Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
18.09.2017 | Polizeipräsidium Mittelhessen

Trickbetrüger erbeuten Schmuck im Wert von mehreren 10.000 Euro

Die Kripo warnt vor Betrügern in Mittelhessen! Achtung: Anrufe mit ... 110 - Falsche Polizisten rufen an!
 

 

Trickbetrügern gelang es in der vergangenen Nacht Schmuck im Wert von mehreren 10.000 Euro von einer Bad Nauheimer Seniorin zu erbeuten. Die Täter gaben sich als Polizeibeamte aus und wollten die Frau samt Schmuck zur Sicherung der Werte auf die Dienststelle holen. Den Schmuck nahmen sie am Ende auch mit, die Seniorin blieb ohne ihre Wertsachen zurück.

 

 

 

 

Angebliche Einbrecher festgenommen

Um 19.15 Uhr am gestrigen Sonntagabend klingelte das Telefon einer Seniorin aus Bad Nauheim. Im Display erschienen die Ortsvorwahl und die Nummer 110. Es meldete sich ein angeblicher Kommissar der Polizei und berichtete von festgenommenen Einbrechern. Bei diesen sei ein Zettel mit der Anschrift der Seniorin aufgefunden worden. Aus diesem Grund würden mehrere Beamte nach weiteren Einbrechern in Bad Nauheim fahnden.

Der Anrufer fragt nach Schmuck und Wertsachen und ließ sich ganz genau beschreiben, um welchen Schmuck es sich handelt. Gleichzeitig hörte die Seniorin im Hintergrund des Anrufers stimmen, die den Eindruck vermitteln sollten, als würden gerade die Einbrecher vernommen. Das Gespräch wurde über eine lange Zeit aufrechterhalten, ohne dass Gesprächsinhalte ausgetauscht wurden. Zwei Anrufer hielten die Seniorin einfach nur hin.

 

Schmuck in Sicherheit bringen

Irgendwann forderte der Mann die Seniorin auf Bilder vom Schmuck zu machen, um sie der Versicherung vorzulegen. Auch die Abholung des Schmucks durch einen verdeckten Ermittler wurde angeboten. Schließlich einigten sich Anrufer und Angerufene darauf, dass die Seniorin daheim abgeholt wird, um gemeinsam auf der Polizeidienststelle Bilder von dem Schmuck zu machen.

Um 01 Uhr klingelte es an der Haustür der Seniorin im Bad Nauheimer Ortsteil Nieder-Mörlen. Ein Mann stand vor der Tür und wollte die Seniorin zur Dienststelle abholen. Gemeinsam gingen sie zum Fahrzeug. Die Seniorin stellte ihre blaue Badetasche aus Plastik mit dem Schmuck auf die Rücksitzbank. Doch bevor sie selbst einsteigen konnte, schlug der Mann ihr die Autotür vor der Nase zu und fuhr davon. Schmuck im Wert von mehreren 10.000 Euro nahm er mit.

 

Die Masche

Fast täglich melden sich angebliche Polizeibeamte per Telefon bei Bürgerinnen und Bürgern und berichten von festgenommenen Einbrechern und einer aufgefundenen Adresse des Angerufenen. Dabei handelt es sich jedoch nie wirklich um die Polizei, auch wenn im Display des Telefons eine vermeintliche Nummer der Polizei erscheint. Diese kann durch technische Möglichkeiten beeinflusst werden und entspricht nicht der richtigen Nummer des Anrufers.

Täter suchen im Telefonbuch gezielt nach älter klingenden Vornamen und kurzen Telefonnummern, da diese auf einen älteren Anschlussinhaber schließen lassen. Die Gutgläubigkeit der Seniorinnen und Senioren nutzen die Täter schamlos aus. Sie versprechen Sicherheit und wollten doch nur deren Wertsachen erbeuten. Manchmal gibt es mehrere Telefonate, so dass nicht direkt Forderungen gestellt werden, sondern nach und nach das Vertrauen der Angerufenen erschlichen wird.

Die Täter versuchen ihre potentiellen Opfer rundum zu beschäftigen, damit sie nicht zum Nachdenken kommen. Manchmal werden sie auch bewusst eingeschüchtert, damit sie sich nicht an die Polizei oder Vertraute wenden.


 

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenDie Polizei rät

Geben Sie niemals persönliche Daten oder Wertsachen an Fremde weiter. Seien Sie immer misstrauisch bei am Telefon geschilderten Sachverhalten. Im Zweifel legen Sie einfach auf. Wer ein berechtigtes Anliegen hat, der wird es Ihnen schriftlich mitteilen oder bei Ihnen vorbeikommen und sich dort mit einem Ausweis legitimieren können. Ohne Scheu können Sie rund um die Uhr unter der Notrufnummer 110 bei der Polizei anrufen, wenn Sie sich unsicher sind oder Rat brauchen.

Überprüfen Sie, ob Ihre Telefonnummer wirklich im Telefonbuch stehen muss. Vielleicht reicht es, wenn Sie eine neue Nummer nur Bekannten und Freunden herausgeben. So kennen Betrüger Ihre Telefonnummer nicht und können Sie nicht anrufen.

Verwandte und Bekannte von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger bittet die Polizei um Mithilfe. Informieren Sie diese regelmäßig über die miesen Maschen der Betrüger und stellen Sie sich als Ansprechpartner zur Verfügung. Zeigen Sie die Möglichkeit auf unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu Hilfe holen zu können.

 

Helfen Sie mit, Betrügerinnen und Betrügern keine Chance zu geben.
Informieren Sie auch Freunde und Bekannte über diese Masche!

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Schriftzug: www.polizei-beratung.de