Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
05.11.2019

Maßnahmen gegen die illegale Poser-, Tuning- und Drifterszene


Mit gezielten und wirksamen Maßnahmen geht die Polizei im Raum Gießen seit mehreren Monaten wirksam gegen die illegale Poser- und Tuner - Szene vor. Die "Arbeitsgruppe Poser / Tuner" wurde im Frühsommer dieses Jahres gegründet. Eine erste Bilanz der Arbeitsgruppe wurde bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 31.10.2019, in den Räumen der  Gießener Polizeidirektion am Berliner Platz gezogen.

Pressekonferenz bei der Polizeidirektion Gießen zur Vorstellung der AG Tuner / Poser
Pressekonferenz bei der Polizeidirektion Gießen zur Vorstellung der AG Poser / Tuner


"Mit der Einsetzung der Arbeitsgruppe haben wir verdeutlicht, dass wird das zunehmende Beschwerdeaufkommen der Bürgerinnen und Bürger in Gießen ernst nehmen und konsequent dagegen vorgehen. Wir dulden keine illegal getunten und hochmotorisierten Autos. Oftmals gefährden solche rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer auch andere Fahrzeuge und sind zu schnell im Stadtgebiet unterwegs. Ich begrüße es sehr, dass unter der Federführung der Polizeidirektion Gießen die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde. Gerade gegenüber den Autofahrern, die andere gefährden und keine Einsicht zeigen, begegnen wir mit einer sehr geringen Einschreitschwelle,"
so Polizeipräsident Bernd Paul bei der Vorstellung.

Eingebettet in das Konzept  "Sicheres Gießen", das vor fast zwei Jahren durch die Polizeidirektion Gießen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen und der Bundespolizei intensiviert wurde, und den damit bereits verbundenen erfolgreichen Aktionen im Stadtgebiet liegt ein wesentlicher Fokus der neuen Arbeitsgruppe in der Verkehrssicherheit. Zur neuen Gruppe gehören mehrere fachkundige Beamte der Gießener Polizeidirektion.

AG Poser / Tuner gegen die illegale Poser-, Tuning- und Drifterszene im Raum Gießen - Medienrummel

"In der Stadt Gießen mussten wir zuletzt vermehrt Autofahrer feststellen, die beispielsweise durch aufheulende Motoren und kurzzeitige Geschwindigkeitsüberschreitungen auf sich aufmerksam machen. Auch ließ sich feststellen, dass Personen aus diesem Klientel durch Parken in zweiter oder dritter Reihe negativ auffallen und so auch zur Minderung der Verkehrssicherheit beitragen. Dies stößt zu Recht auf großen Unmut in der Bevölkerung. Wir wollen solchen Fahrern in Absprache mit der Polizei mit verschiedenen wirksamen Maßnahmen energisch begegnen. Es freut mich sehr, dass wir mit der neuen Arbeitsgruppe die organisatorische Grundlage für verstärkte und gezielte Kontrollen gelegt haben", so Gießens Bürgermeister Peter Neidel.

Poser, Tuner und Raser waren zuletzt in Gießen immer wieder aufgefallen. Auch mit Hilfe von Zeugenhinweisen konnte die Arbeitsgruppe in den letzten Wochen bereits 60 Fahrzeuge kontrollieren. Die oftmals jungen Autofahrer waren durch technische nicht erlaubte Manipulationen sowie quietschende Reifen und aufheulende Motoren aufgefallen. Bei etwa der Hälfte dieser Fahrzeuge bestand aufgrund der vorgenommenen Veränderung keine Betriebserlaubnis. Drei Fahrzeuge mussten sichergestellt werden. Bei einem dieser sichergestellten Fahrzeuge wurden 15 erhebliche Mängel festgestellt.
 
AG Poser / Tuner gegen die illegale Poser-, Tuning- und Drifterszene im Raum Gießen
 
In dem Vortrag machten die Beamten der Polizeidirektion Gießen deutlich, dass ein hohes technisches Verständnis vorhanden sein muss und der regelmäßige Erfahrungsaustausch sehr wichtig für die Arbeit in der Arbeitsgruppe sei.
 
Eine enge Zusammenarbeit, gerade wenn es um die Erteilung und die Wirksamkeit einer Betriebserlaubnis geht, führt die Arbeitsgruppe Tuner / Poser neben der Stadt Gießen auch mit der Zulassungsstelle des Landkreises. Eine Mitarbeiterin des Landkreises schilderte in dem Pressegespräch die von dort veranlassten Maßnahmen anschaulich. Bei den geschilderten Maßnahmen der Zulassungsstelle kann es sogar zu Zwangsmaßnahmen gegen den Halter des veränderten Fahrzeuges kommen.
 
AG Poser / Tuner gegen die illegale Poser-, Tuning- und Drifterszene im Raum Gießen 
 
Nach dem Pressegespräch wurden in Gießen in den Nachmittagsstunden zielgerichtete Kontrollen durchgeführt. Dabei überprüften die Schutzleute insgesamt 15 Pkw. Bei vier Autos waren technische Veränderungen vorgenommen worden, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führten. Ein BMW wurde sogar sichergestellt, da die Reifen in den Radkästen schliffen. Ein verbautes Gewindefahrwerk war zu tief eingestellt und der Einbau nicht entsprechend abgenommen und eingetragen. Dies traf auch auf die Kombination von Rädern und Felgen zu. Den Fahrer erwartet nun eine Geldbuße in Höhe von 180 Euro und ein Punkt im Verkehrsregister. Dazu kommen noch die Kosten für den Rückbau in einen ordnungsgemäßen Zustand, ein Gutachten, die Vorführung sowie Abnahmen des Pkw und der „Zeitaufwand“ dafür. Insgesamt wird es wohl ein vierstelliger Euro-Betrag werden.
 
AG Poser / Tuner gegen die illegale Poser-, Tuning- und Drifterszene im Raum Gießen - Betriebserlaubnis erloschen - Fahrzeug wird abgeschleppt
 
Weitere Fotos der Kontrollmaßnahmen gegen die illegale Poser- und Tuningszene

Weitere Bilder:

 
Diese Kontrollen werden in Gießen fortgesetzt.
 
Link zur  AG Drifter"

Text: Jörg Reinemer, Pressesprecher | Fotos: Social Media Team


 

 Plakat verkehrssicher-in-mittelhessen    

 

Solche Maßnahmen gehören auch zu verkehrssicher-in-mittelhessen.

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