Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
23.09.2016

„Der will doch nur spielen“

Hunde, Herrchen, Sauereien

Archivfoto eines Diensthundes

Ob klein und süß oder groß und böse – Meinungen sind verschieden, auch wenn es darum geht einen Hund zu beschreiben. Hat der Eine vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht und bleibt lieber auf Abstand, möchte der Nächste vielleicht am Liebsten jeden Hund streicheln und knuddeln. So oder so, Recht oder Unrecht gibt es dabei nicht. Jede Meinung gilt es zu akzeptieren.


„Mein Hund geht an der Leine.“

Nicht in jeder Kommune ist es Vorschrift, doch es ist eine Frage des Respekts meinen Mitmenschen und „Mithunden“ gegenüber, dass ich die Kontrolle über das Tier habe. Auch wenn mein Hund zur Begrüßung nicht jedem durchs Gesicht schleckt, möchten andere Hunde und Passanten vielleicht nicht, dass mein Hund ihnen zu nahe kommt. Ich leine meinen Hund auch an um Wildtiere zu schützen, ob die in der Wiese brütenden Vögel oder die Rehkitze auf dem Feld, ich bin ja schließlich Tierfreund.

„Ich weiß was Bello frisst.“

Manche Hunde sind als regelrechte Staubsauger unterwegs und fressen alles was irgendwo zu finden ist. Nicht nur das Bein des Joggers sieht zum Knabbern aus, auch die Maus die zu langsam im nächsten Loch verschwunden ist oder das Fleischstückchen am Wegesrand sind es wert probiert zu werden. Gefährlich! Hat die Maus vorher Gift aufgenommen oder das Fleisch wurde von einem verärgerten Mitmenschen mit Nägeln gespickt? Nur wenn ich meinen Hund im Auge habe, ihn jederzeit abrufen kann oder mit der Leine Kontrolle über ihn ausübe, kann ich unkontrollierte Nahrungsaufnahme verhindern.

„Mir stinkt´s.“

Eine Tretmiene hier, eine Tretmiene dort – wenn der Spaziergang zum Slalomlauf wird, dann habe selbst ich als Hundebesitzer keine Freude mehr daran. Verständlich, dass es im wahrsten Sinne des Wortes gerade Nicht-Hundebesitzern stinkt, wenn der Hundekot einfach liegengelassen wird. Bewaffnet mit einer kleinen Tüte zur Beseitigung des Hundekots gehe ich dem Unmut meiner Mitmenschen aus dem Weg und stelle gleichzeitig ein gutes Vorbild für alle anderen da, die das noch lernen müssen.

„Was für eine Sauerei.“

Ja, auch ich ärger mich das ein- oder andere Mal über andere Hundebesitzer. Wenn „der Kleine“ mir trotz der Bitte ihn anzuleinen beim Joggen hinterherläuft und ich nur ein „der will doch noch spielen“ zu hören bekomme zum Beispiel. Und ganz ehrlich, der Nachbarshund der einfach nicht allein bleiben kann und ständig kläfft – es kann schon ganz schön nerven. Aber nein, ich kann es nicht verstehen, warum man vergiftete oder mit Rasierklingen gespickte Tierköder egal welcher Art auslegt. Es geht hier um Lebewesen! Jeder Köder kann zudem auch Wildtiere die sie aufnehmen umbringen oder sogar das Nachbarskind in Gefahr bringen. Ich kann mit Hundebesitzern reden wenn mich etwas stört – denn das Problem ist meist nicht das Tier, sondern das Herrchen am anderen Ende der Leine.

So emotional ein Thema immer ist, wenn es um Tiere geht, so verständnisvoll sollten doch alle Parteien versuchen miteinander umzugehen. Gehen Sie als Vorbild für sich und andere voran!

Archivfoto eines Diensthundes
Foto oben: Archivfoto - Diensthund

Hier noch ein paar Tipps, für alle die den Verdacht haben jemand habe Tierköder ausgelegt:

  • Warnen und Teilen in den Sozialen Medien ist das eine – aber auch eure örtliche Polizeidienststelle und die Stadtverwaltung sollten zeitnah darüber informiert werden. Nur so können Ermittlungen in Gang kommen, um den Täter dingfest zu machen. Zudem achtet auf die Aktualität der Informationen, die Ihr verbreitet.
  • Der Tierarzt stellt Vergiftungserscheinung bei Eurem Hund fest die von Tierködern stammen könnten? Dann gilt es Anzeige zu erstatten (Verdacht Verstoß Tierschutzgesetz) und einen möglichst genauen Befund vom Tierarzt mitzunehmen.
  • Ihr habt Überreste von Ködern? Nur frisch bringen toxikologische Untersuchungen Erfolg. Also direkt der Polizei übergeben oder ab in den Gefrierschrank.
  • „Irgendwo auf meinem 5 km lange Spazierweg…?!“ Die genaue Örtlichkeit an der euer Tier den Köder aufgenommen hat ist wichtig. Notiert Euch die Fakten, damit nichts durcheinander gerät.
  • Trotz der Emotionalität des Themas – achtet auf eine Sachliche Darstellung und Weiterverbreitung der Information, um andere mit nützlichen Informationen zu warnen, aber keine Panik zu verbreiten oder selbst eine Straftat beispielweise durch falsche Verdächtigungen zu begehen.