Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
27.06.2016

Enkeltrickbetrüger machen Beute in Butzbach

Immer wieder Enkeltrick!

Achtung Mittelhessen: Immer wieder Enkeltrick - Aufpassen & warnen!
Die Masche immer gleich und doch auch anders. Nahezu täglich melden sich in ‪‎Mittelhessen‬‬ Betrüger als angebliche Verwandte telefonisch bei Senioren und versuchen über frei erfundene Notsituationen finanzielle Unterstützung zu bekommen oder Schmuck von ihnen zu ergaunern.
   

Die Täter holen sich die notwendigen Informationen zu den potentiellen „Opfern“ in Telefonbüchern oder kaufen Daten. Sie suchen einfach nach eher alt bzw. altmodisch klingenden Namen und rufen gezielt an. Derzeit werden wieder einmal „ganze Ortschaften“ von den „Telefonbetrügern“ systematisch „abgearbeitet“.

    

Seit Jahren informiert die Polizei regelmäßig darüber, doch stieg bundesweit die Anzahl der Fälle in den vergangenen Jahren weiterhin an. Ein oft damit befasster Polizist äußerte kürzlich darüber verzweifelt, man könne die Menschen vielleicht so eher wachrütteln:

 „Liebe Angehörige von Senioren,
   kümmern Sie sich und informieren Sie sie umfassend,
es geht schließlich auch irgendwie um Ihr Vermögen…!“

Vermutlich nur ein Bruchteil aller Versuche, die am Montag (20.06.2016) Betrüger in‪ Butzbach‬‬ wagten, sind der Polizei bekannt geworden. Sechs Fälle sind es, in denen die Polizei informiert bzw. um Rat gebeten wurde. Hier die aktuellen Fälle aus der Wetterau:

  1. Ein älteres Ehepaar aus einem Butzbacher Ortsteil erschien am Montagnachmittag bei einer Bank in Butzbach und wollte 30.000 Euro Bargeld abheben. Die Mitarbeiterin wurde misstrauisch und fragte nach, wofür diese große Menge Geld bestimmt sei. Als das Ehepaar von dem Anruf der Enkelin erzählte, die dringend Geld benötigt und es gleich abholen lassen will, wies die Bankmitarbeiterin auf einen möglichen Betrug hin. Fest davon überzeugt, dass die echte Enkelin angerufen hatte, bestand das Ehepaar jedoch auf die Auszahlung des Geldes, um ihr Hilfe leisten zu können. Nur der Hartnäckigkeit der aufmerksamen Bankangestellten ist es zu verdanken, dass das Ehepaar das Geld nun noch auf dem Konto hat. Sie verständigte die Polizei, die sich der Sache annahm. Die angebliche Enkelin meldete sich nicht mehr.
          
  2. Zu "spät" war es am Montagabend, als ein Butzbacher die Polizei verständigte: Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro übergaben er und seine Ehefrau Betrügern, in der guten Absicht einem Cousin damit zu helfen. Doch die Anruferin, die sich nachmittags als Partnerin des Cousins ausgab, führte nichts Gutes im Schilde. Mit geschickter Gesprächsführung erschlich sie sich das Vertrauen des Seniors. Angeblich für den Kauf eines Hauses und den gerade bei einem Notar in Frankfurt anstehenden Termin benötigte sie das Geld. Da das Butzbacher Ehepaar die geforderten 20.000 Euro nicht in Bar auftreiben konnte, übergaben sie schließlich wertvollen Schmuck, als es an der Haustür klingelte und die angekündigte Abholerin vor der Tür stand. Nach erfolgter Schmuckabholung hatten die Täter offenbar noch nicht genug: Sie riefen ein zweites Mal bei dem Ehepaar an und baten um weiteren Schmuck, der schließlich auch an die fremde Frau an der Haustür übergeben wurde, die dafür noch einmal zurückgekommen war. Als darauf erneut das Telefon klingelte und ein angeblicher "Bankmitarbeiter" anrief, der versicherte, das Geld werde ihnen in den nächsten Tagen zurücküberwiesen, beruhigte dies das Ehepaar kurz. Schließlich kam ihnen der Sachverhalt aber doch komisch vor und sie verständigten die Polizei.
       
  3. Erfolg hatten Betrüger bei einer Seniorin aus Bad Vilbel, die sie am Dienstag kontaktierten. Mehrere tausend Euro Bargeld und Schmuck von hohem Wert ließen sich die Täter aushändigen, nachdem sie bei der Dame den Eindruck erweckt hatten, dass sie Verwandte seien, die sich in einer Notsituation befinden. Da die Seniorin erst später Kontakt mit den echten Verwandten hatte, bemerkte sie erst da, dass sie übers Ohr gehauen wurde. Nun ermittelt die Polizei, die oft so wenig Hinweise auf die Täter hat, dass kaum Hoffnung auf einen Ermittlungserfolg besteht.
       
  4. Am Donnerstagnachmittag erhielt eine Seniorin in der Wetterau einen Anruf, bei dem eine Frau ihr weismachen wollte, es handele sich um ihre Enkelin. Wie so oft beim „Enkeltrick“. Clever reagierte die Angerufene, die die Masche kannte. Sie dachte sich einen Namen aus, den es in ihrer Verwandtschaft nicht gibt „Rosemarie“. Als die Fremde am Telefon fragte: „Hallo Oma, weißt du wer hier ist?“, antwortete sie mit „Bist du es Rosemarie?“. Als ein „Ja“ kam, wusste die Seniorin sofort, dass es sich bei der Anruferin um eine Betrügerin handelte und beendete das Gespräch.
      

Hier einige Tipps für alle, die Seniorinnen & Senioren in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld haben:

  • Sprechen Sie mit ihnen über die Masche des Enkeltrickbetruges und verdeutlichen Sie, niemals Geld oder Schmuck sowie persönliche Daten an Fremde zu übergeben.
  • Stellen Sie sich als Ansprechpartner zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung, damit Sie im Zweifelsfall helfen können einen Betrug zu erkennen!
  • Im Zweifelsfall immer sofort die Polizei (über den Notruf 110) verständigen!

Ein Bericht dazu auf  Facebook

Die Kriminalpolizeilichen Berater des Polizeipräsidiums Mittelhessen bieten Vorträge zum Thema "Enkeltrick" kostenlos an.

Darüber hinaus erhalten Sie auf den Internetseiten der  Polizei Hessen wertvolle Informationen.

Weitere Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren stehen im Internet unter:

Logo: www.polizei-beratung.de