 300 Fälle weniger an Sachbeschädigungen wurden im Jahr 2009 präsidiumsweit registriert. Waren es 2008 noch  6.843 Fälle, so reduzierten sich diese nun auf 6.533. Jede vierte Tat wurde aufgeklärt.

Die Zahl der polizeilich registrierten Rauschgiftfälle hängt wesentlich auch von der oft arbeitsreichen Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Polizei ab, die das Dunkelfeld aufhellt. Im Jahr 2009 wurden in Mittelhessen mit 2.327 Fällen 165 mehr registriert als im Vorjahr.

Bei 22 Menschen wurde deren Tod mit dem Konsum von Drogen in Verbindung gebracht. Im Vorjahr waren es 21.

Von den 23.005 ermittelten Tatverdächtigen waren 17.547 männlich und 5.458 weiblich. Nichtdeutsche hatten einen Anteil von 19,9 %,  im Vorjahr 20,5 %.

Der Anteil der Kinder an allen Tatverdächtigen beträgt 4,1 % (im Vorjahr 3,8 %). Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahre sind mit 12,2 % (Vorjahr 11,7 %) und Heranwachsende mit 10,3 % (Vorjahr 9,8 %) erfasst. Die Taten dieser Altersgruppen umfassen hauptsächlich die Bereiche Diebstahl, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

„Die Kriminalstatistik 2009 ist das Ergebnis des professionellen Einsatzes der mittelhessischen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, aber auch der vertrauensvollen und partnerschaftlichen Mithilfe seitens unserer Bürgerinnen und Bürger“, lobte Polizeipräsident Schweizer. Er sieht die Sicherheitsarbeit mit ihren zielführenden Maßnahmen der Prävention, Intervention und Repression auf einem erfolgreichen Weg, den es auch in diesem Jahr konsequent zu verfolgen gilt.

Willi Schwarz, Pressesprecher


Logo Polizeipräsidium Mittelhessen (Hessenlöwe mit Sternen) Grafik zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2009 des PP Mittelhessen 19 KB


Logo Landkreis Gießen Kriminalstatistik für die Stadt und den Landkreis Gießen für das Jahr 2009 91 KB


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