Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
16.01.2020

Rund um die Asche – Brandermittlung und der Schutz vor Bränden

Im wahrsten Sinne des Wortes „heiß her“ ging es, wenn die Brandermittler zum Einsatz kommen. In jeder Kriminalinspektion gibt es diese speziell ausgebildeten Beamten, die die Ursache von Bränden ermitteln und damit Brandstiftern das Handwerk legen. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle die Brandermittler aus der Wetterau vorstellen.

Wenn es irgendwo brennt, dann ist oft der ganze Ort in Aufruhr. Mit Blaulicht und Martinshorn fahren die meist ehrenamtlichen Feuerwehrleute zum Einsatzort, der so oft schnell umringt ist von Schaulustigen. Ob brennender Mülleimer, in Flammen stehender PKW, der Brand von Strohballen oder gar das Feuer in einem Wohnhaus – schnell kommt die Frage auf, warum es eigentlich gebrannt hat. Erste Spekulationen sind schnell entstanden und entwickeln regelmäßig gemäß der „Stillen Post“ ein Eigenleben. Doch wie es wirklich zu einem Brand kam, dass kann nur in den wenigsten Fällen direkt beantwortet werden. Es bedarf der Ermittlung unserer Spezialisten.

Kaum ist der Brand bekannt, beginnt die Arbeit der Polizei. Die Beamten sammeln erste Informationen. Wer hat den Brand zuerst entdeckt? Wo konnten die Flammen zuerst entdeckt werden? Gab es Personen die sich vor dem Brand am Brandort aufgehalten haben? Diese und viele weitere Fragen gilt es im Rahmen des sogenannten Ersten Angriffs zu klären. Meist erst dann, wenn der Brandort schon „kalt“ ist, kommen die Brandermittler zur Untersuchung vor Ort. Bis dahin haben sie die gesammelten Informationen der Kollegen bewertet, erste Gespräche mit Betroffenen und Zeugen geführt und sich bei größeren Bränden mit den jeweiligen Versicherungen abgestimmt. Diese schicken gerade bei hohen Schäden nämlich auch selbst Gutachter an den Brandort, die parallel zur Polizei versuchen den Grund der Brandentstehung zu ermitteln.
   

 Brandermittler der Polizei am Brandort
Foto: Brandermittler der Polizei am Brandort

Was die eigentlichen Brandermittlungen angeht, so können wir hier an dieser Stelle natürlich keine Details verraten, um Brandstiftern keine Tipps für ihr Tun zu geben. Dass es kein einfacher Job ist, vor allem je mehr in Schutt und Asche liegt, das kann man sich denken. Das grundsätzliche Vorgehen bei ihrer Arbeit beschreiben unsere Wetterauer Brandermittler, so: „Jede Brandermittlung funktioniert nach dem Ausschlussprinzip. Gibt es keine elektrischen Geräte oder Stromleitungen, so scheidet ein technischer Defekt schon einmal aus. Kein Gewitter – kein Blitzschlag, dann kommt eine natürliche Ursache für den Brand auch nicht in Frage. Ob die Möglichkeit einer Selbstentzündung besteht, ist vor allem bei Heu immer wieder eine wichtige Frage. Wenn all diese Faktoren ausgeschlossen sind, dann muss eine Person fahrlässig oder vorsätzlich den Brand verursacht haben.“

Die Strafen für die umgangssprachliche Brandstiftung sind hoch, gerade dann, wenn Menschen zu Schaden gekommen sind oder hätten zu Schaden kommen können. Bis zu 10 Jahre Haft drohen, wenn ein Mensch zu Tode kommt sogar lebenslänglich. Die Ermittler müssen daher sehr sorgfältig arbeiten und auch nach der kleinsten Spur suchen, die den Täter überführen könnte. Dabei sagen die Ermittler aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus: „Es findet sich immer eine Spur.“ Bilder und Videos, gerade vom Beginn des Brandes, helfen den Ermittlern übrigens bei ihrer Arbeit. Wer solche Aufnahmen gemacht hat und dabei hoffentlich nicht die Arbeit der Feuerwehr und Rettungskräfte behinderte, sollte sie also nicht in den Sozialen Medien teilen, sondern den Polizisten für ihre Ermittlungen zur Verfügung stellen.

Ungefähr ein Brand pro Tag landet zur Ermittlung der Brandursache auf dem Schreibtisch der Kriminalpolizisten. Dabei stellen sie immer wieder fest, dass viele Brände hätten verhindert werden können. Gerade jetzt zur Winterzeit ist die häufigste Brandursache die nicht richtig entsorgte Asche aus den Kaminöfen. Immer wieder führt sie, vermeintlich schon abgekühlt und in der Mülltonne entsorgt, zum Brand der Tonne und je nach deren Standort gleich zum Brand ganzer Unterstände mit der Gefahr des Übergreifens auf die angrenzenden Wohnhäuser. Dieser oft erhebliche Schaden und die damit einhergehende Gefahr für die Hausbewohner lässt sich verhindern sagen die Brandermittler: „Füllen Sie die Asche immer erst in ein feuerfestes Behältnis und stellen Sie dieses so ab, dass es durch die Hitze und möglichen Ascheflug keine Brandgefahr darstellt. Frühestens nach drei Tagen kann die Asche dann in den Mülleimer umgefüllt werden.“

Sylvia Frech, Pressesprecher