Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
28.04.2016

Wildunfälle nehmen immer weiter zu

im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Hinweisschild: WildwechselImmer wieder zählen sie zur größten Gruppe der Verkehrsunfälle im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mittelhessen: Wildunfälle.

    
Oft überleben die Tiere die Zusammenstöße mit einem Kraftfahrzeug nicht. Das richtige Verhalten bei der Begegnung mit dem Tier ist meist entscheidend dafür, ob der Fahrzeugführer später nur einen Schaden an seinem Kraftfahrzeug, oder auch an seiner eigenen Gesundheit zu beklagen hat.

Diagramm Wildunfälle im PP Mittelhessen 2009 - 2015
Diagramm Wildunfallstatistik

Die Wildunfälle sind in Mittelhessen im Jahr 2015 um 1.061 auf 5.153 angestiegen. Der entstandene wirtschaftliche Schaden ist dabei enorm. Nach vorsichtigen Schätzungen der Polizei dürfte er sich für das Jahr 2015 für den Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen auf 4,5 Millionen Euro belaufen.

Reh im Scheinwerferlicht 
Sie verteilten sich - mit Spitzen im April / Mai sowie im Oktober / November über alle Monate hinweg gleichermaßen. Besonders in der Abenddämmerung, zur Nachtzeit und am frühen Morgen ist Vorsicht auf den mittelhessischen Straßen geboten.

Dann ziehen die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder und suchen schließlich wieder Schutz in den Wäldern. Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen stellen daher besondere Gefahrenpunkte dar.

Am häufigsten kommt es zum Zusammenstoß mit Rehwild, gleich danach folgen Wildschweine. Vereinzelt sind es aber auch Hasen, Füchse und andere Tiere, mit denen Fahrzeugführer ein unschönes Zusammentreffen haben.

 

Vorbereitung auf ein Zusammentreffen

Fahrerfahrung und persönliches Können außer Acht lassend, kann ein Wildunfall jedem Verkehrsteilnehmer passieren. Mit gewissen Verhaltensregeln kann der Fahrer jedoch nicht unerheblich Einfluss darauf nehmen, wie der Unfall verläuft.

Häufig wird der Aufprall eines Tiers auf das eigene Fahrzeug unterschätzt. Die mentale Einstellung darauf, wie man sich verhalten will, wenn plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn auftaucht, ist wichtig. Dazu gilt es, sich im Vorhinein mit möglichen Handlungsoptionen zu befassen:

  • Taucht ein Tier im Scheinwerferlicht auf, gilt es sofort abzublenden. Gleichzeitig sollte ein zügiger, aber kontrollierter, Bremsvorgang eingeleitet werden. Auch wenn es egoistisch erscheinen mag: Versuchen Sie nicht dem Tier auszuweichen. Zum einen können Sie seine Bewegung nicht vorhersehen, zum anderen besteht die Gefahr in den Gegenverkehr zu geraten und die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren und von der Fahrbahn abzukommen.
        
  • Wenn möglich versuchen Sie durch Hupen das Tier zu verscheuchen.
        
  • Ein Tier kommt selten allein. Verkehrsteilnehmer müssen immer damit rechnen, dass noch weitere Tiere folgen.

Notruf 110 der PolizeiSollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit einem Tier kollidiert sein, dann schalten Sie sofort die Warnblinkanlage an und sichern Sie die Unfallstelle ab. Ist das Tier weggelaufen und ihr Fahrzeug noch fahrbereit, macht es Sinn bis zur nächsten Haltemöglichkeit weiterzufahren. Merken Sie sich aber die Unfallstelle und verständigen Sie anschließend sofort die Polizei, die Ihnen weitere Verhaltenshinweise geben wird.

Vorsicht bei angefahrenen noch lebenden Tieren, sie können zur Gefahr werden.

Es kann keine Alternative sein, nach einem Zusammenstoß mit einem Tier einfach weiterzufahren – selbst wenn dieses weiterläuft. Fast immer ist davon auszugehen, dass Tiere durch eine Kollision verletzt wurden. Deshalb verständigt die Polizei nach einem Unfall den zuständigen Jagdpächter, der die Nachsuche nach dem Tier übernimmt und es ggf. von seinen Leiden befreien kann.

Wer diese Verständigungskette nicht in Gang bringt, kann sich wegen des Unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz strafbar machen.

Wer getötete oder verletzte Tiere auf der Fahrbahn liegen lässt, der bereitet damit Hindernisse und macht sich ggf. gemäß §315 b des Strafgesetzbuches strafbar.

durch Unfall getötetes Wildschwein auf schneebedecktem Boden
Foto: totes Wildschwein

Ein totes Tier einfach ins Auto zu laden und mitzunehmen, stellt ebenfalls keine rechtlich zulässige Option dar. Grundsätzlich besteht bei einem solchen Verhalten der Verdacht der Jagdwilderei.

Die wichtigsten Infos zum Thema erhalten Sie in diesem Flyer:
 „Wild vom Wald“ (526 KB)

Quelle: Faltblatt EUSKA 2014, Herausgeber: HMWVL, ADAC, TÜV Hessen, Landesverkehrswacht Hessen, HR

Weitere Informationen zur Sicherheit im Straßenverkehr
erfahren Sie unter www.polizei.hessen.de