Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
20.06.2017

Darknet - Die dunkle Seite des Internets - Fluch oder Segen?

  
Fachnachmittag zum „Darknet“ sorgte für voll besetzten Kreistagssitzungssaal in Wetzlar  

Blick ins Plenum © Stadt Wetzlar  
Teilnehmer/Teilnehmerinnen der Veranstaltung - Foto: © Stadt Wetzlar

Der Einladung der „Interessengemeinschaft Medienprävention im Lahn-Dill-Kreis“ zum Fachnachmittag „Darknet – die dunkle Seite des Internets“ waren am Donnerstag, 01. Juni 2017, 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Kreistagssitzungsaal des Lahn-Dill-Kreises gefolgt. Das Ziel der Interessengemeinschaft besteht darin, die Medienkompetenz in der Region zu fördern und zu stärken. Den Vorsitz der Interessengemeinschaft, hat der Geschäftsführer des Kreispräventionsrates Lahn-Dill-Kreis, Matthias Holler übernommen. Das Polizeipräsidium Mittelhessen beteiligt sich mit dem Netzwerk gegen Gewalt und der Polizeidirektion Lahn-Dill an der Interessengemeinschaft.

Moderator Herr Holler, Geschäftsführer des Kreispräventionsrates Lahn-Dill-Kreis © Stadt Wetzlar
Moderator Matthias Holler, Geschäftsführer des Kreispräventionsrates Lahn-Dill-Kreis - Foto: © Stadt Wetzlar

Mit der Veranstaltung „Darknet“ leistete die Interessengemeinschaft einen ersten Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz in der Region. Weitere Veranstaltungen sind geplant und sollen sich im Sinne von „Bürgerbeteiligung“ an den Wünschen der Bürger orientieren. Hierzu hatte die Interessengemeinschaft „Themenboxen“ zur Abgabe von Themenvorschlägen aufgestellt.

Als  Referenten konnten mit

zwei Experten zu dieser Thematik gewonnen werden.


Warum das Thema Darknet in der heutigen Mediengesellschaft auch im Rahmen der Prävention Beachtung finden muss, erläuterte Oberstaatsanwalt Ungefuk anhand der Aktivitäten eines 17-jährigen Jugendlichen. Dieser hatte ein kriminelles „marktwirtschaftliches  Unternehmen“ mit Online-Drogenhandel aufgebaut und firmierte unter dem Namen „Shiny Flakes“. Ohne sein Kinderzimmer zu verlassen, ohne Kontrolle und Wahrnehmung der Eltern betrieb er sein „Unternehmen“ aus seinem Zimmer heraus. Die nötige Infrastruktur hierzu stellten ihm Internet und Darknet zur Verfügung.

Referent Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main - © Stadt Wetzlar
Referent Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main
Foto: © Stadt Wetzlar

Das Darknet selbst beschrieb Oberstaatsanwalt Ungefuk als besonders abgeschottete Bereiche des Internets, die nur mit spezieller Software erreicht und genutzt werden können. Der überwiegende Teil des Darknets ist über das „Tor-Netzwerk“ mit dem „Tor-Browser“ zu erreichen. Der „Tor-Browser“ arbeitet wie eine Tarnkappe, anonymisiert/verschlüsselt den Datenverkehr und verschleiert die eigene IP-Adresse. Das „Tor-Netzwerk“ steht für anonyme/verschlüsselte Kommunikation.

Das Darknet weist jedoch zwei Seiten auf. In einigen Staaten oder Regimen nutzen es Menschen, um staatlicher Verfolgung zu entgehen bzw.

  • unentdeckt zu kommunizieren,
  • zu arbeiten oder
  • Aufgaben zu erledigen.

Existent im Darknet sind aber auch sogenannte „Hidden Services“, Markt- oder Handelsplätze, die nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen organisiert und optisch wie die uns bekannten „Online-Versandhändler“ und „Auktionsplattformen“ aufgebaut sind.

Angeboten werden hier aber nicht die handelsüblichen Güter wie Elektronikwaren, Bekleidung etc. Güter sind hier Drogen, Waffen, gefälschte Dokumente und „Dienstleistungen“, wie das Bereitstellen einer konspirativen Wohnung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alles was illegal ist, bzw. alles wozu man sich im normalen Leben im „dunklen“, illegalen Raum bewegen muss, im Darknet zu finden ist.


Neben statistischen Daten im Zusammenhang mit „Cybercrimedelikten“ erläuterte  Kriminalhauptkommissar Dirk Hintermeier in seinem Vortrag sehr anschaulich, auf welche Hürden die Ermittlungsbehörden durch das Darknet und die damit verbundenen anonymisierten Daten stoßen. Anhand eines „Eisbergmodells“ erläuterte Dirk Hintermeier zunächst die Dreiteilung des Internets auf, wobei das „DeepWeb“ und das „Darknet“ den Teil darstellen, der unter der Wasseroberfläche liegt. Die Spitze des Eisberges, die über der Wasseroberfläche liegt, stellt den Bereich des Internets dar, der von uns allen über die „üblichen“ Zugangswege erreichbar ist.

Referent Kriminalhauptkommissar Dirk Hintermeier, Internetprävention Polizeipräsidium Mittelhessen © Stadt Wetzlar
Referent Kriminalhauptkommissar Dirk Hintermeier, Polizeipräsidium Mittelhessen - Foto: © Stadt Wetzlar

Zu den Zahlungssystemen im Darknet führte er aus, dass der Täter oder die Täter virtuelle „Währungen“ als Zahlungsmittel zum Einsatz bringen. Die gängigste virtuelle Währung derzeit ist der Bitcoin. Der Bitcoin kann auf bestimmten Internetplattformen erworben werden und dient als Zahlungsmittel. Sein Wert liegt derzeit bei über 2.260,00 €. Der Bitcoin selbst unterliegt keinerlei Banken- oder Staatsaufsicht.


Im Anschluss standen die Referenten den Zuhörerinnen und Zuhörern noch Rede und Antwort. Davon machte das Publikum sehr regen Gebrauch.

Referenten und Mitglieder der Interessengemeinschaft

Referenten und Mitglieder der Interessengemeinschaft ( v.l.n.r.): Herr Ungefuk, Frau Kruse-Schmidt, Herr Fellert, Frau Lenzer, Herr Holler, Herr Zettner, Herr Hintermeier © Stadt Wetzlar
( v.l.n.r.): Herr Ungefuk, Frau Kruse-Schmidt, Herr Fellert, Frau Lenzer,
Herr Holler, Herr Zettner, Herr Hintermeier - Foto: © Stadt Wetzlar

Quellen: Text: Zettner / Hintermeier | Fotos:  © Stadt Wetzlar


Weitere Informationen, eine Bildergalerie und Hinweise zum Aufruf von Videos zur Veranstaltung
finden Sie im Internet unter Netzwerk gegen Gewalt Hessen - Aktuelles

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