Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
15.02.2019

Haben Sie eine Oma? Prima! Und wann haben Sie sie das letzte Mal angerufen?

Klären auch Sie Senioren über die "Enkeltrick-Masche" auf!

Senioren im Fokus dreister Betrüger

Der Enkeltrick ist eine nach wie vor aktuelle Betrugsmasche, mit der Kriminelle versuchen hauptsächlich ältere Menschen um ihr Erspartes zubringen.

 Symbolbild links: Senioren im Fokus dreister Betrüger

"Nur eine ständige Aufklärung und die Kenntnis über Vorgehensweisen der gemeinen Betrüger bewahrt davor, Opfer zu werden."

 

Die  Vorgehensweise ist immer nahezu gleich - lediglich bei den Geschichten am Telefon zeigen sich die Betrüger kreativ und variabel. Vorsicht ist geboten, wenn das Telefon klingelt und der erste Satz in etwa so lautet wie:

"Hallo Oma (oder Ansprache mit Namen), ich bin´s! Bin grad in der Nähe und wollte mich mal melden.
Du weißt doch wer dran ist, oder?"

 Tipps und Hinweise, die davor schützen, Opfer eines Enkeltricks zu werden:

  • Ausrufezeichen_93px.gifOberstes Gebot! Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen, als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, zu raten, wer Sie anruft.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Geben Sie vor allem niemals Kontodaten preis!
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer sofort persönliche Rücksprache und benutzen Sie dazu nur die ihnen bekannten Rufnummern.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

 

Lassen Sie es uns so sagen: Was Sie nicht tun, machen andere für Sie – und lassen es sich verdammt gut bezahlen...

Wir kennen das doch alle: Arbeit hier, Termin dort. Noch kurz die Mails checken, das Neuste aus den Sozialen Medien anschauen, Freunden ein Like auf Ihre Posts geben. Da ist schnell mal keine Zeit mehr, um sich um die Menschen zu kümmern, denen man ein Like noch in Form einer Umarmung geben kann und zu denen man neuste News noch mündlich und persönlich teilen muss. Immer mehr Seniorinnen und Senioren sind in den Sozialen Netzwerken unterwegs – aber ganz viele eben auch noch nicht. Diese Mitmenschen erreichen wir nur, wenn wir uns Zeit für sie nehmen, sie besuchen, sie anrufen und mit ihnen reden. Und das ist es, wozu wir Sie gerne ermutigen möchten – aus guten Grund! 

Klar, Sie kennen das: Betrüger rufen an, geben sich als angebliche Polizeibeamte, alte Bekannte oder Verwandte aus. Doch in Wahrheit wollen sie den Angerufenen nur einen Bären aufbinden und sie dazu bringen ihr Erspartes auszuhändigen, um so Beute zu machen. Doch die Menschen, die es in der Hauptsache betrifft, unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, durchschauen die Betrüger und ihre Maschen oft nicht so leicht. Sie brauchen Ihre Hilfe!

Viele ältere Menschen freuen sich, wenn das Telefon klingelt und sich jemand Zeit nimmt, um mit ihnen zu reden. Sie finden es schön, wenn nach langer Funkstille der vermeintliche Enkel endlich mal wieder Zeit findet Oma oder Opa anzurufen. Und klar, wenn sich die junge Generation meldet und um Hilfe bittet, dann werden Oma und Opa die letzten sein, die diese Hilfe verweigern. Sie werden all ihr Erspartes zusammenkratzen und es gerne dem Enkel geben, der in einer Notlage steckt. 

Die Freude über die Aufmerksamkeit, die unbegrenzte Hilfsbereitschaft und das geschickte Vorgehen der Täter führen in der Kombination jedoch dazu, dass die Betrüger Erfolg haben können. 


Karte Wetteraukreis mit Zuständigkeiten der PolizeistationenWetterau: Erst gestern (14.02.2019) war es nur einer gut aufgeklärten Bankmitarbeiterin zu verdanken, dass eine Seniorin aus Friedberg nicht ihr Geld an eine falsche Enkelin zahlte. Letztere rief nämlich an und bat um 40.000 Euro für den Kauf einer Wohnung. Sie setzte die Seniorin unter Zeitdruck, sprach von Vorteilen, wenn der Vertrag schnell unterzeichnet werde, und brachte die Friedbergerin dazu, dass sie versuchte bei der Bank das Geld für die vermeintliche Enkelin abzuheben. Die Bankmitarbeiterin zahlte das Geld nicht aus, wies die Seniorin auf den Betrugsverdacht hin und behielt damit absolut Recht. Die richtige Verwandtschaft der Seniorin wusste nichts von einem Wohnungskauf und benötigtem Geld, sie verständigten die Polizei. Die Betrügerin gab auf, als die Seniorin ihr bei einem erneuten Anruf erklärte, dass sie kein Geld bekomme.

