Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
10.12.2018

Ringen um die Meinungsherrschaft

Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Medienprävention

 

 Logo der Interessengemeinschaft Medienprävention im Lahn-Dill-Kreis

Nachdem die Interessengemeinschaft Medienprävention im Lahn-Dill-Kreis (IG Medien) im Jahr 2016 auf Initiative des  Netzwerkes gegen Gewalt, Dirk Zettner, ins Leben gerufen wurde, kann man mit Stolz sagen, dass sich die Interessengemeinschaft etabliert hat und ihre Veranstaltungen großen Zulauf erfahren.

Die Interessengemeinschaft mit Sprecher Matthias HOLLER (Präventionsrat des Lahn-Dill-Kreises) setzt sich zusammen aus Dirk FELLERT (Kommission Prävention der Stadt Wetzlar), Carmen LENZER (Koordinierungsstelle Gewaltprävention beim Staatlichen Schulamt Limburg-Weilburg) und Christiane KRUSE-SCHMIDT ( Jugendkoordinatorin bei der PD Lahn-Dill) und dem Netzwerk gegen Gewalt, Dirk ZETTNER.


Die vierte Veranstaltung fand nun am 04.12.2018 unter dem Thema:

„Das Ringen um die Meinungsherrschaft –
Rechtsextremistische Agitationsstrategien von offline bis online “

statt.

Die Interessengemeinschaft freute sich als Referenten hierzu Herrn Sven DANIEL vom Verfassungsschutz begrüßen zu dürfen.

Referent, Herr Sven DANIEL, vom Verfassungsschutz
Foto: Referent Sven DANIEL vom Verfassungsschutz

Dass es sich um ein Thema mit großem Interesse für die Öffentlichkeit handelte, wurde durch die Teilnehmerzahl von knapp 100 interessierten Bürgern und Interessenvertretern aus Politik, Polizei, Sozialarbeit und Schule - um nur einige zu nennen - bestätigt.

Herr Daniel schilderte anschaulich und mit Beispielen unterlegt, wie insbesondere die „Neue Rechte“ agiert um „Meinung zu machen“ und Sympathien zu gewinnen.

Hierbei wurde deutlich, dass es sich um ein aktuelles und ernstes Thema handelt, insbesondere, weil sich der Rechtsextremismus seit Jahren verändert und dies nicht nur in Bezug auf die Bekleidung.

Neben den ideologischen Grundlagen des Extremismus wie:

  • Fremdenfeindlichkeit
  • Rassismus
  • Völkischer Kollektivismus
  • Nationalismus
  • Antisemitismus und
  • Revisionismus

wurden auch knapp 30 Agitationsstrategien, welche oft unverfänglich, selektiv und versteckt genutzt werden, erörtert.

Lediglich beispielhaft seien hier die Agitation mit Gefühlen genannt, welche ohne Recherche von Fakten in die Öffentlichkeit transportiert werden,

  • die Matapolitik, wodurch Rechtsextremisten kulturell über Musik, Kunst, Mode, Literatur und sogar Lebensmittel versuchen Menschen zu beeinflussen und für ihre Ziele zu gewinnen,
  • die Darstellung von Verschwörungstheorien „Das Deutsche Volk wird aussterben“,
  • die Opferstilisierung, wobei sich Rechtsradikale als Opfer sehen, da sie angeblich keine freie Meinung äußern dürfen,
  • das Verzerren von Darstellungen, indem nicht sachlich, differenziert und objektiv berichtet wird
  • u.v.m.

Am Ende des Vortrages durch Herrn Daniel war ebenso klar, dass die „Neue Rechte“ in großen Teilen akademisch geprägt ist, sich strategisch von Gewalt distanziert und gerade das Internet nutzt, um ihren Zielen näher zu kommen.

Christiane Kruse-Schmidt (Jugendkoordiantorin der PD Lahn-Dill)

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