Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
05.02.2016 | Polizeipräsidium Mittelhessen

Unerlaubter Einsatz von Radarwarngeräten

"Schützen Sie sich lieber professionell"

Mit solchen Schildern 'RADAR' wollen Mitbürger Verkehrsteilnehmer vor 'Blitzern' warnen.
Friedberg: Nicht immer erreichen Absender die richtigen Adressaten. Letze Woche fand sich im FAX der Pressestelle der Polizei eine Werbung der ganz besonderen Art.
                            

"Ab sofort ist bei 8 Schluss!",

prangerte es in großen fettgedruckten Lettern auf dem Blatt Papier, das sicher auch viele andere Fax-Inhaber erreichte.

   
Dem kundigen Leser dämmerte es sofort - die Punkte in Flensburg sind gemeint. Zum 01. Mai 2014 wurde das bis dahin gültige Verkehrszentralregister vom neuen Fahreignungsregister abgelöst. Nach dem neuen Bewertungssystem droht ab acht Punkten der Entzug der Fahrerlaubnis.
  

"Schützen Sie sich professionell", lautete der Slogan in der nächsten Zeile, der dann doch irgendwie für Verwirrung beim fachkundigen Beamten führte. Erst bei genauerem Betrachten ergab sich der Sinn, oder besser der Unsinn, des Schreibens.

Eine Firma mit einer Post-Box auf den Britischen Jungferninseln machte Werbung für ihr Radarwarngerät. Mit unterschiedlichen Anbringungsarten im Fahrzeug soll es zuverlässigen Schutz vor allen Geschwindigkeits- Messanlagen in ganz Europa bieten. Als Firmeninhaber lässt sich das Gerät angeblich sogar von der Steuer absetzen. Der wichtigste Punkt scheint dem Anbieter aber wohl eher zu sein, dass es sich unauffällig anbringen lasse und von der Polizei nicht festgestellt werden könne.

  
Ja, und da war er auch schon - der Haken an der Geschichte. Was das Fax höchstens unterschwellig mitteilt, ist die Tatsache, dass solche Radarwarnsysteme in Deutschland verboten sind. Der § 23 Abs. 1b der Straßenverkehrsordnung regelt dies eindeutig:

  • Wer im Fahrzeug ein technisches Gerät betreibt, welches dafür bestimmt ist Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und damit nicht genug.
  • Selbst wer ein solches Gerät nur betriebsbereit im Auto hat, ohne es zu verwenden, macht sich strafbar.
  • Ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg drohen dem, der erwischt wird.

Es mag manchmal schwer fallen Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. Doch jede von ihnen hat ihren Sinn. Ein Kindergarten in der Nähe, ein Schulweg oder ein Fahrradweg der kreuzt, sind nur einige Beispiele.

"Schützen Sie sich und andere lieber professionell, indem Sie sich an die Vorgaben halten."

Denn eines sollten Sie nicht vergessen: Schon morgen könnten Sie der Fußgänger oder Fahrradfahrer sein, der sich über die Autofahrer ärgert, die viel zu schnell an ihm vorüber fahren.

Informationen zum neuen Punktesystem finden sich im Internet auf den Seiten des BMVI
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.