Alles keine Einzelfälle. Unzählige Male klingelte erst gestern wieder in der Wetterau bei Seniorinnen und Senioren das Telefon. Die Betrüger bedienen sich der öffentlichen Telefonverzeichnisse, suchen gezielt nach älter klingenden Vornamen und probieren quasi wahllos ihr Glück. Der Schwerpunkt der Anrufe lag gestern in Wölfersheim. Von Altenstadt, über Büdingen, Friedberg, Bad Nauheim bis Münzenberg und Butzbach klingelten jedoch die Telefone. Glücklicherweise wurde bislang kein Fall bekannt, in dem die Täter, die sich als Enkel mit Geldnöten ausgaben, tatsächlich Erfolg hatten.

Unsere Erfahrungen, unsere vielen Gespräche mit Seniorinnen und Senioren und ihre Rückmeldungen zeigen: Es lohnt sich viel über das Thema Betrug zu reden und zu schreiben. Es lohnt sich für jeden einzelnen Menschen, den wir vor den Betrügern schützen können, dem wir sein hart erspartes Geld bewahren können. Bitte helfen Sie mit! Seien Sie es die mit Oma und Opa reden und überlassen Sie das Feld nicht den miesen Betrügern!

Die Bitte der Polizei: Reden, reden, reden!

Sylvia Frech, Pressesprecherin


Marburg und Cölbe: Die in Marburg lebende Dame war schon auf der Sparkasse, um das angeblich von ihrem Sohn im Telefonat erbetene Geld abzuholen. Der Anruf der misstrauisch gewordenen Angestellten mit dem tatsächlichen Sohn brachte dann Gewissheit und führte dazu, dass der Betrüger letztlich doch erfolglos blieb. "Hier gab es das ganz typische Vorgehen der Enkeltrickbetrüger. Diese Betrüger rufen in unregelmäßigen Abständen immer wieder in bestimmten Gegenden an und versuchen mit ihrem perfiden Vorgehen an das Geld der Opfer zu kommen. Sie sind geschickt am Telefon, bauen Vertrauen auf und kommen dann irgendwann zur Sache. Sie brauchen nämlich für irgendetwas ganz schnell und am besten sofort so viel Geld wie möglich. Die Storys variieren dabei immer etwa. Mal ist es ein lukratives Geschäft, mal ein günstiges Auto oder ein Immobilienschnäppchen. Egal was es ist, wenn es am Telefon ums Geld geht, ist sofort ganz besondere Vorsicht geboten!" Das Telefon der Seniorin läutete am Freitag, 08. Februar, gegen 14.50 Uhr. Da sich der Mann am Telefon nicht mit Namen meldete, glaubte die Seniorin, mit ihrem Sohn zu sprechen. Fortan war der von ihr namentlich angesprochene Anrufer "der Sohn". Der Anrufer schaffte es in dem längeren Gespräch letztlich "seine Mutter "von der Notwendigkeit des sofortigen Geldabholens zu überzeugen, sodass diese sich noch schnell vor Geschäftsschluss zur Sparkasse begab. Dort flog der Schwindel dann glücklicherweise durch die sehr aufmerksame Angestellte auf. Die anschließende Fahndung der Kriminalpolizei blieb leider erfolglos. 

Weitere Anrufe Tage später: Am Mittwoch (13.02.2019) meldete sich ein mutmaßlicher Betrüger gleich fünf Mal bei Anschlussinhabern aus Marburg und Cölbe. Hier gab er sich als Angestellter der Sparkasse aus, um Kundendaten zu erfragen. Der Unbekannte sprach Deutsch mit leichtem Akzent und erkundigte sich nach einem Fragebogen, den das Kreditinstitut dem Anrufer angeblich zugestellt habe. Die ausgesuchten Opfer ließen sich glücklicherweise nicht auf das perfide Spiel ein. Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf weist darauf hin, dass solche Fragenbögen niemals versandt wurden und werden! Zudem erfolgen niemals Anrufe dieser Art.

Martin Ahlich/Jürgen Schlick, Pressesprecher

Weitere Tipps zum Thema  "Enkeltrick" und im Internet unter:

Schriftzug: www.polizei-beratung.de