Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
03.03.2020

Polizei und Sicherheitsberater für Senioren informierten beim Seniorenfasching

Thema: falsche Polizeibeamte und Enkeltrick

Einige von insgesamt 550 Gästen beim Seniorenfasching in der Gießener Kongresshalle können nach Informationsgesprächen mit der  Kriminalpolizeilichen Beraterin Claudia Zanke und den  Sicherheitsberatern für Senioren des Ehrenamt Gießen e.V. nicht ausschließen, dass sie auf falsche Polizeibeamte oder auf den Enkeltrick reinfallen würden.

Die von dem Seniorenbüro der Stadt Gießen und in Kooperation mit der Gießener Fassenachts-Vereinigung initiierte Faschingsveranstaltung fand am vergangenen Samstag (22. Februar) statt.

Impression vom Seniorenfasching in der Kongresshalle in Gießen

Foto: Sicherheitsberater für Senioren und die Kriminalpolizeiliche Beraterin Claudia Zanke freuen sich auf die interessierten Besucher

Die Seniorinnen und Senioren waren trotz Feierstimmung ganz neugierig, wie sie sich vor dieser perfiden Betrugsmasche schützen können.

Die Masche: Bei diesem Phänomen durchforsten die Täter in der Regel in öffentlichen Telefonverzeichnissen nach Telefonnummern, die auf Personen mit „altdeutschen Vornamen“ eingetragen sind. Danach werden die zumeist älteren Personen angerufen und ihnen beispielsweise eingeredet, es seien mehrere Einbrecher festgenommen worden und weitere seien noch flüchtig. Bei den Tätern habe man Unterlagen gefunden, die darauf hinweisen, dass auch bei dem Angerufenen eingebrochen werden soll. Danach werden die Geschädigten gezielt nach Geld und Wertsachen ausgefragt. In vielen Fällen wird darüber hinaus geschildert, dass auch Mitarbeiter ihrer Bank Teil der Bande seien. Das gesamte Geld der Geschädigten müsse daher schnellstmöglich bei der Bank abgeholt werden, da es dort nicht sicher sei. Durch mehrere, stundenlange und sogar tagelange Telefonanrufe erhöhen die Betrüger den psychischen Druck auf die Opfer, sodass diese keine klaren Gedanken mehr fassen können. Reagiert ein Opfer misstrauisch, wird es u.a. mit dem Hinweis, es behindere eine polizeiliche „Aktion“, wenn es nicht mitmache, unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Das Geld wird dann von einem vermeintlichen Kriminalpolizisten an einem abgesprochenen Ort abgeholt. Wenn es soweit kommt, dann ist es allerdings für das misstrauisch werdende Opfer zu spät: Das Geld ist futsch und die Täter sind über alle Berge.

 Impression vom Seniorenfasching in der Kongresshalle in Gießen

Foto: Auch Prinz Sebastian I. ließ es sich nicht nehmen und
schaute am Stand der Kriminalpolizeilichen Beratung vorbei

Neben den Senioren informierten sich bei der Kriminalhauptkommissarin und den Sicherheitsberatern für Senioren auch Enkel und Enkelinnen, insbesondere zum Phänomen „Enkeltrick. Frau Zanke berichtete über diese Betrugsmasche und sensibilisierte zu diesem Thema, damit Ältere den Gaunern nicht auf dem Leim gehen. Auch hier werden die Opfer in einer geschickten Gesprächsführung zu Ihren Vermögenswerten gefragt. Lohnt es sich für die Betrüger aufgrund der Vermögenshöhe des Opfers, dann wird auch hier ein Übergabeort festgelegt.

Die Enkel erkannten im Gespräch mit der erfahrenen Kriminalpolizistin, dass es durchaus wichtig ist, ihre Großeltern über dieses Phänomen zu informieren.

Impression vom Seniorenfasching in der Kongresshalle in Gießen

Foto: Auch die Aufklärung der Enkel über solche Betrugsmaschen ist besonders wichtig

Tipps der Polizei:

  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an!
  • Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen!
  • Misstrauisch sein! Im Zweifel selbst Ihre echte Polizei anrufen! Die Polizei hilft Ihnen.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los. Das ist keinesfalls unhöflich!

Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich in jedem Fall sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.

Text: Claudia Zanke, Kriminalpolizeiliche Beraterin
Fotos: Ehrenamt Gießen e. V. 


 Hier erhalten Sie weitere Infos zum Präventionsprojekt Sicherheitsberater für Senioren - "SfS"

Infos und Tipps zum Thema Betrug finden Sie im Internet unter:

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