Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
21.07.2016

Müssen Pokémon-Jäger nicht auch irgendwann schlafen?

Nicht nur für Spieler!

Tipps der Polizei für „Pokémon-GO-Spieler"
Seit einigen Tagen gibt es ‪Pokémon GO‬‬‬ in Deutschland und es hat nicht lange gedauert, bis der Hype auch ‪Mittelhessen‬‬‬ erreicht hat. Innerhalb kurzer Zeit musste die heimische Polizei zu einigen Einsätzen, bei denen das neue Pokémon-Spiel irgendwie ursächlich war. Man mag diese Art von Games mögen oder verteufeln, wehren kann man sich gegen solche Trends nicht wirklich.

       
So viel Spaß dieses Spiel in seiner „Augmented Reality“ (erweiterte Realität, d.h. es werden virtuelle Inhalte über die Kamera und den Bildschirm des Smartphones mit der Realität vermischt) auch bringen mag, es birgt Gefahren für den Spieler und auch „Störungspotential“ für seine Umwelt.

   
Von unnötigen Polizeieinsätzen gar nicht zu reden:

Einige Spieler haben in der vergangenen Nacht (19. Juli) gegen 01 Uhr gleich zwei "Zentren der Macht" im Bereich des Winterplatzes und der Stadtkirche in Grünberg entdeckt. Die „Zentren“ sorgten bei Pokémon-Jägern für wahre Begeisterungsstürme, trotz der späten Uhrzeit. Die Anwohner hingegen, um ihre wohlverdiente Nachtruhe gebracht, waren nicht begeistert und riefen die Polizei. Da sowohl die Anlieger, als auch die Ordnungshüter mit Worten kaum weiterkamen, gab es letztlich Platzverweise an einzelne Jäger, die sich daraufhin von der „Spielstätte“ entfernten.

Es können aber auch schnell Missverständnisse entstehen: So hatte ein besorgter Anwohner in Nieder-Mörlen (Freitag, 15. Juli, gg. 22:40 Uhr) eine Gruppe von 20 bis 30 "bewaffneten" Personen in der Frauenwaldstraße gemeldet. Die alarmierte Streife konnte schnell Entwarnung geben, nachdem sie mit den betreffenden Menschen gesprochen hatte. Eine "Bewaffnung" war lediglich im Sinne von Smartphones vorhanden, um dann kollektiv "Pokémon GO" spielen zu können.


Hier einige Tipps, damit Spieler ihre Mitmenschen nicht unnötig beeinträchtigen oder belästigten und das Vergnügen beim Spielen bleibt:

  • Denken Sie an Ihre Mitmenschen, die nach der Hektik des Tages vernünftig und ungestört schlafen wollen. Niemand will nachts um 03 Uhr über 30 lautstarke „Pokémon-Spieler“ samt "Schillok & Turtok" vor dem Schlafzimmerfenster stehen haben. Ruhestörender Lärm ist eine Ordnungswidrigkeit, kostet den Verursacher im Falle einer Anzeige auch ein Bußgeld.
        
  • Wer mit dem Handy rumläuft und Pokémons fängt, sollte auf die Privatsphäre anderer Menschen achten, diese könnten denken, dass Bilder von ihnen gemacht werden! Aber auch das Eigentum von anderen, egal ob fremde Grundstücke oder Gebäude, sind zu respektieren. ‪"Schiggy‬‬‬" übernimmt die Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch sicher nicht.
         
  • Fußgänger im Verkehr und Pokémon-Jäger? Ein „No-Go“, die Gefahren sind schon ohne „Augmented Reality“ groß genug. Wir brauchen nicht noch „Pokesmombies“. Also Augen auf und Hände weg vom Smartphone!
      
  • Achten Sie bitte darauf, dass z.B. Kirchen, Friedhöfe oder Moscheen ein Tabu und keine Orte für Spielerei sind! Ebenso gefährliche Stellen wie Bahnanlagen, Autobahnen, Militärische Gelände, Abbruchhäuser oder entlegene und dunkle Orte. Was bringt ein „toller Fight“ an einem „lost Place“, wenn im Notfall keiner helfen kann?
         
  • Und nicht vergessen: „Big brother is watching you“ – Sie geben bei der Nutzung solcher Apps & Spiele - je nach Einstellung - viele persönliche Daten (Standort, Kontakte, eigene Dateien, offene Kamera etc.) preis!
         
  • Schalten Sie beim „Zocken“ den gesunden Menschenverstand ein, dann klappt es auch in der real-virtuellen Welt!

Ihre Polizei wünscht viel Spaß!

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