Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
21.04.2016

Spendensammler und Bettler – Vorsicht ist geboten

Verschiedenste Mitteilungen über Bettler und Spendensammler erreichten in den letzten Tagen die Polizeistationen im Wetteraukreis. Betteln grundsätzlich ist nicht verboten – und doch sollten die Bürgerinnen und Bürger Vorsicht walten lassen.

Zettel mit der Aufschrift „Suche Arbeit, bitte Hilfe“   
Mit einem handschriftlich verfassten Spendenaufruf auf einem Zettel waren ein Mann und eine Frau am Sonntagmittag in der Thiergartenstraße in Büdingen unterwegs. Dabei waren sie in Begleitung eines kleinen Jungen. Aufgrund ihres belästigenden Auftretens gegenüber den Anwohnern erteilte die Polizei ihnen einen Platzverweis.

Im Steinweg in Rockenberg kontrollierte die Polizei am Samstagnachmittag zwei Bettler, die mit einem Zettel mit der Aufschrift „Ich suche Arbeit, bitte Hilfe“ von Haus zu Haus zogen, siehe Foto links.


Einen Mann, der um Geld bettelte, kontrollierte die Polizei auch am Montag in der Hasselhecker Straße in Ober-Mörlen, nachdem Anwohner den Hinweis auf mehrere Personen gaben, die sich in diesem Bereich aufhielten und bettelten.

Um Sprit sollen zwei Männer an der Bundesstraße 455 bei Wölfersheim am Dienstag gebettelt haben. Mit einem dunklen Opel standen sie gegen 16 Uhr in der Nähe der Einmündung nach Echzell  und versuchten Verkehrsteilnehmer anzuhalten. Bis zum Eintreffen der Polizei hatten sie bereits das Weite gesucht.

Auch aus Nieder-Mockstadt, Wölfersheim, Reichelsheim, Nidda, Dauernheim, Stockheim und anderen Orten in der Wetterau berichteten Bürger in den vergangenen Tagen über Bettler die in den meisten Fällen mit osteuropäischem Erscheinungsbild beschrieben wurden. Mal baten sie um Arbeit, mal um Geld.

Betteln ist grundsätzlich nicht verboten. Ein Verstoß gegen Gesetze ist meistens erst dann festzustellen, wenn Bettler Passanten oder Anwohner bedrängen oder sich trotz Aufforderung nicht von deren Grundstücken entfernen wollen.

Die Erfahrung der Polizei zeigt jedoch, dass aus einem Betteln oder Sammeln weit schlimmeres entstehen kann. Das Ausnützen der geöffneten Tür, um sich Zutritt in die Wohnung zu verschaffen und dort etwas entwenden zu können ist eine Gefahr, die insbesondere lebensälteren Mitmenschen droht, wenn sie dubiosen Gestalten ihre Tür öffnen.

In Fußgängerzonen kann jeder betroffen sein. Der Trick einen Zettel für eine Spende zu unterschreiben und durch die entstehende Nähe zum Sammler beklaut zu werden, ist nicht neu und klappt leider immer wieder.

Das Anhalten von Verkehrsteilnehmern auf viel befahrenen Straßen, um sie dann um Geld in der angeblichen Notsituation zu bitten, ist ebenfalls weit verbreitet. Unter der Begrifflichkeit „Autobahngold“ ist die Masche bekannt. Denn die nach Geld bettelnden Täter bieten meist als Gegenleistung einen vermeintlich hochwertigen Goldschmuck, der sich später als billiger Ramsch herausstellt.

Die Polizei rät daher dazu grundsätzlich misstrauisch zu sein. Wer Hilfsbedürftigen helfen möchte, der wendet sich am besten an zertifizierte Hilfsorganisationen, überweist seine Spenden oder lässt sich zumindest den Spendenausweis und einen Personaldokument zeigen und hinterfragt, ob der Sammler überhaupt genau erklären kann, welchem Zweck die Spende zu Gute kommt.

Lassen Sie sich dabei nicht von Zetteln täuschen, die von verlorenen Arbeitsstellen, dem von einer Flut weggespülten Haus oder dem todkranken Kind berichten. Erfahrungsgemäß handelt es bei den Schilderungen um Ereignisse, die niemals stattfanden und nur die Hilfsbereitschaft anregen oder einen Deckmantel für eine Spendensammlung liefern sollen.

Halten Sie immer Abstand zu Menschen, die Sie mit einem entsprechenden Begehr ansprechen und lassen Sie Fremde auf keinen Fall in ihre Wohnung.

Versucht jemand in Ihre Geldbörse zu greifen oder kommt Ihren Wertsachen zu nahe, dann sollten Sie sofort misstrauisch werden und im Zweifelsfall sofort die Polizei verständigen.