Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
22.03.2019

Tag der Kriminalitätsopfer

Gedanklich bei den Kriminalitätsopfern

Tagtäglich beschäftigen wir uns mit Kriminalität und deren Opfern


Heute, am 22. März 2019, ist der alljährliche "Tag der Kriminalitätsopfer".

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1991
wurde dieser Tag vom WEISSEN RING (http://hessen.weisser-ring.de) ins Leben gerufen, um auf die Menschen aufmerksam zu machen, die durch Kriminalität und Gewalt geschädigt wurden.
 


Der Aktionstag soll das Bewusstsein für Opferbelange in Deutschland stärken und Informationen zu Prävention, Schutz und praktischen Hilfen geben. Viele Institutionen aus den Bereichen Politik, Polizei, Justiz und Verwaltung, aber auch Vereine und Schulen beteiligen sich in jedem Jahr daran. Die Polizei in Mittelhessen wird den "Tag des Kriminalitätsopfers" in den Sozialen Medien aufgreifen und verschiedene Fragestellungen zum Thema aus Opfersicht beleuchten bzw. beantworten.


Doch was hat das mit uns zu tun?

Körperverletzung, Diebstahl, sexuelle Belästigung, Stalking: Etwa eine Million Menschen werden hierzulande jährlich Opfer einer Straftat. Mit allen einschneidenden und belastenden Folgen, psychisch wie wirtschaftlich. Wie wir aus unserer täglichen Arbeit im Streifen- und Ermittlugnsdienst wissen, sind Opfer von (schweren) Straftaten oder Verkehrsunfällen oftmals traumatisiert, wissen nicht genau was jetzt auf sie zukommt, kennen die Abläufe bei Polizei und Justiz nicht, fürchten sich vor der Gerichtsverhandlung, kennen zudem die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote nicht. Wir wissen auch, dass jeder Mensch jederzeit Opfer einer Straftat werden kann und wir als Polizei die Opfer nicht mit ihren Ängsten allein lassen dürfen. Die Betreuung von Menschen, die als Opfer schwere Schicksale erleiden mussten, geht auch nicht immer spurlos an uns vorüber - Es ist oft ein schwieriger Spagat zwischen Anteilnahme und beruflicher Distanz, die wir aus Gründen des Selbstschutzes einhalten müssen.

Symbolbild - Polizeibeamter zeigt einem Opfer Möglichkeiten von Hilfsangeboten auf - © Polizeipräsidium Mittelhessen


Wenn eine Straftat geschieht, steht zumeist der Täter im Fokus

Viele von uns, die tagtäglich mit Kriminalitätsopfern zu tun haben, gehen professionell auf deren Furcht und Besorgnis, ihre konkreten Anliegen und Wünsche ein, da sie sich hinreichend in deren Lage hineinversetzen können und die Abläufe und Hilfsangebote kennen. Gerade wir als Polizei, die oftmals den ersten "Opferkontakt" hat, brauchen einen Blick dafür, was Opfer wirklich benötigen und was ihnen beim Verarbeiten der Tat helfen kann. Natürlich gilt das besondere Interesse unserer Arbeit dem Täter, das Opfer darf darüber hinaus aber nie vergessen oder vernachlässigt werden. Dafür wollen wir am heutigen "Tag des Kriminalitätsopfers" einfach sensibilsieren und daran erinnern.


Ob Informationen zum Opferentschädigungsgesetz oder zur psychosozialen Prozessbegleitung: Eine hilfreiche Zusammenstellung wichtiger Fragen und Antworten aus "Opfersicht" sowie mit Tipps, Hinweisen und Beratungsangeboten zum Opferschutz finden Sie bei uns im Internet:

 Wichtige Fragen rund um das Thema Opferschutz

Weitere Opferinformationen erhalten Sie im Internet unter:
www.polizei-beratung.de

Text: Thorsten Mohr, PÖA