Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
13.01.2016

Polizei warnt vor dubiosen Sammelaktionen

Erneut illegale Schrottsammler unterwegs

Polizei warnt vor dubiosen Sammelaktionen: Handzettel Schrottabholung

Nicht genehmigte Schrottsammlung im Landkreis Marburg Biedenkopf

    

Aus Erfahrung weiß die Polizei, dass angekündigte Sammlungen, egal ob von Haushaltsgeräten oder Kleidung, manchmal zum Ausbaldowern möglicher Tatorte für Einbrüche oder als Deckmantel für Trickdiebstähle genutzt werden. Außerdem nehmen diese Sammler oft auch nur die Geld bringenden Teile mit und lassen den Rest einfach liegen. Meist handelt es sich auch aufgrund der fehlenden, aber notwendigen Berechtigungen um illegale Sammlungen.
   

Aus diesen Erfahrungen heraus war die Polizei am Freitag, 08. Januar in der Gemeinde Lohra ausgesprochen aufmerksam. Die Bewohner dort hatten in ihren Briefkästen Wurfzettel gefunden und die Polizei informiert. Die in schlechtem Deutsch und ohne Erkennbarkeit des Ausstellers verfassten Flyer forderten zum Herausstellen von Althaushaltsgeräten auf.

Der Regionale Verkehrsdienst Marburg-Biedenkopf kontrollierte also am angekündigten Abholtag gezielt in Lohra und stoppte um kurz nach 10 Uhr einen weißen Mercedes Sprinter mit polnischem Kennzeichen. Die Ladefläche des Kleinlasters war über die Hälfte beladen mit allen möglichen Teilen, siehe Foto:

Sprinter mit gesammelter Schrottladung

Im Führerhaus lagen die bereits bekannten Zettel, siehe in der Bildergalerie unten. Diesen Sammlern ging es wohl tatsächlich um den Schrott. Nur leider war der Transporter nicht mit dem erforderlichen "A-Schild" für die Abfallbeseitigung gekennzeichnet und die Insassen besaßen nicht die nötigen Erlaubnisse nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und dem Elektro-Gesetz. Die illegale Sammlung war damit sofort beendet, der Arbeitstag der Sprinterbesetzung jedoch noch nicht, denn es galt ja noch die gesammelte Ware, teils sogenannte "weiße Ware" (große Haushaltsgeräte wie z.B. Kühlschrank/Gefriertruhe/Waschmaschine etc. sogenannt wegen der meist weißen Wände), abzuliefern.

Die ordnungsgemäße Entsorgung erfolgte dann beim Recyclinghof in Marburg. Der dortige Annahmeschalter war durch das Abladen der etwas größeren Menge für längere Zeit blockiert.

abgeladene illegale Schrottsammlung

Das weckte die Neugier von Mitarbeitern und wartenden, andienenden Kunden, so dass sich eine stattliche Zuschauerkulisse bildete, die für die fleißigen "Abladenden" den einen oder anderen Tipp parat hatten. Außer der Ladung waren die Sammler zudem einen höheren dreistelligen Bargeldbetrag los, eine Sicherheitsleistung für das bevorstehende Verfahren.

Nebenbei ein kleiner Hinweis der Polizei!

Privatpersonen können sich seit dem 01. Juni. 2012 strafbar machen, wenn sie ihre Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgen. Nach § 17 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes sind Erzeuger und Besitzer von Abfällen aus Privathaushalten VERPFLICHTET, diese Abfälle den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu überlassen.

Martin Ahlich, Pressesprecher | 13.01.2016 - Ac.


Polizei warnt vor dubiosen Sammelaktionen: Handzettel SchrottabholungPolizei warnt vor dubiosen Sammelaktionen im Lahn-Dill-Kreis

  

Mit kleinen Handzetteln kündigten Schrott- und Altkleidersammler eine Abholaktion für Freitag (27.11.2015) im Dillenburger Ortsteil Niederscheld an.

 

Die Anwohner wurden gebeten, nicht mehr benötigte Kleidungsstücke, Metallschrott oder Elektroschrott sowie alte Haushaltsgeräte an die Grundstücksgrenzen zu legen.

Die Polizei geht momentan davon aus, dass diese Aktion von dubiosen Schrottsammlern initiiert wurde.

Erfahrungen aus zurückliegenden Aktionen zeigen deutlich, dass sich die Sammler nur die Sahnestücke aus den angebotenen Gegenständen herausnehmen und den Rest einfach liegen lassen. Zudem verfügen die Männer oftmals nicht um eine entsprechende Genehmigung als Entsorger.

So kam es vor, dass sie von Elektrogeräten Kupferkabel oder andere Metalle gleich vor Ort ausbauten, um sie später zu Geld zu machen. Die beschädigten Gehäuse ließen sie einfach stehen. In einigen Fällen lief sogar Kühlmittel von alten Kühlschränken aus. Letztlich bleiben die Besitzer auf den Resten sitzen und müssen diese zum Teil kostenpflichtig entsorgen.

Die Polizei empfiehlt, die kostenlose Entsorgung von Altmetallen, Haushalts- und Elektrogeräten auf Wertstoffhöfen der Kommunen oder die Entsorgungsstationen des Lahn-Dill-Kreises in Anspruch zu nehmen.

Fotos der Handzettel in der Bildergalerie:

Guido Rehr, Pressesprecher | 26.11.2015 - Ac.

Weitere Bilder: